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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 27. Nov 2010, 19:41 
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Mehr! Lechz!


... und tschüß bis morgen in H, Afrasi

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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 28. Nov 2010, 11:19 
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Schönen guten Morgen ;)

Also dieser Bericht ist echt Extraklasse :appaus:

Ich bin schon in Gedanken in Afghanistan ;)

Liebe Grüße
Gerhard

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-oderint dum metuant -


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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 28. Nov 2010, 18:44 
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Klasse Bericht - bitte mehr...

René

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wer sein Geld mit Konsum verschwendet, weis die wahren Freuden eines Numismatikers nicht zu schätzen...

ps: nicht ganz meine Galerie aber...


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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 29. Nov 2010, 17:46 
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k&k Hoflieferant, Professor

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sulcipius hat geschrieben:
Ich bin schon in Gedanken in Afghanistan ;)Gerhard


Dann folge meiner Reise.

Liebe Reisefreunde.

Nachfolgend ein kleiner Bericht über den Abschnitt Afghanistan.
Wir kommen dem Ziel näher.


6. Die Reise

Afghanistan

Am afghanischen Grenzposten kamen wir nicht so schnell vorbei. Die Prozedur dauerte Stunden. Nach dem Vorfall der vergangenen Nacht nahmen wir das gelassen hin.
Auf der afghanischen Seite versuchten fünf Tramper weiter zu kommen. Wir nahmen sie bis Kandahar mit. Hier kauften wir ein, tauschten Geld und fuhren weiter nach Ghasni. Wir hatten versucht, ein paar Eier und Brot zu bekommen. Frisches Gemüse oder Fleisch konnten wir nicht essen, hätte uns sicherlich innerlich zerrissen. Wir übernachteten im Ort.
Die Landschaft auf diesem Stück der Strecke war vergleichbar mit den Landschaftszügen der letzten Tage in Pakistan. Wir sahen wieder ein paar Jurten, (Zelte aus Lederfellen) in der Ferne, die auch schon in Iran gelegentlich auftauchten.

Am nächsten Tag kamen wir vormittags in Kabul an. Das war eine schöne und sehr interessante Stadt. Kleine Geschäfte überall, die Menschen freundlich und hilfsbereit. Wir konnten an einem Hotel im Garten Quartier beziehen. Dort trafen wir ein älteres Deutsches Ehepaar mit ihrem Wohnmobil. Sie waren bereits einige Zeit dort und fanden noch nicht den richtigen Weg zurück in die Heimat, waren sehr verunsichert durch die Ereignisse der letzten Wochen. Wir bekamen viele Informationen, teilweise waren sie für uns neu, teilweise konnten wir von Ereignissen berichten, die ihnen nicht bekannt waren, unterließen es aber tunlichst, unsere speziellen Erlebnisse zu erzählen.

Die Stadt Kabul hatte irgendwie etwas. Ich konnte es nicht greifen, faszinierte mich aber. Die Stadt schmiegte sich schutzsuchend an einen Berg. Oben auf der Kuppe leuchteten nachts riesige Scheinwerfer auf die Stadt und in den Himmel. Das Militär hatte die Bergspitze besetzt und konnte so den Flughafen gut sichern.

Wir hatten jetzt endlich Zeit mal wieder Wäsche zu waschen. Anschließend gingen wir in den Basar.

Es haute uns um! Solche Menschenmassen hatte ich bisher nur bei den Demonstrierenden in Iran gesehen. Dichtgedrängt Menschen an Menschen, umfallen war fast nicht möglich, wie Hühner in Bodenhaltung und wir mittendrin. Völlig verschachtelt die Gänge, aber wahnsinnig interessant. Leute mit Platzangst würden therapiert zurück kommen... Je weiter wir vordrangen, desto weiter öffnete sich das Geschehen. Es war alles zu bekommen, von der Kleidung, über Schmuck, Werkzeug, Küchenartikel, Lebensmittel und eben auch Bestellartikel. Von Waffen aller Art, zwar ungeladen, die getestet werden konnten bis hin zu größerem Kriegsgerät. Panzerfaust und kleinere Geschütze standen zur Ansicht aufgebaut bereit. Es wäre möglich gewesen, sogar Panzer zu bestellen. Ständen angeblich am nächsten Tag zur Verfügung, sozusagen „over night express“ sagte ein Händler, russisches Fabrikat. Abholung außerhalb der Stadt, Probefahrten könnten da auch gemacht werden. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, verhielten uns aber besonders cool und abgeklärt.
Rauschgift in allen Fassetten gab es selbstverständlich an mehreren Ecken. Wir sagten immer, wenn die Händler uns „Stoff“ aufdrängen wollten, thanks, we have enough. Half aber auch nicht so richtig, um sie fern zu halten. Gold und Silber wurde gehandelt, Fleisch und Schrott, einfach alles was vorstellbar war. Ich hatte damals noch nicht an Münzen gedacht, aber es gab sie garantiert. Schuhe wurden aus alten Autoreifen gefertigt und Reparaturen aller Art waren möglich. :whow:

Natürlich tauschten wir Geld. Die Kurse waren besser als bei der Bank. Für Reiseschecks bekamen wir einen noch besseren Kurs und brauchten sie nicht mal zu unterschreiben. Das interessierte hier keinen Händler. Wir konnten uns aussuchen, welche Währung wir wollten; Dollar, Deutsche Mark oder heimische Währung. Sie hatten große Bündel mit Geldscheinen in den Taschen, sehr große Bündel, mit einem einfachen Gummiring zusammen gehalten. Monopoly war ein Witz dagegen. :shock:

Mein Mitfahrer feilschte mit einem Händler um einen Samowar. Sie wurden sich nach vielen Tassen Tee und Geschichten rund um alle kranken Familienmitglieder irgendwann einig. Wir verließen den Basar und kehrten noch bei einem kleinen Kunsthändler in einem Eckgeschäft ein. Die gleiche Zeremonie erfolgte hier auch. Ich erwarb ein paar Reisbilder und Thangkas, Bilder auf Leinenwand, teilweise mit Goldfarbe gemalt. Ich bekam eine Einführung zum Erkennen der Echtheit der Goldfarben und hatte bald das Gefühl, ein Fachmann zu sein. Ich hätte mein Wissen nie angewendet, um mir eventuelle Peinlichkeiten zu ersparen. :mrgreen: Die Darstellungen waren durchweg religiöse Motive.

Es war ein erlebnisreicher Tag, voller Eindrücke, bei denen wir die latent vorhandenen Probleme und Ängste, vergessen konnten. Anschließen besuchten wir noch das Museum, ich habe aber vergessen, was es dort zu sehen gab, hatte mich offenbar nicht sonderlich beeindruckt, es muss aber so eine art Heimatmuseum gewesen sein.

Wir hatten auf dem Basar einen guten Wechselkurs bekommen und glaubten auch bei unseren Einkäufen einen guten Schnitt gemacht zu haben. Dann trafen wir einen Deutschen mit seinem Kumpel. Er fuhr einen kleinen Kühllaster auf Bestellung nach Kathmandu und kannte die Strecke schon. Er hatte nicht sehr viel dabei, nur das Nötigste. Die Fahrt machte er nicht das ersten Mal. Er rechnete uns auf seinem Taschenrechner vor, was wir beim Geldtausch hätten mehr erzielen müssen. Wir trafen ihn später am Grenzübergang nach Pakistan wieder. Dazu später mehr.
Wir hatten zwar nicht das Geschäft unseres Lebens gemacht, aber was lag näher, wir gingen essen.
Was wir aßen, hatte ich nicht dokumentiert, aber was wir getrunken hatten, das steht im Tagebuch. Ein Bier, ein Deutsches Bier, ein Bremer Bier, ja, ein Beck´s Bier. Ich glaubte es zuerst nicht. Wir leisteten uns ein Bier. Die Büchse (0,33l) kostete schlappe 4,50 DM, damit war der Gewinn vom Basar aufgezehrt. Nach dem Bier gingen wir, zumindest ich, leicht angesäuselt zurück und gleich ins Bett. Ich hatte wunderbar geschlafen. :mrgreen:

Am nächsten Tag verließen wir dann Kabul. Die Stadt gefiel mir sehr, ich hätte gerne noch eine paar Tage hier verbracht. Aber wir wussten nicht, was noch auf uns zukommen würde und wie viel Zeit wir dafür benötigten würden. Wir kehrten Kabul den Rücken und fuhren weiter nach Osten. Die Landschaft stellte sich ganz anders dar, als wir es in den vergangenen Tagen erlebt hatten. Es war alles grün, saftiges Grün und hohe Berge zu beiden Seiten. Das fruchtbare Kabultal war wunderschön anzusehen. Wir kamen dem Khyberpass näher und durchfuhren eine ausgesprochen schöne Schlucht. Der berühmte Khyberpass zeigte sich dagegen später als sehr blass. Wir bekamen Unmengen an Rauschgift angeboten. In allen Formen und Mengen. Das Zeug wurde hier völlig offen gehandelt, wie auf einem Gemüsemarkt. Wir wurden stark bedrängt, blieben aber standhaft. Im Grenzort Torkham hatten wir noch getankt. Später erfuhren wir, der Ort galt als der gefährlichste Ort im weiten Umkreis. Man sollte ihn schnell verlassen. Gut, dass wir es erst hinterher erfuhren, denn wir sahen uns dort ein wenig um.
Auf dem Pass standen sehr viele Panzer, kyrillisch beschriftet. Die Russen waren also schon lange im Land, das wurde aber offiziell abgestritten.

Der Grenzübertritt nach Pakistan erfolgte ohne große Probleme.

Dateianhang:
13_Baecker.jpg
13_Baecker.jpg [ 14.11 KiB | 3098-mal betrachtet ]


Dateianhang:
14_Strassengebueren.jpg
14_Strassengebueren.jpg [ 47.99 KiB | 3098-mal betrachtet ]


Die Strassengebühren, die immer anfielen, bekamen wir natürlich quittiert. Auf dem Foto (links unten blau) sollte jeder erkennen können, welche Grundlage der Sstempelschneider für die Stempel nahm. Wir liefen mal als PKW oder auch als Reisebuss.

Viel Spaß bei der Reise durch Afghanistan.

Ginkgo

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"Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen." Konfuzius


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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 30. Nov 2010, 10:18 
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Magister

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Wieder ein interessanter Teil! Was wohl aus dem damals interessanten Kabul inkl. Bazar geworden ist, wie wirds dort heute wohl ausschauen, nachdem Taliban und Amis "für Ordnung gesorgt" haben?!

Wie habt ihr euch eigentlich mit den verschiedensten Menschen unterhalten? Seid ihr bewandert in den Sprachen? Denn englisch oder gar deutsch werden die Leute dort wohl kaum sprechen bzw. gesprochen haben?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 30. Nov 2010, 10:31 
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Lieber Ginkgo!

Einfach nur Klasse - Danke! :appaus:

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Das Leben ist viel zu kurz um schlechten Wein zu trinken.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 30. Nov 2010, 21:06 
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k&k Hoflieferant, Professor

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steiermark hat geschrieben:
... Wie habt ihr euch eigentlich mit den verschiedensten Menschen unterhalten? Seid ihr bewandert in den Sprachen? Denn englisch oder gar deutsch werden die Leute dort wohl kaum sprechen bzw. gesprochen haben?!

Lieber steiermark.
Wir waren ganz gut vorbereitet, hatten drei Sprachen drauf:
Deutsch, recht gut, englisch recht stotterich und dann hatten wir noch zwei gesunde Hände. :mrgreen:
Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien und Nepal waren gut mit englisch zu bereisen. Afghanistan und Pakistan waren ja immerhin mal englische "Kolonien" und eine der Amtsprachen.

@ payler, pingu, sulcipius, Afrasi, Münz-Goofy, Klosterschüler und ihr Anderen. Reihenfolge beliebig!
Ihr bestärkt mich. In erster Linie schreibe ich das natürlich für mich auf. Dennoch spornt es mich an, wenn Rückfragen oder Interesse an dem Bericht zu erkennen ist.

@Hallo payler,
danke, das stärkt mich mit den Bericht fort zu fahren.
Was aus Kabul geworden ist, würde mich auch interessieren. Wahrscheinlich erkennen wir es nicht wieder. Da bleibe ich lieber bei meinen Erinnerungen, die kann mir keiner nehmen.

Ginkgo

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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 1. Dez 2010, 12:09 
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Kandidat

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Beiträge: 27
Lieber Gingko,

jetzt oute ich mich auch mal als begeisterter Mitleser! Wirklich ein sehr spannender Bericht und ein turbulentes Jahr 1979, das Ihr Euch da ausgesucht habt. Ein Freund von mir, ebenfalls aus Bremen ;-), kam 1983 auf die Idee, nach Goa und später Nepal zu fahren. Mit dem Fahrrad... Als sie in Istanbul ankamen, fiel ihnen zum ersten Mal auf, dass die politische Lage die Reise über den Iran (intere Auseinanderstzungen zw. den verschiedenen revolutionären Kräften; Krieg zw. Iran und Irak) unmöglich machte. Jetzt erwies sich das Fahrrad als Vorteil, das sie kurzerhand huckepack nahmen und von Istanbul nach Karachi flogen.
Eine kleine Nachfrage: Warum seid Ihr von Paksitan eigentlich über Afghanistan gefahren und nicht direkt nach Indien?

Ich freue mich schon auf weitere Reiseberichtsfolgen
Frieder


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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 1. Dez 2010, 13:11 
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k&k Hoflieferant, Professor

Registriert: 19. Mai 2009, 17:10
Beiträge: 662
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Frieder hat geschrieben:
... Warum seid Ihr von Paksitan eigentlich über Afghanistan gefahren und nicht direkt nach Indien? ...

Lieber Frieder.

Durch die starken Regenfälle und das damit einhergehende Hochwasser, ließ uns diese Naturgrenze keine überschreitung zu. Unser Ziel war natürlich direkt nach Indien zu fahren. Es war schlicht nicht möglich. Im 5. Abschnitt der Reise kannst Du das noch mal nachlesen. Dort siehst Du auch ein "Wasserfoto". Bei der darauffolgenden Durchfahrung des nächsten Wasserlaufs, steckten wir noch tiefer drin. Wir hätten abwarten können oder über Afghanistan im Norden nach Indien fahren können. Wir wollten nicht tatenlos abwarten.

Ginkgo

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 Betreff des Beitrags: Re: Reise nach Nepal 1979
BeitragVerfasst: 1. Dez 2010, 18:54 
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k&k Hoflieferant, Professor

Registriert: 19. Mai 2009, 17:10
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Wohnort: Bremen
Liebe Mitleser.

Es folgt nun ein kleiner Bericht über den Abschnitt Pakistan.
Nichts Bewegendes, gehört aber dazu.
Viel Spaß


7. Die Reise

Pakistan

Wir fuhren den Kyberpass hinunter.
Im nächsten Ort nach der Grenzstadt Torkan hielten wir wieder an, um den Basar zu besuchen, es sah irgendwie so einladen aus und lockte uns hinein. Ich will nicht übertreiben, aber der Basar war sagenhaft interessant, wie in Kabul, nur anders. Nicht nur, das sich die engen Wege in alle Richtungen verzweigten, es waren auch mehrere Etagen. Die Orientierung ging uns beinahe verloren. :?
Es war praktisch eine Stadt unter einer Stadt oder umgedreht, je nach Sichtweise. Wenn wir hier beklaut werden würden, wären wir hoffnungslos verloren. Wir wurden nicht bestohlen. Wir hatten nichts dabei, was stehlenswert war, nicht mal die Autoschlüssel....
Wir fanden den Ausgang wieder, waren von dem Durcheinander völlig begeistert und wollten weiter fahren. Nun war guter Rat teuer, wie kommen wir ins Auto? Als die Leute das mitbekamen, wurden verschiedene Vorschläge diskutiert und Angeboten: Scheibe einschlagen, mit der Brechstange die Tür aufhebeln oder die Schiebtür demolieren. :roll:
Die ersten kamen schon mit dicken Steinen. Wir entschieden uns, eine eigene Idee zu verfolgen, die wiederum mit Argusaugen verfolgt wurde: Der Bus hatte noch eine dreieckige Ausstellscheibe. Die Gelenkniete konnte ich mit einem geliehenen Schrauberzieher und einer Zange ausbrechen. Es entstand kein Schaden am Fenster oder dem Fensterrahmen. Damit hatten wir den „Schlüssel“ zum Auto wieder gefunden. :mrgreen:
Wir fuhren weiter.
Die Landschaft wurde im Tal grüner, fast schon ungewohnt, weil es so auffiel. Immer wieder wurden uns diese dunkel bis schwarzen Platten angeboten, etwa handtellergroß, reinste Ware, ungestreckt. Wir sagten immer, wir hätten schon genug. An dieser grünen Weite war weiter auffällig, das Farbe ins Sichtfeld geriet, rot bis lila waren die vorherrschenden Flächen, wunderschön.
Ich kannte das noch aus meiner Jugend, an den Kornfeldern standen diese Pflanzen auch, sind heute leider weitestgehend verschwunden, sie waren auch nicht so berauschend.

Wir überquerten den Indus und kamen in den Ort Attock und konnten wieder an einem Hotel übernachten.
Am nächsten Tag, die Nacht verlief recht friedlich, fuhren wir über Rawalpindi und Lahore Richtung indischer Grenze. Der Grenzübergang sollte bis 16.00 Uhr geöffnet sein. Wir kamen um 15.15 Uhr an, wunderbar, fahren gleich über die Grenze. Der erste Grenzer sagte, schnell, schnell und ruderte mit den Armen, der nächste Grenzbeamte sagte, um 15.30 Uhr wird geschlossen, der dritte eine Mischung daraus, klaute uns die Musikkassette aus dem Radio und eine lose liegende Kassette, einen Kugelschreiber und ein Feuerzeug aus dem Auto. :o
Nach nur zehn Minuten standen wir am indischen Zoll, zwei Autos und sechs Personen waren abgefertigt. Es lohnte sich also, kurz vor Feierabend zu kommen.
Wir kamen am indischen Zoll an.

Dieser Teil ist nicht so dramatisch wie die anderen Abschnitte verlaufen. Wir hatten eigentlich mit größeren Problemen gerechnet.

Ginkgo

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