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BeitragVerfasst: 12. Nov 2009, 12:03 
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Kandidat

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Hallo allerseits,
hier meine zwei Thrax Denare:
1. VICTORIA AVG Victoria mit Kranz n.r. RIC 16 2,97g
2. FIDES MILITUM Fides mir zwei Feldzeichen v.v. Kopf n. l. 3,15g

beste Grüße
Marc


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BeitragVerfasst: 12. Nov 2009, 12:23 
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Wirklicher Hofrat
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@klaupo, die Kaiserdarstellungen auf deinen Münzen entsprechen (lt. Alram) dem sog. "Triumphalportrait".

Anbei ein untergewichtiger Denar, geprägt 235/236 in Rom, mit einer selten zu findenden ausgeprägten Boxernase:
Av. belorbeerte, drapierte und gepanzerte Büste rechts IMP MAXIMINVS PIVS AVG
Rv. Victoria mit Palmzweig und Kranz rechts VICTORIA AVG
2,23g RIC 16 Cohen 99

Die meisten Denarii des Maximinus befinden sich vom Gewicht her bei ca. 3g, aber es finden sich auch einige in einer Gewichtsgruppe zwischen 2,11g bzw. 2,27g, die Obergrenze lag bei 3,8 g (Gewichtstabelle aus dem Band VI BMC nach einer Untersuchung von von R. Carson). Nach einem Zitat von M. Alram (Walker, Metrology) hat man für die erste Regierungshälfte ca. 3,01g und für die zweite von 3,07g festgestellt, aber bei gleichzeitigem Sinken des Silbergehaltes.

Bei Michael Alram "Die Münzprägung des Kaisers Maximinus I. Thrax" werden drei Porträttypen des Kaisers beschrieben:

- das Konsularporträt mit scharf gebogener Nase (sog. Boxernase), leichtem Bartansatz und nicht sehr ausgeprägtem Kinn, aus der Anfangszeit seiner Herrschaft (nach Alrams Ansicht vom Porträt Alexanders beeinflusst, das war meist eine Erscheinung in den Portraits nach Thronwechseln)
- das Feldherrenportrait mit gerader Nase, ausgeprägten Stirnfalten und einem stärker betonten Kinn
- das Triumphalporträt mit fast grotesken Zügen, besonders sticht das ausladende Kinn und die wulstige Stirn hervor


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BeitragVerfasst: 12. Nov 2009, 12:36 
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Kandidat

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Herfried, könntest du mir das vollständige Literaturzitat des Alram-Buches? od. Artikels senden. Ich wusste zu meiner Schande gar nicht von dieser Publikation.
beste Grüße und vielen Dank im Voraus
Marc


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BeitragVerfasst: 12. Nov 2009, 12:47 
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Hallo Marc, das Werk aus dem die Zitate stammen ist:

ALRAM Michael
Die Münzprägung des Kaisers Maximinus I. Thrax (235/238)
Erscheinungsjahr: 1989
Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften
Format: 103 S. Text, 35 Münztafeln, 30 x 21 cm, broschiert
ISBN10: 3-7001-1564-4
ISBN13: 978-3-7001-1564-9

Das vollständige Zitat steht mir nicht zur Verfügung, da ich diese Ausgabe von Alram nicht besitze ... bin mir aber ziemlich sicher, dass zB. am Institut ein Exemplar davon zu finden ist.

Salvete
Herfried

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BeitragVerfasst: 12. Nov 2009, 13:10 
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Kandidat

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Danke vielmals, ich werde morgen gleich ein wenig schmökern.


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BeitragVerfasst: 12. Nov 2009, 14:22 
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Hofrat
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hallo marc,
wundervoller thrax (der mit dem fides militum-rv), sozusagen DER thrax! ;)
(obwohl ich ja gerade gelernt habe, dass es den gar nicht gibt..... :) )
grüsse
frank


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BeitragVerfasst: 17. Nov 2009, 12:12 
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Kandidat

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Hier ein weiterer interssanter Thrax-Denar. Diesmal ein datiertes Stück, und gar nicht häufig.

Av.: MAXIMINVS PIVS AVG GERM, Büste mit Lorbeerkranz und Drapierung r.
Rv.: P M TR P III COS P P, Kaiser mit Lanze zwischen zwei Standarten n.l.
RIC 5, Scarce!
237 n. Chr., 2,55g

Besonders hübsch finde ich die Darstellung auf dem Revers. Kopf und Hände sind wohl ein wenig groß geworden, dadurch wirkt das Bild wie ein Comic. Die menschliche Anatomie war wohl für den Stempelschneider in diesem Fall her von geringer Wichtigkeit. Besonders groß sind im Übrigen auch die Stiefel dargestellt. Die waren ja auch sprichwörtlich.
beste Grüße
Marc


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BeitragVerfasst: 17. Nov 2009, 14:50 
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Hofrat
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hallo marc,
wie ich gerade sehe, gibt's den jetzt in deinem vcoins-shop zu kaufen. :)
grüsse
frank


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BeitragVerfasst: 18. Nov 2009, 01:49 
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k&k Hoflieferant, Wirklicher Hofrat
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Wohnort: Nürnberg
Marius hat geschrieben:
Kopf und Hände sind wohl ein wenig groß geworden, dadurch wirkt das Bild wie ein Comic.


Na, wieso, wenn der Kaiser wirklich Akromegalie gehabt haben sollte, dann wären die großen Hände dazu ja gar nicht so unpassend. Aber das bleibt natürlich Spekulatius (bald ist ja Weihnachten ;-)).

_________________
Viele Grüße
helcaraxe
----------------------
Meine Galerie: Römische Provinzbronzen (ausbaufähig... ;-))


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BeitragVerfasst: 18. Nov 2009, 14:48 
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Professor

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Nimmt das diese Rückseitendarstellung als historische Quelle, so musste dieser Kaiser tatsächlich unter Makromegalie gelitten haben. Maximinus kam zwar aus Thrakien ("Thrax"), berühmt für Sandalengröße und Fußschweiß waren aber paphlagonischen Sklaven. Gemäß Curtius Rufus 6,11,4 soll der paphlagonische Gladiator Megalopous(!) sogar einen Keiler unter seinem Fuß versteckt und später gebraten haben. Solche Leute konnte man übrigens bestens zum Keltern von Trauben einsetzen. Infolge der erhöhten Fußtranspiration aufgrund der Bewegung konnten - über den reinen Vorgang des Zerquetschens hinaus - subsidiär Schädlinge (wie Rebläuse) in die Schranken gewiesen werden. Auf diesen Sachverhalt hat schon vor Jahrzehnten L. Schumacher in seinem Beitrag "Zur Verbreitung der Reblaus. Prolegomina einer antiken Ökologie", Abwege der Forschung 0, Mainz 1983, S. 4, hingewiesen.
Gemäß der ominösen Historia Augusta aus der Zeit um 400 n. Chr. soll Maximinus Thrax aber ohnehin unter Riesenwuchs gelitten haben.
Beste Grüße
Laterarius


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