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BeitragVerfasst: 9. Dez 2013, 17:40 
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Aspirant

Registriert: 7. Dez 2013, 13:17
Beiträge: 3
servus,

vielleicht kann mir jemand sagen was es mit der Medaille auf sich hat .
wann wurde sie geprägt ?
wieviel seterzen kriegt man heute für so ein teil ?

auf der rs sind drei lötstellen - ist wohl eine spange oder ähnliches angelötet gewesen ?

herzlichen dank
oraculum petere


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BeitragVerfasst: 9. Dez 2013, 20:31 
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Mitglied der geheimen Hofkammer
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Registriert: 25. Mai 2009, 15:22
Beiträge: 2756
Wohnort: Dresden
Friedrich III. war aufgrund seiner liberalen Einstellung sehr populär. Hätte er länger regiert, wäre es kaum zum Aufrüsten gegen England gekommen, auch der Erste Weltkrieg hätte vielleicht nie stattgefunden. Jedenfallsgab es auf seinen Tod viele ähnliche Kleinmedaillen, die auch getragen wurden, hier hatte jemand die Nadel extra anbringen lassen. Entsprechend abgemeiert ist das Stück auch. In dieser Erhaltung sehe ich keinen materiellen Wert mehr. Grüße, KarlAntonMartini


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BeitragVerfasst: 9. Dez 2013, 22:58 
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Doktor

Registriert: 20. Jun 2012, 11:36
Beiträge: 156
Wohnort: Huttaheiti/ Tiefstes Barbaricum
Die Popularität Friedrichs kann man auch daran ablesen, dass die teilweise noch zu seiner Lebenszeit geprägten Münzen zu 2 und 5 Mark ( weniger die 10er und 20er ) heute überwiegend in vz- st oder besser vorkommen. Die Stücke wurden aktiv gesammelt, man kann wohl sogar von einem regelrechten " Hype " sprechen. Folgende Notizen zu diesen Münzen hatte ich vor ein paar Jahren mal auf dem Website einer zeitgenössischen Publikation recheriert:

13.04.1888
Ein Stempel für die neuen Münzen mit der Büste des Kaisers Friedrich ist von dem Modelleur Weigand angefertigt und dem Kaiser vorgelegt worden. Da er die volle Billigung gefunden haben soll, so dürfte die Ausprägung der neuen Münzen schon in nächster Zeit ihren Anfang nehmen

17.04.1888
Die ersten Münzen mit dem Bildnisse des Kaisers Friedrich werden Kronenstücke, (10 Mk. in Gold) sein, welche in etwa vier Wochen zur Ausgabe gelangen werden. Für Münzensammler dürfte die Notiz von Interesse sein, daß gelegentlich des Ablebens von Kaiser Wilhelm besondere Gedenkmünzen nicht geprägt werden.

24.04.1888
Die Vorbereitungen wegen Herstellung des neuen Prägestempels mit dem Bilde Kaiser Friedrichs sind so weit gefördert, daß in der übernächsten Woche mit der Prägung von Münzen, zunächst Zwanzigmarkstücken, begonnen werden kann.

12.06.1888
Wo kommen denn die neuen 20=Markstücke hin? Der Münzdirektor Conrad in Berlin, der die Meldung, die neuen Goldmünzen mit dem Bildniß würden eines Schönheitsfehlers wegen wieder eingezogen, kurz und bündig für falsch erklärt, theilt nebenher gleichzeitig mit, daß bereits 20 Millionen der neuen Doppelkronen und eine noch größere Summe von einfachen Kronen mit dem Bildniß Kaiser Friedrichs in Cours gesetzt seien. Wir hier haben noch keine, weder einfache noch doppelte, gesehen.

22.06.1888
Goldmünzen, 10= und 20=Markstücke, die das Bildniß Kaiser Friedrichs tragen, werden bereits wieder mit hohem Aufschlag gekauft, da sie bereits zu den seltenen Münzen gehören. Das Gleiche gilt von den Goldstücken, die die Jahreszahl 1888 und das Bildniß Kaiser Wilhelms I. tragen.

10.07.1888
In Berlin sind die ersten Zwei=Markstücke mit dem Bilde des Kaisers Friedrich zur Ausprägung gelangt; dieselbe wird in dieser Woche rasch fortgesetzt werden. Die Münzen sind vortrefflich gelungen. Von der blanken Silberfläche der Zwei=Markstücke heben sich die Züge des verstorbenen Kaisers noch wirksamer ab, als auf den Kronen und Doppelkronen. Trotzdem ein erhebliches Quantum dieser Münzen zur Ausprägung gelangt, wird von denselben in den Verkehr als Scheidemünze wohl nur wenig übergehen. Wer in den Besitz eines derartigen Zweimarkstücks gelangt, wird dasselbe gern als eine Erinnerung an den Entschlafenen zurückhalten.

07.08.1888
Der Handel mit Münzen mit dem Bilde Kaiser Friedrichs gewinnt in Berlin immer größere Dimensionen und immer eingehendere Ausbeutung. So werden jetzt sämmtliche Münzen dieser Art nicht nur in Form von Schmucksachen, als Broches, Brelorques, Gehänge an Armbändern etc. ausgeboten, sondern vielfach auch in eleganten Futteralen verkauft, die mit Seide oder Sammet ausgelegt sind und die Gold=Inschrift tragen: "Erinnerung an Kaiser Friedrich III." Vier Münzen der erwähnten Art, ein 20=Markstück, ein 10=, ein 5= und ein 2=Markstück kosten in einem Futteral zusammen 52 Mark.

10.08.1888
Die Reichsbank in Berlin theilt mit, daß ihr Bestand an Silbermünzen mit dem Bilde Kaiser Friedrichs vollständig erschöpft ist. Gesuche um Ueberlassung von solchen Münzen sind also vergebens.

14.08.1888
Nachdem dem Reichsbankdirektorium in Berlin zur Kenntniß gekommen war, daß spekulative Banquiers einen sehr großen Theil von Münzen mit dem Bildniß Kaiser Friedrichs an sich gebracht hätten und daß Unterhändler mit solchen Münzen dicht vor der Reichsbank ihren Handel trieben, ist auf Befehl des Kaisers eine große Summe von dem neuen Geld zurückbehalten worden, damit die Reichsbank in der Lage sei, Personen, welche schriftlich um Verabfolgung derartiger Münzstücke einkommen und nicht in dem Verdacht stehen, mit denselben Handel zu treiben, zu berücksichtigen. Ferner ist angeordnet worden, daß an Gehalt= oder Pensionempfängern einzelner Behörden ein Theil des zu zahlenden Betrages in Münzstücken mit dem Bildniß Kaisers Friedrichs gezahlt werden solle, und so ist es gekommen, daß eine große Zahl von Gehaltsempfängern wenigstens 4 Silbermünzen neuester Prägung erhalten haben. Da die zurückgehaltenen Geldstücke aber nicht genügen, um allen diese Berücksichtigung zu Theil werden zu lassen und Tausende von Gesuchen Privater noch vorliegen, werden jetzt, wie die "Nordd. Allg. Ztg." bekannt giebt, die Prägungen von 5= und 2=Markstücken noch fortgesetzt

17.08.1888
An Friedrichsmünzen, wie man die neuen Münzen mit dem Bildniß Kaiser Friedrichs zu nennen beginnt, sind, nach der amtlichen Uebersicht im vorigen Monat geprägt worden: 401 760 Doppelkronen. 177 428 Kronen, 81 820 Fünfmarkstücke und 500 000 Zweimarkstücke. Wie verlautet, ist man bereits der Frage näher getreten, von den vielbegehrten Fünf= und Zweimarkstücken eine erheblich größere Anzahl auszuprägen, als zuerst beabsichtigt wurde. Dadurch hofft man dem geschäftsmäßigen Handel mit diesen Münzen entgegen zu treten.

( Quelle: Wöchentliche Anzeigen für das Fürstenthum Ratzeburg )


Zuletzt geändert von kronerogøre am 9. Dez 2013, 23:04, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 9. Dez 2013, 23:03 
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Doktor

Registriert: 20. Jun 2012, 11:36
Beiträge: 156
Wohnort: Huttaheiti/ Tiefstes Barbaricum
Nachtrag:
Die Fälscher waren auch nicht faul. Folgende Nachricht stammt aus dem Juli 1888:

10.07.1888
In Mainz wurden mehrfach falsche 10=Markstücke mit dem Bildniß Kaiser Friedrichs angehalten

( Quelle: Wöchentliche Anzeigen für das Fürstenthum Ratzeburg )


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BeitragVerfasst: 15. Dez 2013, 07:23 
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k&k Hoflieferant, Wirklicher Hofrat
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Registriert: 18. Mai 2009, 18:26
Beiträge: 2753
Bilder: 281

Wohnort: Nürnberg
Vielen Dank für die interessante Aufstellung der zeitgenössischen Vorgänge.

Zur Bedeutung von Friedrich III. empfehle ich das Buch: Der 99-Tage-Kaiser von Franz Lorenz Müller. Ich fand es sehr erhellend. Die mögliche Bedeutung des Kaisers, hätte er länger gelebt, wird darin ausführlich beleuchtet - und relativert.

_________________
Viele Grüße
helcaraxe
----------------------
Meine Galerie: Römische Provinzbronzen (ausbaufähig... ;-))


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