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BeitragVerfasst: 14. Jul 2009, 21:46 
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Moin allerseits und besonders an Pingu!

Was ist das???????

Rückseite ist blank. Trägermünze ist ein 1-Cent-Stück von Nederlandsch Indie. Schriftstil deutet auf Japan hin. Mehr weiß ich nicht.

Tschüß, Afrasi


Dateianhänge:
Indonesien jap Token über 1 Cent.jpg
Indonesien jap Token über 1 Cent.jpg [ 73.45 KiB | 813-mal betrachtet ]

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Zuletzt geändert von Afrasi am 19. Sep 2009, 18:29, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: 15. Jul 2009, 11:06 
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Hallo,

da kann ich leider nur schreiben: habe ich noch Nie gesehen.
Ich würde bei den Schriftzeichen außerdem Japan ausschließen.

In Japan wurden Münzen eher gegengestempelt, überprägt wurde meines Wissens nicht.
Bei einer holländischen Trägermünze kommt eher der Verdacht auf, das das Stück als Verrechnungsmünze im chinesischen oder vietnamesischen Raum genutzt wurde. Im Handel mit Japan und Indonesien standen eigentlich immer genügend Käsch Münzen zur Verfügung. Gerade in Indonesien werden in den letzten Jahren mehrere Zentner/Jahr aus Schiffswracks und aus Flüssen geborgen. Die Handelsschiffe scheinen regelrechte Rundreisen gemacht zu haben, da oft auch gut gemischte Funde mit japanischen, vietnamesischen und chinesischen Münzen dabei sind. Einige Münztypen sind in den Ursprungsländern so gut wie überhaupt nicht zu finden, treten in Indonesien jedoch gehäuft auf.

Münzprägung tritt in Japan erst ab etwa 1868 auf, vorher war das Verfahren technologisch nicht durchsetzbar da die Maschienen fehlten und ein Gegenstempel einfacher anzubringen war. Bis ca. 1870/75 waren einzig Gegengestempelte mexikanische 8 Reales-Stücke im Zahlungsverkehr zugelassen. Diese hatte 4 Gegenstempel mit dem Inhalt: "Ansei Trade Dollar" daher entsprachen sie 3 Bu Silber. Soweit ich weis wurden alle Stücke 1860 und 1861 gegengestempelt, so das spätere Stücke (Jahreszahlen nicht vorkommen dürften). An ausländischen Kupfermünzen gab es nur chinesische Käsch
Münzen im Umlauf.

Leider hilft dir das bei diesem Stück nicht weiter.

Grüße
pingu

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BeitragVerfasst: 29. Jul 2009, 23:39 
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Moin!

Ich dachte auch mehr an einen Kantinentoken aus der Zeit der japanischen Besetzung von Nederlandsch Indie ...

Der "Stempel" kommt auch bei dem folgenden Stück, bei dem ich ebenfalls von Token bis Phantasieprägung nichts ausschließen möchte, zur Anwendung:


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Japan Kupferbarren.jpg
Japan Kupferbarren.jpg [ 126.44 KiB | 784-mal betrachtet ]

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BeitragVerfasst: 1. Aug 2009, 21:54 
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Hallo,

auch zu diesem Stück fällt mir nichts ein, da mir nichts vergleichbares aus Japan bekannt ist.
Auffällig ist die Stempelgleichheit der gezeigten Stücke, was zumindest auf eine gleiche Herkunft schließen lässt. Es sieht fast so aus, als ob es der gleiche Stempel mit einem anderen Abnutzungsgrad ist. Der Barren ist hierbei älter als das runde Stück. Zum genauen identifizieren des Stempels empfehle ich mal 2 Abriebe übereinander zu legen. Die Konturen sollten identisch sein.
Wenn dies der Fall ist, dann sollten es am Wahrscheinlichsten Fantasieprägungen sein, da mir keine 2 Wertstellungen bekannt sind wo gleiche Stempel verwendet wurden.
Die gleichmäßige Streifung des Barren lässt darauf schließen das es sich um einen gezogenen Barren (ähnlich Drahtzieherei) handelt, der von einem Strang abgeschnitten und dann gestempelt wurde. Auch dies ist ein Indiz für einen Herstellungsrahmen im 20. Jahrhundert, da selbst Silber und Goldmünzen vor 1870 als Rohlinge gegossen und nicht Kaltgeformt waren.

Japan als Ursprungsland würde ich auch beim 2. Stück ausschließen. Die Schriftzeichen erinnern zwar daran, können aber genauso von Korea oder vom alten Vietnam bzw. auch China sein. Der Schriftstiel ist für Japan einfach etwas zu "schlampig". Hier kenne ich nur gestochen scharfe fast künstlerisch wirkende Schriftzeichen auf Münzen. Wertstempel sowieso nur auf Gold und Silbermünzen, ältere Kupfermünzen waren alle gegossen oder wiesen nur kleine Prüfstempel (2-3mm Durchmesser) auf.

Grüße
pingu

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BeitragVerfasst: 2. Aug 2009, 15:39 
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Moin Pingu!

Vielen Dank für die Einschätzung, die ich - leider - teile!

Tschüß, Afrasi

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