Hallo adam,
zu deinem ersten Beitrag:
adam hat geschrieben:
Wer Urlaub im Bodenseeraum macht und geschichtliches Interesse mitbringt, kommt an den Grafen von Montfort nicht vorbei. Ich habe mich nun damit beschäftigt, wo dieses Adelsgeschlecht Münzen prägen ließ.
Die erste Münze die ich vorstelle wird von Auktionshäusern und Münzhändlern gerne als Brakteat um 1240 beschrieben. Die weitere Zuordnung Münzstätte Altdorf und die Angabe Hugo von Montfort lässt sich meines Erachtens nicht eindeutig nachweisen und liegt etwas im mittelalterlichen Dunkel.
In der Benediktinerabtei Weingarten gab es zwar von 1232-1242 einen Abt Hugo von Weingarten, ob dieser allerdings aus dem Haus der Grafen von Montfort stammt, scheint nicht gesichert zu sein.
Auch der Prägeort scheint nicht gesichert. Es ist kein Münzrecht der Abtei Weingarten urkundlich erwähnt und auch eine Zuordnung zu Reichenau als Prägeort wurde früher in Betracht gezogen.
Dazu habe ich folgendes in einer Auktionsbeschreibung vom
"Auktionshaus Künker" (Fritz Rudolf Künker, Auction 130) gefunden:
Diese Münze wurde oft St. Gallen oder Reichenau-Radolfszell zugeschrieben. Dies ist jedoch ausgeschlossen, da die Äbte dieser Klöster um 1235 das päpstliche Recht besaßen, eine Mitra zu tragen. Hier sehen wir hingegen einen Abt, dem dieses Recht 1235 nicht zustand. Zudem unterstand Weingarten der staufischen Hausvogtei, während andere Klöster reichsunmittelbar waren. Der Abt hält einen rechteckigen Reliquienschrein in den Händen. Auf einem ähnlichen Münztyp (CC: 118) ist der Vogt mit der Heilig-Blut-Reliquie dargestellt. Dies sind die beiden bedeutendsten Reliquien des Klosters auf dem Martinsberg. Die Verehrung des heiligen Martin ist älter als die der Heilig-Blut-Reliquie; dieses Rangverhältnis kehrte sich erst im Laufe des 13. Jahrhunderts um. Bemerkenswert ist, dass der Fund von Elchenreute den heiligen Martin nennt, während das „Lexikon des Mittelalters“ vom heiligen Oswald spricht. Die Münze wird auf die Zeit um 1235 datiert – jene Phase, in der Heinrich VII. gegen seinen Vater Friedrich II. aufbegehrte und abgesetzt wurde. Für seinen minderjährigen zweiten Sohn Konrad IV. musste ein Vormund bestellt werden; Nau schlägt hierfür Schenk Konrad von Winterstetten vor. Konrad von Winterstetten wird 1241 als Zeuge bei einem Gütertausch zwischen Abt und Kloster urkundlich erwähnt. Nau weist nach, dass in diesem Zeitraum ein gewisser Ulrich als Münzmeister in Altdorf tätig war. Altdorf erhielt erst 1865 den Namen Weingarten.
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Die Abbildungen zeigen CC:118 und CC:117 (Bilder ebenfalls Auktioshaus Künker)