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 Betreff des Beitrags: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 30. Nov 2011, 18:16 
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Doktor

Registriert: 13. Jun 2010, 12:26
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Hallo,

nun ist es schon reichlich ein Jahr her das ich mit meinem Sohn am Tanganikasee war. Nun schulde ich noch den angekündigten Reisebericht. Es war eine spannende Reise mit vielen Höhepunkten und schönen Erfahrungen Ich möchte mich hier auf den auf den Teil der Reise beschränken der den Zweck hatte die MV Liemba vormals Graf Götzen zu besuchen. Zuvor eine kleine Einführung die die Geschichte des Schiffes kurz umreißt:

Teil 1:

1912 erhielt die Mayerwerft in Papenburg, heute bekannt für Ihre Kreuzfahrtschiffe, den Auftrag ein Dampfschiff zum Einsatz auf dem Tanganikasee zu bauen. Der 700 km Lange See bildete seinerzeit die Westgrenze der Kolonie Deutsch Ostafrika und war Verkehrsmäßig weitgehend unerschlossen.
Da der Tanganikasee nicht über Flüsse erreicht werden kann, stellten sich für die Planer der Graf Götzen einige Probleme. Das 67 Meter lange und 800 to schwere Schiff musste vor Ort auf dem See gebaut werden. Da dies, aufgrund der fehlenden Infrastruktur, nicht möglich war beschloss man den Dampfer in Papenburg vor zu montieren und einen Probelauf durchzuführen. Nach der Abnahme durch das Reichskolonialministerium wurde das Schiff wieder Zerlegt, alle Nietverbindungen waren bei der Erstmontage durch Schrauben ersetz worden. In 5000 Kisten verpackt und auf einem Postdampfer der Deutschen Ostafrikalinie wurde das neue Schiff nach Daressalam gebracht. Hier wurden die Kisten über die noch nicht gänzlich fertiggestellte Mittellandbahn über Dodoma und Tabora Richtung Kigoma versendet. Das letzte Stück wurden die Kisten auf dem Kopf hunderter Träger an den See gebracht. Mit nur drei Mitarbeitern der Mayerwerft begannen hier die Arbeiten das Schiff wieder zu montieren. Zunächst musste eine provisorische Werft errichtet werden, anschließend wurde mit den Montagearbeiten begonnen. Mit 270 einheimischen Hilfskräften gelang den drei Papenburgen das technisch und logistisch fast unmögliche. Am 5. Februar 1915 konnte die Graf Götzen vom Stapel laufen und Ihre erste Probefahrt absolvieren. Nur um gleich wieder ausser Dienst gestellt zu werden und der Deutschen Schutztruppe in Kigoma überstellt zu werden. Der inzwischen ausgebrochene I.Weltkrieg hatte auch diesen entlegenen Winkel der Erde erreicht. Am 9.Juni 1915 wurde die Graf Götzen mit Geschützen des inzwischen kampfunfähigen kleinen Kreuzers SMS Königsberg, armiert. Aus heutiger Sicht scheint es unglaublich dass das tonnenschwere 10,5 cm Geschütz der im sumpfigen Rufijidelta gesunkenen Königsberg mit primitivsten Mitteln geborgen werden konnte und über 2000 km an den Tankanikasse gebracht werden konnte. Mit einer weiteren 8,8cm Schnellfeuerkanone und zwei kleinen 3,7cm Geschützen ausgerüstet wurde die Graf Götzen nun als Hilfskreuzer SMS Graf Götzen in Dienst gestellt. Bis Mai 1916 beherrschte die Graf Götzen als weitaus größtes Schiff den See und ermöglichte wichtige Truppen und Materialtransporte. Im Mai wurden die Geschütze der Graf Götzen wieder demontiert, da sie gegen die herandrängenden Engländer und Belgier an anderer Stelle dringender benötigt wurden. Um Spione zu täuschen, wurden Geschützattrappen montiert. Als am 26.Juli 1916 Kigoma endgültig geräumt werden musste, wurden die drei Papenburger beauftragt das Schiff mit Fett zu konservieren und im trüben Seebereichs eines Bachzulaufes zu versenken. Man beabsichtigte nach Beendigung des Krieges das Schiff wieder zu heben und instand zu setzen.

Teil zwei folgt...

Gruß papazwo

http://www.kolonialgeld.de


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SMS Graf Götzen mit Geschützen 1916.jpg
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Montage der Graf Götzen in Kigoma.jpg
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Erstmontage der Graf Götzen in Papenburg.jpg
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 Betreff des Beitrags: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 30. Nov 2011, 18:51 
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Doktor

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Am 18.10.2010 erreichte unsere kleine aus 6 Personen bestehende Gruppe mit einer lokalen Propellermaschine Kigoma. Ziel war die Reise auf der Liemba zum Mahale Nationapark 200km Südlich von Kigoma. Auf der Fahrt vom Flugfeld zu unsere Unterkunft wurden wir in Kigoma vom maßlos überdimensionierten deutschen Bahnhof empfangen. Auf dem Weg zu unsere etwas ausserhalb von Kigoma gelegenen Unterkunft konnte wir noch einige Zeugnisse deutscher Kolonialarchitektur entdecken, so kamen wir zum Beispiel am Kaiserhaus (sollte dem Kaiser bei seinem geplanten aber durch den Weltkrieg verhinderten Besuch als Unterkunft dienen) sowie dem immer noch als solchem genutzten ehemaligen deutschen Gefängnis vorbei. Das letzte Stück führte durch ein aus Lehmziegeln erbautes Dorf an das Ufer des Tanganikasees. Hier bezogen wir auf der Privatlodge eines in Mombasa ansässigen Landmaschinenhändlers Quartier. Ein einsamer nur von Affen bevölkerter Strand wie aus dem Bilderbuch und ein unvergleichbarer Blick über den See waren die Belohnung für die bisher erbrachten Anstrengungen. Am Folgetag gingen wir zu Fuß nach Kigoma um uns um die Weiterreise zu kümmern. Auf dem Weg durch das Dorf waren wir sofort von dutzenden Kinder umringt die uns noch eine ganze Weile folgten. Als einzige Weiße im weiten Umkreis waren wir offensichtlich ein Attraktion. Auf unserm Weg in den Hafen Kigoma kamen wir wieder an Gebäuden der Deutschen Kolonialzeit vorbei. Im Hafenbereich kreuzen wir die Gleisanlagen der alten Mittellandbahn. Schließlich erreichten wir den Pier der Liemba. Der unmittelbare Bereich um das Schiff ist mit einem Zaun aus alten deutschen Stahlschwellen eingegrenzt.


Noch heute sind die Namen der Hersteller auf den Schwellen zu lesen: Krupp 1912, Hoesch 1909, Henschel 1910. Links neben dem Pier liegt die Werftanlage die noch an der selben Stelle ist wie zur deutschen Zeit. Mein Versuch den Geburtsort der Liemba zu fotografieren wurde durch einen aufgeregten Wachposten mit dem Hinweis „no photo, no photo“vereitelt. Meine bitte um eine Erlaubnis wurde abgelehnt und ich an den “Chief of the Harbor“ verwiesen. Also meldete ich mich in einer Baracke eben bei jenem Chief an. Ein Wachposten ließ mich ein paar Minuten warten, schließlich wurde ich vorgelassen. Das kleine Büro war auf gefühlte 15-16 Grad runter gekühlt, draußen waren es 32 Grad!
Ich erklärte dem Chief das ich extra aus Deutschland gekommen war um das Schiff und „seine“ Werftanlage zu besichtigen. Er hatte dann auch nichts mehr gegen ein paar Fotos. Ich verabschiedete mich, nicht ohne ein Lob für seinen sauberen Hafen auszusprechen. Draußen machte ich dann unter den Augen des Wachpersonals ein paar Bilder der Anlage.


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 Betreff des Beitrags: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 30. Nov 2011, 19:01 
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Doktor

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Teil 3

Der Ticketverkauf für unsere Liembafahrt gestaltete sich schwieriger. Obwohl wir die einzigen Fahrgäste waren dauerte die Aktion sicherlich eine Stunde. Da der ausgehangene Fahrplan nur eine Empfehlung ist und meist nicht den realen Zeiten entspricht traten für uns auch schon die ersten Probleme auf. Eine von uns geplante Rückfahrt mit der Liemba war nicht möglich, da dass Schiff unplanmäßig einen Zwischenstop im Kongo einlegte. Hier mussten wir also eine andere Rückreisegelegenheit finden. Letztlich haben wir dann Karten 1ster Klasse gebucht. Abfahrt Mittwoch 16:00 Uhr. Nachdem der hoheitliche Akt des Ticketkaufs nach Vorlage unserer Pässe sowie zahlreichen Stempeln erledigt war, suchten wir uns eine Gelegenheit etwas zu essen. Da Kigoma in keiner weise auf Tourismus eingerichtet ist gestaltete sich diese Unterfangen schwierig, letztlich konnten wir in der Nähe des Bahnhofs etwas finden. Nun galt es noch unsere Rückfahrt zu organisieren. Man hatte uns gesagt die Parkverwaltung hatte ein Speedboot welches man mieten könnte. Problem war das wir auch nach mehrmaligem Nachfragen keine klare Auskunft bekommen konnte wo diese Parkverwaltung ansässig war. Nachdem wir mehrfach in verschieden Richtungen geschickt wurden, fanden wir Die Verwaltung am Hang hoch oben über Kigoma. Nach langen Verhandlungen wurde uns mitgeteilt das wir ein Boot haben könnten, dieses aber 2000 US$ kosten würde, die Fahrzeit sollte 5-6 Stunden dauern! Das war ein Schock und in der Reisekassen so nicht vorgesehen. Das hieß nun wir mussten nach anderen Möglichkeiten suchen. Wir verabschiedeten uns
und traten den Rückweg an. Um den doch recht weiten Weg zurück etwas abzukürzen nahmen wir ein Dalladalla . Es handelt sich dabei um lokale Kleinbusse die den Verkehr in die umliegenden Ortschaften bereitstellen. Am Bahnhof finden sich immer solche auf Fahrgäste wartenden Dalladallas.
Die Besatzung besteht üblicherweise aus drei Personen, einem Fahrer, eine Beifahrer (die Funktion des Beifahrers konnte ich nicht ergründen) und einem Schaffner. Hat man das Dalladalla mit seinem Fahrziel gefunden setzt man sich rein und wartet. Abfahrt ist üblicherweise wenn der Bus voll ist und das ist wörtlich zu nehmen. Unter 18 bis 20 Personen in einem bei uns für 9 Personen zugelassen Fahrzeug findet keine Fahrt statt. Unterwegs gilt die Devise „weise nie einen Fahrgast ab, einer geht noch rein“ Bei Fahrten mit dem Dalladalla darf man weder Angst vor Körperkontakt noch Platzangst haben. Möchte man aussteigen, gibt man dem in der geöffneten Tür stehenden Schaffner ein Zeichen, dieser klopft auf das Dach und der Fahrer hält an. Mann entrichtet seinen Fahrpreis, in unserem Fall etwa 15 Cent/ Person und kann aussteigen.


Teil 4 folgt...


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 Betreff des Beitrags: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 30. Nov 2011, 19:18 
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Doktor

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Teil 4

In unsere Unterkunft angekommen, fragten wir den farbigen Verwalter ob er eine Lösung für unser Transportproblem wüsste, er versprach sich darum zu kümmern und uns Bescheid zu geben. Schließlich kam er auch und teilte uns mit, dass am Abend jemand vorbeikommen würde der ein geeigneten Boot hätte. Bei einer Flasche warmem Bier fanden dann die Verhandlungen statt. Letztlich einigte man sich auf 700 US$. Zwar immer noch ein fürstlicher Lohn für dortige Verhältnisse aber in unserer Lage vertretbar. Wir zahlten 200 US$ an und hofften das Boot am Samstag samt Führer am vereinbarten Treffpunkt zu finden. Nun galt es sich auf die Reise mit der Liemba vorzubereiten. Am Abreisetag ließen wir uns von zwei Fahrern samt Gepäck zum Hafen bringen. Vor dem Tor warteten schon jede Menge Fahrgäste. Als Passagiere der ersten Klasse durften wir das Schiff schon vorab betreten. Alle weiteren Passagiere hatten noch keinen Zutritt. Ich nutzte die Gelegenheit das noch leere Schiff von oben bis unten und von Innen und Außen zu besichtigen. Der erste äußere Eindruck über
den „Gebrauchten“ Zustand des Schiffes setzte sich im innern fort. Von der fehlenden Feuerlöschanlage bis zu Fußballgroßen Löchern in der Decksbeplanckung waren alle Art von Mängel zu finden. Gegen 15:00 Uhr wurde das Gate geöffnet und die Passagiere strömten auf das Schiff. In anbetracht den Menschenmengen die auf Zugang zum Schiff warteten, betrachteten wir den geplanten Abfahrtstermin von 16:00 Uhr als nicht haltbar. Und in der Tat wurden Unmengen Ananas, Matratzen, Kleidung, Hühner, Möbel, Zement und alle Art von Waren über eine angelegte Planke eingeladen. Interessanterweise wurde alles auf Deck verstaut, der Laderaum blieb leer. Wir suchten inzwischen unser Kabine auf. Wir hatten mit Glück die Kabine Nummer 1 in Fahrtrichtung die linke vordere Eckkabine erwicht. Diese Kabine gehört noch zum Originalaufbau der Graf Götzen, die Inneneinrichtung wurde natürlich inzwischen erneuert. Die winzige Kabine zeichnete sich unter anderem durch ein Waschbecken mit fließend Wasser aus und das ist wörtlich zu nehmen, der Wasserhahn ließ sich nicht abstellen, so dass man ständig einen gewissen Harndrang verspürte. Die im Etagenbett verbauten Kunststoffmatratzen erinnerten an Arztliegen und führten beim vorherschenden tropischen Klima dazu, dass man mit unbekleideten Körperteilen kleben blieb.
Nach fast drei Stunden Beladezeit riß der Zustrom an Passagieren und Fracht nicht nachhaltig ab. Der Kapitän gab nun durch Betätigung des Signalhorns bekannt, dass der Abfahrtszeitpunkt näher rückte. Nach wenigen Minuten folgte ein zweites Signal, dass, wie auch das erste jedoch völlig ignoriert wurde.
Erst nachdem der Kapitän drohend die Motordrehzahl hochfahren ließ kam Bewegung in die Menschenmenge und hektisch wurden die letzten Waren an Bord gebracht. Obwohl die Landungsplanke mittlerweile eingeholt war sprangen immer noch letzte Passagiere an Bord.
Erst als das ablegende Schiff einen guten Meter zwischen sich und den Ponton gebracht hatte mussten auch die letzten einsehen das Sie nun eine Woche auf die Rückkehr der Liemba warten werden müssen. Der nun einsetzende Fahrtwind vertrieb die Schwüle ein wenig und machte den Aufenthalt auf dem „Promenadendeck“ angenehm. Wir fuhren an den Werftanlagen, dem zweiten Geburtsort der Graf Götzen/MV Liemba, vorbei , um die Landzunge auf der die drei Deutschen Mitarbeiter der Meyerwerft Ihre Wohnhütten hatten, in Richtung Süden auf den Tanganika hinaus. Nach etwa einer Stunde machten wir den ersten Halt. Ca. 1 km vom Seeufer entfernt stoppte das Schiff und gab mehrfach Signal. Wenige Minuten später lösten sich eine Anzahl von Einbäumen und kleineren Ruderbooten vom Ufer und kamen auf die Liemba zu. Nachdem sie das Schiff erreichten, setzt ein wildes Handeln und verladen ein.

Teil 5 folgt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 3. Dez 2011, 19:34 
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Doktor

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Teil 5...

Das Schiff war von Fischerbooten umgeben, an allen Stellen wurden Waren in beiden Richtungen über die Bordwände verladen, Personen wechselten von Boot aufs Schiff und umgekehrt. Manche boten gebratenen Hühnchen an, andere verluden große Säcke mit getrockneten Süßwassersardinen. Das unglaubliche Schauspiel zog sich etwa eine halbe Stunde hin. Ein erstes Signal des Kapitäns zur Weiterfahrt wurde gefliessentlich ignoriert, ebenso wie das zweite. Erst beim dritten Signal, verbunden mit der Erhöhung der Motordrehzahl sorgte dafür, dass die letzen „Gäste“ von Bord sprangen und zu Ihren Booten schwammen.
Dieses Schauspiel wiederholte sich nun im Rhythmus von 2 Stunden. Gegen 2 Uhr Nachts errichten wir unsere Station Mahale. Zum Ausbooten mussten wir mit unserem Gepäck in die dritte Klasse unter Deck, hier befanden sich die Ausgänge in den Bordwänden. Schon an der Treppe erwartete uns ein unglaubliches Gedränge. Es dauerte ein wenig bis wir uns bis auf 3 Meter an die Tür herangeschoben hatten. Ein Blick in den Passagierraum ließ ein Gefühl dafür aufkommen wie sich Sardinen in der Dose fühlen müssten. Noch war nicht klar mit welchem Boot wir übergesetzt werden sollten. Als ich nach einem Boot zum Mahale fragte meldeten sich sofort mehrere Bootsbesitzer, einer entriß mir gleich den Rucksack und versuchte sich durch den Gang zu seinem Boot durchzuschlagen. Als ich den Holzeinbaum sah, war mir klar das konnte nicht das richtige Boot sein. Ich nutze den Streit des Bootsführers mit einem Kollegen, der ebenfalls den Transportauftrag haben wollte und nahm den Rucksack wieder an mich. Ein anwesender Ranger des Parks erkannte wohl unsere Reiseabsicht und teilte uns mit dass das Boot der Parkverwaltung noch nicht da sei und wir noch warten sollten.


Teil 6 folgt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 3. Dez 2011, 19:42 
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Doktor

Registriert: 13. Jun 2010, 12:26
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Kurze Zeit später hörte man ein Motorboot, das einzige im weiten Umkreis, auf uns zukommen. Es legte in dritter Reihe an die Liemba an. Annette und Constantin kletterten aus der Tür die 1,5 Meter zur Wasserlinie runter über zwei Boote zu unserem Boot und das ganze bei Wellengang. Der Bootsführer erkannte wohl die Probleme beim Aussteigen und legte ab um einen günstigeren Übernahmeplatz zu finden. Die Situation spitze sich zu, da Constantin nun der Meinung war das Boot würde ohne den Rest der Gruppe abfahren. Es zeigte sich jedoch das der Ranger unter wilder Gestik und, so vermute ich, Beschimpfungen, die andern Boote vertrieb um direkt an die Liemba anlegen zu können. Nachdem das gelang konnten auch wir drei verbleibenden Personen ebenfalls umsteigen. Nachdem alle Ihren Platz eingenommen hatten, legten wir ab und verließen die Liemba in die pechschwarze Nacht. Das etwa 5 Meter lange und 80cm Breite Boot war gut Motorisiert und mit hoher Geschwindigkeit ging es über die Wellen, nach wenigen Minuten waren wir alle durchnässt. Einen Trost gab es, dass Wasser war lauwarm. Nach wenigen Minuten konnten wir am Horizont nur noch die Positionslichter der Liemba erkennen. Nun begann das Abenteuer Mahala-Nationalpark Tansania, davon später mehr...

Ende des ersten Reiseteils

Gruß

papazwo


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Umstieg von der Liemba ins Kanu.jpg
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Wir verlassen die Liemba in die Dunkelheit .jpg
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 Betreff des Beitrags: Re: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 11. Dez 2011, 07:16 
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k&k Hoflieferant, Professor
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Moin Jörg,

absolut spannend :whow: bitte weiterschreiben !!!

Lieber Gruß

Marc


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 Betreff des Beitrags: Re: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 11. Dez 2011, 11:17 
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Wohnort: in den kranichüberfluteten Weiten der Diepholzer Moorniederung
Moin!

Ich schließe mich meinem Vorredner vorbehaltlos an. :book:

Tschüß, Afrasi

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 11. Dez 2011, 11:49 
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Mitglied der geheimen Hofkammer
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Wohnort: Hall
Interessanter Reisebericht!
Danke - weiter so!

_________________
freundlichst
payler
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„Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“
Konrad Adenauer


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 Betreff des Beitrags: Re: Tansania 2010
BeitragVerfasst: 11. Dez 2011, 19:31 
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Wohnort: Bergisch Gladbach
payler hat geschrieben:
Interessanter Reisebericht! Danke - ...
Da bin ich der gleichen Meinung wie payler und den Vorrednern.
payler hat geschrieben:
... -weiter so!
papazwo hat mir per PN zugesichert, nach einer kurzem Atempause den faszinierenden Bericht fortzusetzen. Bitte etwas Geduld. Ich bin mindestens ebenso gespannt wie payler, marcisharki, Afrasi & Co. Laßt uns einfach etwas abwarten. Aus eigener Erfahrung weiß ich selbst, wie aufwändig es ist, einen guten Reisebericht in mehreren Fortsetzungsfolgen hinzukriegen.
Liebe Grüße
MG

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Heute liegt in aller Ewigkeit vor morgen. Bringe den heutigen Tag zu Ende, dann kümmere Dich um den nächsten (afrikanisches Sprichwort) Bild


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