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BeitragVerfasst: 9. Mär 2014, 23:32 
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Mitglied der geheimen Hofkammer

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Der Titel wird euch sicherlich verwundern, kurzum, ich habe vor kurzem einige Seiten aus alten Büchern erworben. Der Autor und das Werk sind identisch, jedesmal die "Cosmographia/Cosmographey" (u.ä. Titel) von Sebastian Münster. Einmal habe ich einige Seiten in Latein; vorneweg, ich hatte nur etwas Latein-Unterreicht an der Uni, übersetzen kann ich es nicht; laut Aussage des Verkäufers aus der Ausgabe von 1559. Und daneben auch aus Deutsch; liegt mir doch besser; aus der Ausgabe von 1555, wiederum die Angabe des Verkäufers. Neulich habe ich wieder mal 5 Seiten gekauft, die sind aber noch auf dem Weg zu mir.

Ich dachte mir, es könnte euch auch interessieren. Auf Afrika, Titel oben, gehe ich später noch ein. Ich hoffe, dass die Bilder nicht zu klein sind (Original alle über 200 kb) und man sie noch lesen kann. Aber fangen wir an. Hier die Seiten 359/60 der lateinischen Ausgabe, in der wird auf Habsburg eingegangen. Ich verstehe aber nur, dass um die Burg Habsburg in der Schweiz geht, aber gemeinsam kriegen wir den Sinn schon raus.

Die Seite 359, obere Hälfte Rest eines vorhergehenden Textes.
Dateianhang:
Habsburg1.jpg
Habsburg1.jpg [ 78.02 KiB | 3441-mal betrachtet ]


Ausschnitt der anderen Hälfte mit der uns interessierenden Stelle.
Dateianhang:
Habsburg2.jpg
Habsburg2.jpg [ 104.3 KiB | 3441-mal betrachtet ]


Die Seite 360, oben der Rest unseres Textes, danach kommt Skandinavien (Schweden etc.).
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Habsburg3.jpg
Habsburg3.jpg [ 78.79 KiB | 3441-mal betrachtet ]


Ausschnitt oben, der Rest des Textes.
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Habsburg4.jpg
Habsburg4.jpg [ 75.64 KiB | 3441-mal betrachtet ]


Ich hoffe, der Beitrag stößt auf euer Interesse!

Gruß Chippi

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Wurzel hat geschrieben:
@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)

Münz-Goofy hat geschrieben:
Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.


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BeitragVerfasst: 10. Mär 2014, 07:03 
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Magister
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Viel verstehe ich nach all den Jahren nicht, aber es geht um Albert I (Römischer König) und den Stammbaum.
Dieser war auch bekannt als Albrecht, V. Graf von Habsburg (* Juli 1255 in Rheinfelden; † 1. Mai 1308 in Königsfelden bei Brugg).

Nebenbei: Da die Stammburg der Habsburger sowieso in der heutigen Schweiz liegt, denke ich eher, dass es weniger um Habsburg in der Schweiz, sondern um die Wurzeln der Habsburger geht.

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BeitragVerfasst: 10. Mär 2014, 11:23 
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(Dank Bronchitis hab ich Zeit für sowas) - Das ist ziemliches Klippschul-Latein, einfach deutsche Grammatik mit lateinischen Vokabeln. Das Habsburg-Kapitel heißt:

"Nicht weit von Königsfelden, dem Begräbnisort von König Albert, und von Brugg ist die Veste Habsburg gelegen. Sie wurde der Sage nach im Jahr 1070 von Graf Rapot zusammen mit seinem Bruder Werner, dem Bischof von Straßburg erbaut. Manche schreiben auch, daß die alten Habsburger Grafen ihre Herkunft von den alten französischen Königen ableiteten. Denn König Lothar hatte vier Söhne, wie bekannt Chilibert, Heribert, Guntram und Sigbert. Siegbert erhielt als seinen Teil Austrasien mit der Hauptstadt Metz. Dieser zeugte Childebert; Childebert zeugte Dietbert und Theodor. Diese Genealogie soll figürlich dargestellt werden:
....
Sigbert: Von diesem sollen die Grafen von Habsburg abstammen. Theodor, gierig auf den Landbesitz, veranlaßte die Ermordung seines Bruders Dietrichs und dessen zweier Söhne um sich allein die Landesherrschaft zu sichern. Aber seine Hoffnung trog. Von seiner Großmutter vergiftet, setzte er [Sigbert] sich über den mittleren [Childebert] hinweg und hinterließ Lothar, dem Sohn des Chilpericus seine Länder. Sodann blieb übrig Sigisbert der Jüngere, der so vom König Lothar jene Länder am Rhein, im Breisgau und im Sundgau erlangte...."

Diese legendäre Abstammung der Habsburger sollte dieses Geschlecht auch in puncto Abstammung an die Spitze der deutschen Häuser stellen, ein schönes Zeitdokument. Sehr knapp wird die Geschichte der Merowinger seit Chlothar I. (+ 561) bis Theuderich II. (596-613) dargestellt.Der heutige Forschungsstand zu dieser blutrünstigen Geschichte ist hier nachzulesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Merowingischer_Bruderkrieg Grüße, KarlAntonMartin


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BeitragVerfasst: 11. Mär 2014, 00:20 
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Danke für die Übersetzung, KAM! Natürlich meinte ich die Stammburg der Habsburger in der Schweiz und keine schweizer Habsburger. ;)
Morgen werde ich hier fortfahren.

Gruß Chippi

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Wurzel hat geschrieben:
@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)

Münz-Goofy hat geschrieben:
Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.


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BeitragVerfasst: 12. Mär 2014, 01:53 
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Die Cosmographia gibt es auch auf Deutsch. Ich habe hier gerade mal das Kapitel "Habspurg im Schweitzer Land" der Ausgabe Basel 1545 aufgeschlagen:

http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/193452

Beim weiterblättern wirst Du sehen, dass das Drumherum des Wappens mit dem Ochsenkopf (Kanton Uri) in Deiner Ausgabe noch etwas ergänzt wurde.

Viele Grüße,
Docisam


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BeitragVerfasst: 12. Mär 2014, 10:44 
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Hier nun etwas verspätet, leider hatte ich gestern kein Internet mehr, kommt der Teil über Wien und Österreich aus der deutschen Ausgabe von 1555. Sicherlich werden viele trotzdem, oder gerade deswegen, Probleme damit haben. Ich versuche euch deshalb einige Hilfestellung zu geben.

Zu bemerken sei vorab, dass es damals noch keinen Duden gab und einzelne Wörter in verschiedenen Schreibweisen vorkommen können, sogar selbst in einem Satz. Also nicht wundern, wenn mal ein Wort mit 2 „s“, „f“ etc. und dann mit nur einem „s“ oder „f“ etc. oder gar mit „ß“ statt „s“ geschrieben wurde. Kurz: geschrieben wie gesprochen. Leider ist mir nichts bekannt, was einem die Lesarten erklärt (Warum welche Typen wofür beim Druck benutzt wurden und wie man sie liest.).

°Man findet „Kringel“ bzw. "c" und „Punkte“ (wie wir es teils gewöhnt sind, z.B. „ü“) über Vokale, die genaue Bedeutung ist mir noch nicht klar, die "Kringel" könnte man als eine Betonung des Vokals deuten, sind manchmal aber schlecht von "c" zu unterscheiden, welche man sinnvoll mit unseren „ä“, „ö“ und „ü“ gleichsetzen und so lesen kann. Bsp. hierfür: „Schu°l“ (Kringel über "u"), "furen" (mit "c" über "u") oder „Teütschen“ (Deutschen).

°Ihr werdet am Anfang von Wörtern einen Buchstaben findet, der unserem „v“ ähnelt, es handelt sich aber um ein „u“. Ich vermute, es könnte ein unbetontes/schwaches „u“ sein, findet man aber nur am Anfang von Wörtern, wie z.B. „vber“ (uber -> über). Auch „j“ findet hier nur Verwendung als „i“, immer am Anfang eines Wortes, z.B. „jhr“ -> ihr, auch Wörtern, die wir heute mit „j“ schreiben, wie bei „jar“ -> iar -> Jahr oder „jhenseit“ (hier „jh“ als „j“) -> jenseits. Daneben auch um „ii“ darzustellen: „ij“.

°Nächstes Phänomen ist der Strich über verschiedenen Buchstaben, dies wurde aus der Schreibschrift übernommen und sollte Wörtern vor unnötig vielen Bögen schützen. Es handelt sich um ein „n“, aber auch „m“. Auch hier einige Beispiele: „komen“ mit Strich über „m“ oder „Centru“ mit Strich über „u“, ich fand das Wort sogar als „Cetru“ mit Strich über „e“ und „u“. Auch sehr schön ist „Copaß“ mit Strich über „o“.

°Um die Verwirrung noch perfekter zu machen, es gibt kein „v“ als extra Type, sondern man nahm munter das „u“, z.B. in „uiri“ -> viri oder „Graueschafft“ -> Graveschafft -> Grafschaft.

°Es taucht auch ein Zeichen, dass wie eine verstümmelte „2“ aussieht, man liest es als „r“ (Auch hier vermute ich ein unbetontes/schwaches „r“.). Manchmal könnte man es auch als „n“ ansehen. Bsp.: „orter“ (Kringel über „o“, erstes „r“ wie eine „2“) -> Örter oder „ferr“ (zweites „r“ wie eine „2“) -> ferr/fern.

°Darüber findet man „w“ am Ende von Diphthongen bzw. hinter Vokale, man liest es nicht mit bzw. ersetzt es mitunter das „u“, wie z.B. in „neuwen“ oder „newen“ -> neuen. Zum Teil ist es heute auch noch so, z.B. bei Ortsnamen, die auf „-ow“, die nur als „-o“ ausgesprochen werden.

Hier noch einige weitere Besonderheiten aufgelistet: „dz“ -> „dass/daß“; „d´“ -> „der/die/das“, analog „od´“ -> „oder“; „vn/vnd/vnnd“ mit und ohne Strich über „n“ -> „und“; „umb“ -> „um“; „seind“ -> „sind/sein“ etc.
Wie ihr jetzt sicherlich seht, ist das ein perfektes Chaos. Aber ich hoffe, euch damit helfen zu können. Bei aufkommenden Fragen nicht scheuen, mich zu fragen.

Ich fange mit den Seiten "dccccxxxvij" und "dccccxxxviij" (937/38) an, der Rest folgt nach und nach.

Gruß Chippi


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