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BeitragVerfasst: 11. Sep 2017, 15:36 
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Das bereits hier vorgestellte Kleinsilber des Typs Doppelpferd viewtopic.php?f=44&t=4035&p=58250&hilit=Doppelpferd#p58250 wurde von tauriskischen Kleinsilbermünzen unmittelbar beeinflusst.

In dem folgenden Aufsatz wird dieser Aspekt ausführlich behandelt:
https://www.academia.edu/23648058/A_Lt_ ... e_cemetery

Eine Zusammenfassung:
Das früheste Kleinsilber der Taurisker gab es in 3 unterschiedlichen Varianten: A) Av. Kopf- Rv. Pferd links (Typ Gjurgjevac), die wohl häufigste Variante.
B) Av. Pferd rechts- Rv. Pferd links (Typ Warasdin, Typ Gjurgjevac), seltener.
C) Av. Pferd links- Rv. Pferd links (Typ Warasdin, Typ Gjurgjevac), bisher 3 Ex. bekannt.

Alle drei Varianten wurden etwa zur selben Zeit, zum Teil mit denselben Stempeln geprägt und datieren in den Zeitraum 150-140 v. Chr.

Bei dem hier vorgestelltem Exemplar, welches wohl zu Recht als numismatische Rarität bezeichnet werden darf, handelt es sich um das dritte bekannte und mit Abstand am besten erhaltene Exemplar (1 Ex. bei Kos, 1977 mit FO Celje aus unterschiedlichen Stempeln und aktuell dem Typ Gjurgjevac zugeordnet, 1 Ex Auktion Obolos, Webauktion 5, Los 47, 06. 2016 aus unterschiedlichen Stempeln und aus einer Kupferlegierung(!).

Kleinsilber der Taurisker des Typs Warasdin A, Variante Pferd links- Pferd links
Der Avers und der Revers stammen aus unterschiedlichen Stempeln.
Dargestellt ist ein naturalistisch wiedergegebenes Pferd nach dem Vorbild des Großsilbers vom Typ Warasdin.

G: 0,76g
D: 8mm

Zitat: Kos 1976, p. 220 (tab. II.1), KNS, Celje 739, p. 30, tab. 22.13; Kos 2015, cat. 17

Ein interessanter Aspekt ist noch die Überlegung, warum hier für nahezu das gleiche Münzbild unterschiedliche Stempel mit eher geringfügigen Unterschieden, welche erst bei genauer Betrachtung erkennbar waren, eingesetzt wurden, anstatt die logische Variante mit einem einzigen Stempel zu wählen.

Grüße
Harald


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KS Warasdin A Doppelpferd in dieselbe Richtung Av.jpg
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KS Warasdin A Doppelpferd in dieselbe Richtung Rv.jpg
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BeitragVerfasst: 12. Sep 2017, 11:26 
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Das folgende Kleinsilber wurde in der Arbeit von Bilic- Dizdar unter der Nr. 6 aufgelistet.

Der Schrötling aus hochwertigem Ag. ist nur mäßig geschüsselt und hat ein Gewicht von 0,69g.
Bei diesem Exemplar ist der abgenützte Aversstempel im Gegensatz zum stempelfrischen reversstempel besonders auffällig.

Auf dem Avers ist ein Pferd nach rechts, auf dem Revers nach links abgebildet, welches eindeutig demTyp Warasdin A zugeordnet werden kann.

Grüße
Harald


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BeitragVerfasst: 13. Sep 2017, 15:31 
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Wirklicher Hofrat
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Tolle Münzen, lieber Harald!
Da könnte man wirklich zum Kelten-Fan werden.
Danke für´s Zeigen!
OTAKAR

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Nütze das Leben! Es ist schon später als du denkst!


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BeitragVerfasst: 14. Sep 2017, 11:56 
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Hallo Otakar!

Herzlichen Dank.
Freut mich sehr, dass ich mit den hier vorgestellten Prägungen auch einen Mittelalterspezialisten begeistern konnte.
Irgendwie haben ja beide Sammelgebiete so einiges gemeinsam.
Im Vergleich zu Römern handelt es sich bei beiden um Randgebiete mit (ehemals) begrenzter Anzahl an Sammlern.
In den letzten Jahren nimmt deren Interesse jedoch ständig zu, was sich leider bei zukünftigen Ankäufen auch auf den Preis niederschlägt.
Es gibt bei beiden noch viel neues und unbekanntes zu entdecken, was diese Sammelgebiete besonders spannend macht.

Viele Grüße
Harald

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BeitragVerfasst: 15. Sep 2017, 09:57 
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Hofrat
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Wohnort: Püttner Mark
Grüß dich Harald,
da kann ich mich vollinhaltlich anschließen! ;)
hexaeder

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BeitragVerfasst: 15. Sep 2017, 10:00 
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Wohnort: Püttner Mark
harald hat geschrieben:
was sich leider bei zukünftigen Ankäufen auch auf den Preis niederschlägt.


....... was aber zugleich auch den Großteil der vergangenen Ankäufe zu "Investitionen" gemacht hat.

hexaeder

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BeitragVerfasst: 17. Sep 2017, 11:27 
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Damit hast du zweifellos recht, aber eigentlich ist der Nutzen für uns durchschnittliche Sammler wohl eher als gering einzustufen.
Schließlich besteht der Großteil unter uns aus Sammlern, welche ständig bestrebt sind, ihre Sammlungslücken aufzufüllen und wohl ihre Münzen nur in einer wirklichen finanziellen Notsituation veräußern würden.

Ich meine dass nur wenige unter uns einen Münzkauf als Wertanlage betrachten und jene, die das Münzsammeln nicht als Hobby, sondern als Spekulationsobjekt mit großem Gewinnpotential betrachten, spielen ohnehin beim Erweb sowohl erhaltungsmäßig, als auch preislich in einer anderen Liga als unsereiner.

Viele Grüße
Harald

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BeitragVerfasst: 17. Sep 2017, 17:31 
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Wunderbare Münzen die du uns zeigst.
Und nicht nur die bilder sondern auch alle beschreibungen und andere infos die du gibst hier in forum sind toll.
Gratulation und danke Harald.

Grüße, Johan


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BeitragVerfasst: 20. Sep 2017, 09:49 
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Hallo Johan!

Herzlichen Dank für das Lob. :D
Ein derart positives Feedback animiert einem zu noch mehr Aktivität im Forum.

Viele Grüße
Harald

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