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 Betreff des Beitrags: Kilwa - wer weiß schon, wo das ist?
BeitragVerfasst: 20. Jun 2009, 16:33 
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Hallo allerseits,

hat denn hier niemand interessante Reiseberichte zu münzrelevanten Themen zu liefern? Dann mache ich mal den Anfang. Wie man mich kennt, geht es natürlich nach Afrika. Genau gesagt ins heutige Tansania. Wer sich für afrikanische Münzen interessiert und den Namen Kilwa hört, wird vielleicht aufhorchen.

Kilwa ist eine persische Gründung an der Ostküste Afrikas. Leider weiß man nichts genaues über den Beginn der Besiedlung durch die Perser, aber es dürfte irgendwann im 10. Jahrhundert passiert sein. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden Handelszentrum, in dem auch eigene Münzen geschlagen wurden. Der Wirkungskreis dieser Stätte war groß, zwei Münzen fanden sich sogar bei Ausgrabungen in den Ruinen von Great Zimbabwe. Um 1400 schwand der Einfluß der persischen Herrscher und Kilwa wurde von einem aus dem Südjemen stammenden Clan der Sayyids übernommen. Zu dieser Zeit scheint auch die Münzprägung aufgehört zu haben. Mit der Ankunft der Portugiesen zu Ende des 15. Jahrhunderts war endgültig Schluß mit Lustig. Die Portugiesen erbauten ein Fort, kümmerten sich aber sonst in keiner Weise um die Aufrechterhaltung des Handelsnetzwerkes von Kilwa. Die Stadt verfiel. Nach jahrhundertelangem Dornröschenschlaf wurde in den 1960er Jahren eine systematische archäologische Aufarbeitung begonnen, die wegen Geldmangels leider nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurde. Der größte Teil des riesigen Areals ist nach wie vor unerschlossen.

Kilwa besteht im Grunde aus drei Orten. Die historische Stätte Kilwa Kisiwani, über die im obigen Abschnitt ein paar Worte verloren wurden, befindet sich auf einer Insel im Indischen Ozean ca. 2 km vom Festland entfernt. Es ist ein heute gewissermaßen verwunschener Ort. Nur eine Handvoll Fischerfamilien leben auf der Insel. Gegenüber auf dem Kontinent findet sich heute der Marktort Kilwa Masoko, wo es auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Um auf die Insel zu gelangen, muß man im District Cultural Office von Kilwa Masoko eine Besuchs-Genehmigung einholen. Mit dieser geht man zum Strand, spricht einen freundlichen Fischer an, der einen dann mit seinem Boot auf die Insel fährt und wartet, bis man mit seiner Besichtigung fertig ist. Dann geht es wieder zurück aufs Festland. Der Fährpreis ist nicht festgelegt und muß mit dem Skipper ausgehandelt werden. Das stellt aber aufgrund der Gastfreundschaft der örtlichen Bevölkerung kein Problem dar. Der dritte Ort Kilwa ist Kilwa Kivinje, eine arabische Gründung aus dem 19. Jh., von der aus Karavanen zum Sklaven- und Elfenbeinerwerb ins Landesinnere geschickt wurden. Zu deutscher Kolonialzeit war Kilwa Kivinje Hauptstadt des Bezirks Kilwa. Der Ort liegt ein paar Kilometer nördlich von Kilwa Masoko. Von dort aus kommt man mit einem Sammeltaxi problemlos hin.

Die Gegend um Kilwa ist nicht ganz einfach zu erreichen. Man kann von Dar Es Salaam aus entweder in einer ca. 12-stündigen Busfahrt oder mit einer Cessna der Coastal Aviation innert einer guten Stunde dorthin kommen. Ich hatte bei meinem Besuch im November 2007 letztere Alternative gewählt. Ein phantastischer Flug in niedriger Flughöhe immer direkt am Küstenstrich entlang. Ich war der einzige Fluggast dieses "Linienfluges" und durfte neben dem Piloten auf dem Copilotenplatz sitzen. Ein Copilot war nicht eingeplant. Trotz der überaus interessanten Vergangenheit des Ortes gibt es in Kilwa praktisch keine Touristen. Die einzigen Fremden, die ich dort traf, war eine Reisegruppe junger Männer aus Südafrika, die sich dort zum Hochseeangeln eingefunden hatte. Von der historischen Bedeutung Kilwas wußten sie nichts. Ich machte mich also allein auf die kurze Bootsreise zur Insel Kilwa Kisiwani und konnte dort ohne Störung die verschlafene Ruinenstadt genießen. Leider kann ich nicht mit einer Luftaufnahme des Ortes dienen, das wäre anhand der ausgedehnten Lage der alten Gemäuer besonders beeindruckend. Ihr seht deshalb im Anhang nur ein paar Fotos von Ground Zero. Einige Bilder zeigen die “Große Moschee“, deren Bau um das Jahr 1050 durch Ali bin Al Hasan begonnen wurde. Eine weitere Aufnahme zeigt die Kuppel-Moschee aus dem 15. Jahrhundert. Als Eisenbahnfan erlaube ich mir, auch eine Lore aus der Zeit um 1960 zu präsentieren, die ein Relikt der seinerzeitigen Ausgrabungen darstellt. Sie steht vor dem Hintergrund der Großen Moschee und wurde bei Einstellung der archäologischen Arbeiten einfach stehen gelassen. Mittlerweile ist sie selbst ein archäologisches Relikt. Heutzutage wirkt das ganze Areal wie eingefroren. Man kommt sich dort unglaublich verloren vor. Das letzte Bild stammt aus Kilwa Kivinje und zeigt die Ruine des ehemaligen deutschen Bezirksamtes. Das Blechdach ist natürlich nicht original. Vor ein paar Jahren ist die komplette zum Ozean zugewandte Front des Gebäudes eingestürzt. Das Gebäude ist seitdem eingezäunt und nicht mehr zugänglich. Außer diesem Bauwerk erinnern nur wenige Zeitzeugnisse an die kurze deutsche Vergangenheit in dieser Gegend.

Wer mehr zu Kilwa lesen möchte, sei u.a. auf

http://de.wikipedia.org/wiki/Kilwa_Kisiwani

http://archnet.org/library/places/one-p ... ce_id=8085

verwiesen.

Nun endlich zu den Münzen. Wie schon oben gesagt, wurden in Kilwa eigene Münzen geprägt. Leider besitze ich selbst keine Münze aus Kilwa. Bei einem Besuch des National Museums in Dar Es Salaam habe ich aber immerhin ein paar davon in Augenschein nehmen dürfen. Einige Stücke befinden sich auch im Besitz des Museums für Völkerkunde in Berlin. Ob die jedoch ausgestellt sind, oder nur in einem Lager verschimmeln, weiß ich nicht. Neben den Ausführungen von Stephen Album in seinem Werk “Sylloge of Islamic Coins in the Ashmolean, Vol. 10, Arabia and East Afrika (Oxford 1999)“ ist zum Thema Kilwa-Münzen die Magisterarbeit von Kornelia Kilian lesenswert, die Anno 2006 an der Humboldt-Universität zu Berlin eingereicht wurde. Im Kapitel 5.2.3. auf den Seiten 101 – 103 dieser umfangreichen Studie finden sich ein paar Passagen zu den Münzen aus Kilwa.

http://www.zmo.de/publikationen/magisterarbeit.pdf

Hier heißt es u.a..: “…Der erste Sultan, von dem angenommen wird, dass er auf Kilwa selbst Münzen prägen ließ, war Ali bin el-Hasan (11. Jahrhundert)….Es ist festzustellen, dass bis zur Ankunft der Portugiesen Ende des 15. Jahrhunderts Kilwa neben Zanzibar und Mogadishu die einzige Münzprägestätte südlich der Sahara war….“ Na ja, vielleicht hat die Dame Axum übersehen oder zählt diesen Ort in Äthiopien zu “nördlich der Sahara“. Von dort kommen jedenfalls noch frühere afrikanische Münzen. Aber das ist ein eigenes Thema.

Wer immer noch Lust hat, ein paar Kilwa-Münzen ansichtig zu werden, sei auf folgende websites verwiesen:

http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... e%26um%3D1

http://www.powerhousemuseum.com/collect ... irn=305390


Ich kann leider keine eigenen Stücke beitragen. Aber vielleicht wird ja mal eine Kilwa-Münze angeboten und ich habe zufällig kurz zuvor im Lotto gewonnen.

Wie zuvor schon gesagt, stammen meine Fotos aus Kilwa von einem Besuch im November 2007.

Macht’s gut.
MG


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Grosse Moschee 1.jpg
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BeitragVerfasst: 20. Jun 2009, 22:55 
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Toller Bericht, MG -herzlichen Dank! Als "Honorar" kann ich nur die beiden Stücke beisteuern, die ich unter Kilwa abgelegt habe. Der Zahn der Zeit hat ihnen anscheinend genauso zugesetzt wie der Moschee auf deinen Bildern. Übrigens braucht man für solche Stücke nicht unbedingt einen Lottogewinn - etwas Glück tut's auch, dann geht's auf knapp zweistellig.

Ach ja, sollte sich meine Zuweisung als ebenso daneben erweisen wie die Powerhousemuseum Präsentation Nr. 305382, sollte die Administration mein Bild bedenkenlos löschen. Dort erkenne ich nämlich eher einen Duit aus Gelderland (?) im Kopfstand, und die Erklärung, wie der nach Kilwa gekommen ist, bleibt man schuldig! ;)

Gruß klaupo


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Kilwa_ca-12_JH-n.jpg
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BeitragVerfasst: 20. Jun 2009, 23:35 
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Moin!

Ein toller Thread von Dietmar und tolle Münzen von Klaupo. Die obere würde ich noch als überdurchschnittlich erhalten ansehen ... Leider ist bei mir bislang nix aus Kilwa aufgeschlagen. Grummel!

Dafür wächst meine Harargalerie hier im Forum allmählich. Ich möchte noch dieses Jahr - auch mit den entsprechenden Kommentaren - fertig werden.


Tschüß, Afrasi

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BeitragVerfasst: 21. Jun 2009, 08:46 
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Hallo Dietmar!

Schöner Bericht - danke dafür!

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BeitragVerfasst: 21. Jun 2009, 10:03 
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klaupo hat geschrieben:
... als ebenso daneben erweisen wie die Powerhousemuseum Präsentation Nr. 305382, sollte die Administration mein Bild bedenkenlos löschen. Dort erkenne ich nämlich eher einen Duit aus Gelderland (?) im Kopfstand, und die Erklärung, wie der nach Kilwa gekommen ist, bleibt man schuldig! ;)


Hallo klaupo,

herzlichen Dank für Deinen Hinweis. Den Link zur "niederländisch-ostafrikanischen" Münze habe ich inzwischen gelöscht. Im Powerhousemuseum habe ich mittlerweile mehrere solcher krummen Hunde entdeckt. Da ist wohl irgendwo der Wurm im System. Ich glaube zwar nicht, daß ich eine Kilwa-Münze auf den ersten Blick als solche erkennen könnte, aber in diesem Fall hätte sogar ich drauf kommen müssen.

Deine beiden schönen Bilder haben mich aber an eine zuverlässigere Quelle als das Powerhousemuseum erinnert. Es gibt ja auch noch zeno, wo man neben ein paar anderen Kilwanern auch Deine beiden Münzen sehen kann. Wer also noch nicht genug von Münzen aus Kilwa hat, hier sind noch ein paar:

http://www.zeno.ru/search.php?searchid=100051

Schönen Sonntag!
MG

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BeitragVerfasst: 15. Jul 2009, 20:23 
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Hallo Reisefreaks,

in meinem Reisebericht zu Kilwa hatte ich geschrieben, daß ich noch keine Münze von dort habe. Das hat sich glücklicherweise seit gestern geändert. Inzwischen bin ich im Besitz von zwei Münzen aus einem Kilwa-Fund. Der Verkäufer schreibt, daß die beiden Schönheiten aus einem Hort von 309 Münzen stammen, der 1982 gehoben wurde. Das will ich mal so glauben. Nähere Angaben zum Herrscher macht er allerdings nicht, weiß offenbar auch nicht viel darüber. Ich brüte seit dem Empfang über dem Buch von Stephen Album - Sylloge of Islamic Coins in the Ashmolean, Vol. 10 Arabia and East Africa - betreffs der Identifikation. Münze 1 stammt garantiert von Ali bin al-Hasan. Dieses Stück kommt SICA10# 591-594 sehr nahe. Die Münze Nummer 2 ist garantiert ebenfalls echt und aus Kilwa. Die Zuordnung ist aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes allerdings schwierig. Zudem scheint sie außerordentlich dezentriert zu sein. Ich vermute aber mal trotzdem den gleichen Herrscher wie No. 1.

Die beiden Stücke habe ich auch bei zeno.ru eingestellt. Da tummeln sich die Archäologen und sonstigen hochkarätigen Wissenschaftler zu islamischen Münzen en mass. Mal sehen, ob da was kommt. Hier die Liniks:

http://www.zeno.ru/showphoto.php?photo=73375

http://www.zeno.ru/showphoto.php?photo=73377

Bis andermal
Euer MG

Nachtrag: Inzwischen sind beide Münzen zugeordnet. Die obere dürfte tatsächlich SICA10#591 sein, die untere #584.


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BeitragVerfasst: 5. Aug 2009, 20:23 
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Wirklicher Hofrat
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Liebe Leute,

Ich möchte Euch heute ein siebtes Bild dieser Reise zeigen. Es stammt aus Kilwa Kivenje und zeigt ein im Ort völlig verstecktes Denkmal zu Ehren zweier deutscher Kolonialbeamten. Das Dia ist meines Erachtens recht gut, aber ich kriege keinen scharfen Scan hin. Das Monument wurde von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft irgendwann zwischen 1888 und 1918 errichtet – eher am älteren Ende - und findet sich nun inmitten des afrikanischen Lebens und des afrikanischen Mülls wieder. Glücklicherweise ist die Minibus-Station im Ort nur wenige Meter vom Denkmal entfernt, sonst hätte ich es garantiert übersehen.

Über das Schicksal der 1888 umgekommenen Beamten Gustav Krieger und Heinrich Hessel gibt es zwei Versionen. Die offizielle, von der DOA verbreitete, besagt, daß beide bei der Verteidigung der Stadt während des Abushiri-Aufstandes 1888/89

http://en.wikipedia.org/wiki/Abushiri_Revolt

den “Heldentod“ starben. Die zweite Auslegung – aus lokalem Mund - liest sich interessanter. Die beiden sollen Warzenschweine gejagt, anschließend gehäutet und zubereitet haben. Noch bevor Gustav und Heinrich die Speise geniessen konnten, wurde sie ihnen von einem einheimischen Muslim geklaut. Der verzehrte das Fleisch mit Genuß. Dies blieb dem lokalen islamischen Führer nicht verborgen und die beiden Deutschen wurden wegen Verführung eines Muslims zum Schweinefleischessen gekapert und gehängt.

Welche Version die richtige ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Auf den ersten Blick liest sich die zweite Story wie ein fiktiver Vergnügungsroman. Wer weiß allerdings, wie weit der Einfluß der deutschen Kolonialmacht damals reichte? Möglicherweise hatten lokale Institutionen der “Gegenseite“ tatsächlich einige Möglichkeiten. Das Denkmal steht jedenfalls auch heute noch überraschenderweise an Ort und Stelle.

Soweit mein Nachtrag zu Kilwa
Euer Dietmar

PS: Hat denn sonst niemand Reiseberichte zu bieten? Ich bin schon ein bisschen enttäuscht. Münzsammler gelten doch allgemein als reiselustig. Oder muß ich Euch erst noch einen weiteren Bericht aus Afrika androhen?


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Kilwa Kivenje Denkmal.jpg
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BeitragVerfasst: 16. Sep 2009, 22:54 
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Moin! Dann will ich auch mal eine Kilwamünze zeigen! Sie ist von Da'ud bin Sulayman. Afrasi


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Tanzania Kilwa Da'ud bin Sulayman A sm.jpg
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BeitragVerfasst: 13. Jun 2010, 17:55 
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Doktor

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Münz-Goofy hat geschrieben:
Liebe Leute,


PS: Hat denn sonst niemand Reiseberichte zu bieten? Ich bin schon ein bisschen enttäuscht. Münzsammler gelten doch allgemein als reiselustig. Oder muß ich Euch erst noch einen weiteren Bericht aus Afrika androhen?


Hallo Dietmar,

noch nicht !!!, ich beabsichtige mit meinem Sohn im Oktober über Dar-es-Salaam, Zanzibar der Mittellandbahn nach Kigoma und dann weiter auf der Liemba nach Mahale zu reisen. Gerne gebe ich dann einen Bericht ab.

Hast Du ein paar Tips für Unterkünfte in Stone Town und Dar ?

Gruß

papazwo


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BeitragVerfasst: 14. Jun 2010, 17:31 
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papazwo hat geschrieben:
...ich beabsichtige mit meinem Sohn im Oktober über Dar-es-Salaam, Zanzibar der Mittellandbahn nach Kigoma und dann weiter auf der Liemba nach Mahale zu reisen. Gerne gebe ich dann einen Bericht ab...

Darauf freue ich mich schon sehr. Über Zanzibar hatte ich ja auch schon mal was geschrieben und ein Bericht zur Mittellandbahn liegt als grober Textentwurf schon vor. Wird aber etwas dauern, denn die Zeit ist momantan sehr eingeschränkt und noch kein einziges Dia ist eingescannt. Außerdem liegt die Reise schon 8 Jahre zurück. Ich bin sehr gespannt darauf, wie es heute auf der Mittellandbahn und auf Zanzibar aussieht.

Im August/September werde ich wieder für drei Wochen in Tanzania sein und plane dabei, Pemba und Lindi heimzusuchen. Vermutlich springen dabei auch ein paar Worte und Bilder heraus.
papazwo hat geschrieben:
...Hast Du ein paar Tips für Unterkünfte in Stone Town und Dar ?

Dazu schreibe ich Dir ein paar Zeilen per PN.

Lg
Dietmar

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