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 Betreff des Beitrags: dicke Kleine aus Karthago
BeitragVerfasst: 5. Jul 2009, 17:01 
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Wirklicher Hofrat
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Diese "dicke Kleine" möchte ich euch vorstellen :-)

Zeugitania Karthago Bronze geprägt um 400-350 v.u.Z.
Av. Kopf der Persephone (Tanit?) mit Aehrenkrone links
Rv. Pferd springt nach rechts
17,5mm 6,59g SNG Copenhagen 94 Calciati III 375/2 Alexandropoulos 366/15

Die Prägung sitzt auf einem dicken Bronzeschrötling (5,2mm), ganz typisch für diese Ausgaben, sehr schöne grün-anthrazit gefärbte Patina.


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 Betreff des Beitrags: Pferde der Punier
BeitragVerfasst: 5. Jul 2009, 20:33 
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Hofrat
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Mit einem so schönen Stück kann ich nicht aufwarten, aber ich meine, auch die "Gebrauchspferde" der Punier haben ihren eigenen Reiz.

Das obere Stück wurde während des 2. Punischen Kriegs (218-203 BC) nach dem Einfall Hannibals in Italien geprägt. Eine bessere Erhaltung gibt es hier zu sehen. Kopf der Tanit l. / Pferd steht rechts, den Kopf gewendet.

Bei dem unteren Stück scheiden sich bei der Datierung die Geister. Künker setzt den Typ bei 400-350 BC an. Eine umfangreiche Recherche punischer Münzen (sehr empfehlenswerter Link, aus dem auch das obere Bild stammt) datiert diesen Typ auf den Krieg gegen Syracus, der dem Einfall des Agathokles in Africa folgte (310-278 BC) und in diesem Zeitraum in Mengen geprägt wurde. Wer da recht hat, muß ich offen lassen.

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: dicke Kleine aus Karthago
BeitragVerfasst: 6. Jul 2009, 17:36 
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Professor

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Diese Karthager gefallen mir sehr gut, mit den Datierungen etc hab ich allerdings auch meine Schwierigkeiten, vielen Dank für den sehr informativen link, klaupo!
Ich hoffe, dass ich meine Punier um solche Exemplare wie Du sie hier zeigst gelegentlich erweitern kann, wäre schön!

Hier die meinige "kleine Dicke":
5,66g/ 16,5mm
rgds MM


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 Betreff des Beitrags: Re: dicke Kleine aus Karthago
BeitragVerfasst: 2. Sep 2009, 16:38 
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Moin!

Mal eine Frage: Bei Klaupos unterer Münze fällt mir zunächst die Tanit "ohne Oberkiefer" auf, dann auch das "schmalbrüstige" Pferd. Sind das Stempelabnutzungen? Oder etwas anderes???

Hier mal mein Stück dazu:

Afrasi


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 Betreff des Beitrags: Re: dicke Kleine aus Karthago
BeitragVerfasst: 3. Sep 2009, 10:49 
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Wirklicher Hofrat
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Afrasi hat geschrieben:
Moin!

Mal eine Frage: Bei Klaupos unterer Münze fällt mir zunächst die Tanit "ohne Oberkiefer" auf, dann auch das "schmalbrüstige" Pferd. Sind das Stempelabnutzungen? Oder etwas anderes???

Hier mal mein Stück dazu:

Afrasi

... die Qualität der künstlerischen Darstellung auf antiken Münzen war sehr abhängig vom Können des jeweiligen Stempelschneiders, das ist der Grund warum das Pferdchen ein wenig "mager" aussieht auf diesem Exemplar ... die "Tanit ohne Oberkiefer" erkläre ich mir durch eine Verstopfung des Stempels durch durch zB. Metallreste in dieser Vertiefung, möglich wäre natürlich auch hier eine minderwertige Qualität in der Darstellung bei der Stempelherstellung ... dein Exemplar ist wirklich schön, Afrasi, und mit einem Sandpatinaschatten der die Konturen so richtig heraushebt, gefällt mir :)

Salü
taurisker

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 Betreff des Beitrags: Re: dicke Kleine aus Karthago
BeitragVerfasst: 3. Sep 2009, 20:13 
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Moin!

Danke für die Blumen! Mir gefiel die Darstellung auch. Bei den "alten" Afrikanern kommen nur wenige Münzen mit typischen Darstellungen in meine Sammlung; da habe ich dann gewisse Vorstellungen von der Mindestqualität, die mir sonst eher fremd und suspekt sind.
Der Umkehrschluss gibt auch Sinn: Da ich in diesem Bereich - ausnahmsweise - "Erhaltungsfetischist" bin, sind es nur wenige Münzen ... :mrgreen:

Tschüß, Afrasi

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 Betreff des Beitrags: Re: dicke Kleine aus Karthago
BeitragVerfasst: 7. Okt 2011, 10:56 
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Jetzt will ich mal diesen alten "Faden" wieder hervorholen. Anlass ist auch meine erste karthagische Münze, deren Typ hier im Übrigen auch noch fehlt:

Zeugitania.
Karthago.
AE20. Ca. 300 – 264 v. Chr.; 4,74 g.
Av.: Kopf der Tanit mit Ähren bekränzt, mit Ohring n. li.
Rv.: Pferdekopf mit Hals im Perlkreis n. re. Kugel rechts im Feld.
Sear 6524. Müller II, 101, 276. SNG Cop. 149ff.
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karthogo.JPG
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Schön ist, dass bei der Münze auch noch ein altes Münztütchen dabei war, dass ich auf mindestens 80 Jahre schätze.


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 Betreff des Beitrags: Re: dicke Kleine aus Karthago
BeitragVerfasst: 7. Okt 2011, 18:07 
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Eine sehr schöne Münze! Das Tütchen ist in der Tat das i-Tüpfelchen. :whow:

Bei dem Namen des Sammlers/Händlers ist allerdings in der Tat zu befürchten, dass das Tütchen mindestens 70 Jahre alt sein muss. :cry:

Nachdem Du schon etliche ägyptische Münzen (Alexandriner) Dein eigen nennen darfst, bist Du nun auch stolzer Besitzer einer tunesischen Münze. Dietmar und ich werden Dich also bald in unseren Club der Afrikaner aufnehmen müssen. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: dicke Kleine aus Karthago
BeitragVerfasst: 7. Okt 2011, 19:18 
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k&k Hoflieferant, Wirklicher Hofrat
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Danke für die Blumen.

Na, ich habe ja auch schon einige Ptolemäer und sogar eine numidische Münze, und irgendwo fliegen auch noch ein paar Umlaufmünzen von Namibia und Tansania bei mir rum, also von wegen Afrikaner und so... :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Pferde der Punier
BeitragVerfasst: 13. Nov 2011, 18:48 
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Die Pferde der Punier sind nicht nur im Herrschaftsbereich Karthagos auf Münzen gelangt, sondern auch während kriegerischer Auseinandersetzungen im Ausland von wandernden Münzstätten geprägt worden, die sich mit dem Heer bewegten. Diese Prägungen dienten vermutlich zur Bezahlung der karthagischen Söldner. Aus den Kriegen auf Sizilien, insbesondere gegen Syrakus, möchte ich hier ein Stück vorstellen, das – wenn ich das richtig deute - die Kunst griechischer Stempelschneider mit karthagischen Motiven vereint.
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320-300-BC_Siculo-Punic-n.jpg [ 116.17 KiB | 4362-mal betrachtet ]

Zitat:
Sicily, Siculo-Punic, ca. 320 / 315-300 BC. AR Tetradrachm (17,11 g) Wreathed head of Tanit / Persephone / Arethusa left, wearing triple-pendant earring and necklace; three dolphins around / Horse head left; palm tree to right, Punic 'MMHNT' (i.e. „People of the camp“ below). (cf. SNG Cop 981; Jenkins III, Pl. 14, 192 = SNG Lockett 1052, same dies).

Das Stück weist eine kleine Besonderheit auf. Anstelle der üblichen vier Delphine, die den Kopf der Tanit / Persephone / Arethusa umspielen, sind hier nur drei dargestellt. Eine Suche bei acsearch ergab bei fast dreihundert Ergebnissen nur eine einzige Münze (diese zweimal angeboten) dieser Version – stempelgleich mit dem vorgestellten Stück.

http://www.acsearch.info/search.html?id=396796

Als ich die Münze vor etlichen Jahren erwarb, hatte der Händler ein weiteres Stück dieses Typs am Lager. Ich durfte es photographieren und füge das Bild zum Vergleich an – es dürfte sich ebenfalls um die gleichen Stempel handeln.

Gruß klaupo


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