adam hat geschrieben:
Die Bestimmung dieser numismatischen Besonderheit kann durchaus Probleme bereiten. Unter der Regierungszeit von Maria Theresia stand der Buchstabe G zeitweise auch für die Münzstätte Graz.
Sehr ähnliche Kupferporträtkeruzer wurden in den Jahren 1761-1763 in Graz geprägt.
adam hat geschrieben:
Was ebenfalls die Gefahr einer Verwechslung in sich birgt ist die Tatsache, dass es auch noch einen anderen Kupferkreuzer 1779 G gibt.
Dieser Kreuzer hat einen deutlich kleineren Durchmesser und zeigt nicht das Porträt von Maria Theresia, wie es für die Prägung fürs Innviertel typisch ist.
Servus adam,
Das Thema Münzbuchstaben während der Regierungszeit Maria-Theresias (1740 – 1780) ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit.
Da gibt es zum einen Münzstättenzeichen, Münzmeisterzeichen, Buchstaben, die auf ein bestimmtes Jahr hinweisen oder gar keine.
Weiters wurden nicht nur Prägungen mit dem Portrait Maria-Teresias ausgegeben, sondern auch Münzen mit dem Bildnis ihres Gemahls, Kaiser Franz I. und auch ihres Sohnes Joseph II. als Mitregent.
Dann wurde (in den Erblanden) zudem nach mehreren verschiedenen Münzordnungen geprägt, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.
In weiteren
Zudem gab es noch lokale Münzsorten z.B. in den italienischen Gebieten (Soldi), in Vorderösterreich (Scheidemünzen nach dem 24-Guldenfuss), in Ungarn (Polturen), in Böhmen (Gröschl), den österr. Niederlanden (Liard), usw.
Wichtig ist eigentlich die Münzkonvention mit Bayern von 1753, aus der der Conventionsmünzfuss (CM), oder auch 20-Guldenfuss hervorging, der in Österreich bis 1857 Bestand hatte.
Damit zum eigentlichen Thema
Ohne Münzbuchstaben:Die frühen Prägungen Maria-Theresias sind an den Wappen im Herzschild des Wappenschildes, und auch teils durch die Umschrift erkennbar.
Zu nennen sind hier unter anderem der Bindenschild (Wien), der Tiroler Adler (Hall), der steirische Panther (Graz), der Böhmische Löwe (Prag) usw.
Die ungarischen Prägungen sind an der Madonna (anstelle des Wappenschildes bzw. des Reichsadlers) im Revers erkennbar.
Münzstättenzeichen:Hier wird es kompliziert. Währen bei Maria-Theresia bis 1765 kaum Münzstättenzeichen verwendet wurden (Ausnahmen z.B. KB für Kremnitz oder auch G für Günzburg), ist auf den Stücken, die für Franz I. ausgebracht wurden, immer schon die Münzstätte angegeben.
Nach dem Ableben Franz I. 1765 wurde Joseph II. Mitregent, somit wurden ab diesem Jahr eben auch Münzen mit seinem Portrait ausgegeben. Auch diese Münzen tragen immer ein Münzstättenzeichen, wenn auch meistens ein anderes.
Zudem begann man ab 1760 mit der Ausgabe von Kupfermünzen, die wiederum teils eigene Münzstättenzeichen aufwiesen.
In weiteren Beiträgen will ich versuchen, darauf einzugehen.