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Japan Gin Tonic
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Autor:  Afrasi [ 2. Dez 2009, 16:23 ]
Betreff des Beitrags:  Japan Gin Tonic

Moin!

Ich habe hier ein Isshu irgendwas - Gin wohl kaum. Aber welche Periode? Kaie, wegen der Schreibweise des Buchstaben oben links unter dem Stempeleinschlag? Und der Rest der Buchstaben? Lokalmünze? Phantasiemünze?

Dieses Teil hatte ich schon fast vergessen, aber nun haben wir ja Pingu. :whow:

Tschüß, Afrasi

Dateianhänge:
Japan Isshu Gin Tonic.jpg
Japan Isshu Gin Tonic.jpg [ 71.34 KiB | 10964-mal betrachtet ]

Autor:  pingu [ 2. Dez 2009, 17:09 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Japan Gin Tonic

Hallo,

erst Mal ein Gin Tonic nehm ich auch - aber nicht Tonic mit Gin!

Das Stück sieht sehr Kupfern aus. Im Original ist das Stück aus Silber und sollte 1,88 oder 1,89g wiegen. Dann ist es 1 Shu-Gin. Das Gin steht für Silber, für Gold würde Kin stehen (gab es auch, leider sehr selten).
Zur Unterscheidung muß ich zu Hause nachsehen - ist so kompliziert das ich mich hier ohne meine Unterlagen nicht festlege. Da sind alle Zeichen dran beteiligt - nur der Stempel nicht.
Melde mich dann von Zuhause.

Grüße
pingu

Autor:  Afrasi [ 2. Dez 2009, 17:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Japan Gin Tonic

Moin!

Hier wirst Du Deine Unterlagen wohl brauchen. Etliche der Buchstaben passen überhaupt nicht. Könnte wirklich schwach versilbertes (silver washed) Kupfer sein. Es wiegt 1,67 g.
Ich habe ein Meiji mit 2,05 g und meine Kaies wiegen 1,81 , 1,92 und 1,93 g (mechanische Laborwaage) - ganz schön viel Streuung ... Seufz!

Tschüß, Afrasi

Autor:  pingu [ 2. Dez 2009, 21:32 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Japan Gin Tonic

Hallo,

nach 2 Stunden Literatur-Studium folgendes: Das gezeigte Stück ist eine Fälschung. (Ich muß bemerken die bisher beste die ich zu sehen bekommen habe). Der Fälscher war wohl eher ein Chinese, da die Schriftzeichen sehr starke chinesische Züge aufweisen. Die japanische Schrift wirkt viel weicher (kann ich leider nicht anders ausdrücken).
Das Stück ist super interessant, ich vermute sehr stark das es zeitgenössisch ist.
Der JNDA-Katalog listet insgesamt 132 verschiedene Abarten in der schreibweise der Schriftzeichen. Die vorgestellte ist nicht dabei!
Zur Unterscheidung der Hauptvarianten und damit der zeitlichen Einordnung ist jedoch nur 1 Zeichen ausschlaggebend.:
Dateianhang:
Shu_Kaei_Meiji_Gegenüberstellung.jpg
Shu_Kaei_Meiji_Gegenüberstellung.jpg [ 52.92 KiB | 10948-mal betrachtet ]

Links im Bild 1 Shu (Rückseite) der Ära Kaei (1853-1865); links 1 Shu der Ära Meiji (1868-1869 herausgegeben).
Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist der eingerahmte Teil des linken oberen Schriftzeichen.
Bei 1 Shu Kaei sind die 2 äußeren Striche deutlich schräg, bei Meiji sind die Striche fast gerade zueinander angeordnet. Ich glaube das Bild spricht für sich.

Die starke Streuung des Gewichtes ist in der Tat beeindruckend. Allerdings habe ich in der Richtung auch noch keine Studien betrieben, mein Hauptaugenmerk sind immer noch die Kanei-Tsuho. Wenn ich die richtig sicher und ohne größere Probleme bestimmen kann kommen die Stücke zu 1 Shu und 1 Bu in Silber....(mache Stücke verlangen mir hier schon mal 2-3 Tage ab - viele gehen jedoch schon wesentlich schneller, für die ersten Bestimmungsversuche habe ich manchmal ein Stück wochenlang immer wieder studiert um am Ende eine völlig andere Zuweisung zu treffen als am Anfang vermutet)

Das Stück sollten wir mit Daten in die Galerie aufnehmen.

Grüße
pingu

Autor:  Afrasi [ 2. Dez 2009, 23:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Japan Gin Tonic

Moin!

Dankeschön! Meiji und Kaei kann ich ja schon unterscheiden, aber dann hört es auch schon auf.
Kupfer mit Resten von Silber spricht sicherlich schon für eine Fälschung, aber wer fälscht eine Münze indem er 4 von acht Zeichen durch völlig andere ersetzt ... ???
Das Teil wird wohl vorerst rätselhaft bleiben.
Kein Problem, wenn Du es in die Galerie setzten möchtest!

Tschüß, Afrasi

Autor:  pingu [ 2. Dez 2009, 23:18 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Japan Gin Tonic

Hallo,

Zitat:
aber wer fälscht eine Münze indem er 4 von acht Zeichen durch völlig andere ersetzt


Ich würde mal tippen: ein Chinese...
Die Sprachen haben ja einen gemeinsamen Stamm, es begann die Besiedlung Japans ja auch von China aus. Ich denke das die Sprachen sich in der Schrift einfach zu weit auseinander entwickelt haben. Wenn jetzt der Fälscher zwar den Wortlaut aber nicht die japanische Zeichenentsprechung kannte verwendete er einfach die entsprechenden chinesischen Zeichen. Eine Vorlage hatte er wahrscheinlich nicht. Heraus kam ein Stück wie deines und im versilbern sind die Chinesen ja wahre Meister.

Grüße
pingu

Autor:  Afrasi [ 2. Dez 2009, 23:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Japan Gin Tonic

Moin!

Soweit haben sich die Schriftsprachen nicht auseinander entwickelt. Ein Japaner kann durchaus chinesische Schriftzeichen lesen :book: - wenn er will. Umgekehrt vermute ich das gleiche.
An eine Fälschung nach dem gesprochenen Wort ohne bildliche Vorlage mag ich nicht glauben. Dazu sieht die Münze auf den ersten Blick auch zu ähnlich aus. Dir sind ohne Bibliothek die falschen Schriftzeichen ja auch nicht aufgefallen, und ich habe das Teil zunächst auch als Isshu Gin gekauft und wurde erst bei Katalogvergleichen stutzig.

Tschüß, Afrasi

p.s.: Wie sieht es inzwischen bei Deinen Dubletten aus? Hechel! Geifer! Lechz!

Autor:  pingu [ 3. Dez 2009, 09:10 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Japan Gin Tonic

Hallo,

Zitat:
Soweit haben sich die Schriftsprachen nicht auseinander entwickelt. Ein Japaner kann durchaus chinesische Schriftzeichen lesen :book: - wenn er will.

Das ist durchaus richtig - und auch wieder nicht. Die komplexen Schriftzeichen gehen manchmal in der Schreibweise deutlich auseinander, ersichtlich wird das schon an der Anzahl der verwendeten Zeichen. In China sind etwa 1,5x soviele Zeichen in Gebrauch wie in Japan. (China >3500, Japan ca. 2000-2500je nach Schriftart - in der Schule werden ~ 1900 gelehrt). In China sind kaum zusammengesetzte Zeichen gebräuchlich (daher 1 Zeichen steht für einen Begriff) in Japan sind jedoch sehr viele Zeichen aus 2 Schriftzeichen zusammengesetzt. Die Aussprache der Zeichen hat sich zudem auch deutlich verändert, so das zum Beispiel die Schriftzeichen "Tsu Ho" im chinesischen "Tong Bao" gelesen werden. Das ist sehr wahrscheinlich der langen Isolationspolitik der Staaten zuzuschreiben, in Verbindung mit mehreren Sprach und Schriftreformen in den letzten 1000 Jahren...
:lol: Ich denke das läuft auf eine ähnliche Konversation heraus wie sie zwischen einem Friesen und einem Bayern in der Muttersprache möglich wäre, nur das hier die Schrift gleich geblieben ist :lol: .


Zitat:
p.s.: Wie sieht es inzwischen bei Deinen Dubletten aus? Hechel! Geifer! Lechz!


Die sind in Arbeit. Leider musste ich die Reinigungsarbeiten erst mal unterbrechen, da ich immer noch auf eine Lieferung aus Japan warte. In der Nächsten Zeit werde ich mich verstärkt an die Sortierung der vorliegenden Stücke machen und gleich für dich mit aussortieren. Mundwässrigmach: Du kannst dich auf jeden Fall schon auf 4-Mon aus Eisen und einen Hakodate-Tsuho freuen ->sieh schon mal hier:
http://www.zeno.ru/showphoto.php?photo=68753.
(von den Hakodate-Tsuho sind mir bisher nur 3 untergekommen, wobei einer durch Verwitterung fast zerstört ist)
Sendai-Tsuho sollten auch dabei sein ->siehe hier:
http://www.zeno.ru/showphoto.php?photo=48023...

Wie singen alle so schön zur Weihnachtszeit..."Vorfreude - schönste Freude..."
;) Grüße
pingu

Autor:  Afrasi [ 3. Dez 2009, 16:47 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Japan Gin Tonic

Freu! 8-) :) :D :whow:

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