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Die Vielzahl der griechischen Nominale...
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Autor:  helcaraxe [ 21. Sep 2011, 11:00 ]
Betreff des Beitrags:  Die Vielzahl der griechischen Nominale...

... ist am Anfang für den Sammler recht verwirrend.

Vielleicht können wir ja hier gemeinsam den Versuch unternehmen, alle (fast) alle griechischen Nominale in einem Thread zu versammeln, um dem geneigten Leser einen Überblick zu verschaffen?

Ich mache den Anfang mit dieser kleinen Silbermünze, die für 45 Euro erwerben konnte, m. E. ein sehr anständiger Preis:

Sikyon / Peloponnes.
AR-Triobol (Hemidrachme). Unter dem Magistrat Olympiadas. Ca. 90 – 60 v. Chr. 2,18 g. 15 mm.
Av.: Taube n. re. fliegend.
Rv.: Großes Σ; darum OΛYM / ΠI / A / ΔAΣ.
Slg BCD 344.1 (anderer Stempel). BMC 197. Sear 2777 var (anderer Magistrat). SNG Copenhagen 100. Warren, Silver 28 – 31.

Eine der Hauptsilbermünzen im Attischen System war die Drachme mit ungefähr 4,3 g. Silber. Die Drachme entsprach sechs Obolen, so dass diese Münze mit 2,18 g etwa dem Gewicht von drei Obolen oder einer halben Drachme entsprach. Womit wir gleich zwei Nominalbezeichnungen auf einen Schlag hätten. ;-)

So, und jetzt bin ich gespannt, wer als erster die Dekadrachme aus seiner Sammlung zieht! :mrgreen:

EDIT: So, die folgenden Nominale haben wir schon:
  • Stater (ca. 8,6 g) = Attische Didrachme = 2 (attische) Drachmen = 12 Obole, aber:
  • = 3 korinthische Drachmen (á ca. 2,9 g)!
  • Triobol (ca. 2,15 g) = Hemidrachme = 3 Obole
  • Diobol = 2 Obole
  • Obol (ca. 0,72 g) = 1/6 Drachme = 8 Chalkoi
  • Litra (ca. 0,87 g) = ca. 1/5 Drachme


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Autor:  ischbierra [ 21. Sep 2011, 20:55 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Vielzahl der griechischen Nominale...

Gute Idee.
Ich hätte da ein Obol von Syrakus auf Sizilien
Zeit: 485/460 v.
Gewicht: 0,64 gr.
AV: Kopf der Arethusa n.re.
RV: 4-speichiges Rad
Gruß ischbierra

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Autor:  otakar [ 21. Sep 2011, 21:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Vielzahl der griechischen Nominale...

Ich bin ja überhaupt kein Griechen-Sammler aber dieses Münzlein hat mir so gut gefallen, dass ich mich einmal dazu hinreißen ließ, es zu ersteigern. Es ist eine Litra aus Syracus (Tyrannn Deinomenid) mit gerade einmal 0,57g und zeigt einen Octopus. Offensichtlich haben es Meerestiere den Griechen angetan. Aber darüber wissen die Fachleute sicher mehr.
Womit ein weiteres Nominal hinzugefügt wäre.
LG
OTAKAR

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Autor:  helcaraxe [ 21. Sep 2011, 21:38 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Vielzahl der griechischen Nominale...

Schön, dass die Idee auf Resonanz stößt!

@ischibierra: Dein Obol ist wirklich zeigenswert.

Überhaupt sind sizilianische Münzen, wie auch Dein "Octopus", lieber otakar, fast immer eine Augenweide.
Eine Litra ist übrigens ein kleines Silbernominal, das besonders auf Sizilien verwendet wurde und etwas mehr als ein Obol zählte (ein Obol 1/6 Drachme, eine Litra 1/5 Drachme). Deine Litra ist allerdings etwas untergewichtig: Sie ist etwas leichter als der Obol ischbierras und sollte doch eigentlich etwas mehr wiegen (ca. 0,87 g.).

Autor:  helcaraxe [ 22. Sep 2011, 08:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Vielzahl der griechischen Nominale...

So, dann will ich auch weitermachen und einen Stater zeigen, den einzigen bislang, den ich besitze:

Der (korinthische) Stater war eng mit dem attischen Währungssystem verbunden, dergestalt, dass er im Gewicht der attischen Didrachme entsprach (ca. 8,6 g).

Dennoch wurder nach korinthischem Münzfuß in drei Drachmen (á 2,9 g) unterteilt, so dass eine korinthische Drachme nur den Wert von 2/3 attischer Drachme hatte.

Korinth.
AR Stater. 340 – 317 v. Chr. 8,26 g; 22 mm.
Av.: Ϙ; Pegasus n. li. fliegend.
Rv.: A – P; Athenakopf mit lorbeergeschmücktem korinthischem Helm n. li. Im Feld rechts Eber auf Standleiste.
Ravel 254, 1017. Calciati, P. I, 264, 435.

Mein Stater ist etwas korrodiert, so dass das Gewicht auch hier etwas zu niedrig ist.

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Autor:  ischbierra [ 22. Sep 2011, 19:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Vielzahl der griechischen Nominale...

Einen schönen Helm hat die Athena da.
Dieser Typ Stater (Didrachme) ist auch von anderen Städten geprägt worden, zB von Anaktorion in Akarnania, einer ursprünglich korinthischen Pflanzstadt. Auch mein einziger Stater ist von dort.
AV: Pegasus nach re, darunter AN (ligiert)
RV: Athena kopf nach re., dahinter AN (ligiert) und Beizeichen Dreifuß
Zeit: 350/330
Gewicht: 8,36 gr
Lit.:BMC 28
Gruß ischbierra

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Autor:  payler [ 23. Sep 2011, 05:33 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Vielzahl der griechischen Nominale...

Danke für den interessanten Thread über die griechischen Nominale!
Dieser Artikel wurde als Wichtig gekennzeichnet!

Autor:  helcaraxe [ 23. Sep 2011, 09:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Vielzahl der griechischen Nominale...

Vielen Dank fürs Zeigen, und vielen Dank, payler, fürs Fixieren.

Dann will ich auch noch eine kleine Münze zeigen, die ich streng genommen gar nicht mehr zeigen dürfte, weil sie sich nicht mehr in meiner Sammlung befindet. Ich habe sie verkauft in einer Phase, als meine Sammelleidenschaft etwas darnieder lag und wenn, dann eher den Römern zuneige. Mittlerweile bereue ich das etwas, aber immerhin bleibt mir das Bild:

Leukas, Akarnanien.
Diobol. Ca. 400-375. 0,81 g; 13 mm.
Av.: Kopf der Aphrodite (?) n. li., Haar in Ampyx und Sphendone.
Rv.: Pegasusprotome mit geschwungenen Flügeln n. li. fliegend. Darunter Λ..
Sphendone: Haarband, das in einer U-förmige Schleife um den Hinterkopf geführt wird. Ampyx: Kopfband, oft aus Metall.
Sehr selten! Ex Sammlung BCD. Ex Auktion Münzen & Medaillen 23, 18. Oktober 2007.

BMC Corinth 135, 119 (stempelgleich!). Sear 2272 (als Triobol).

Man sieht an dieser Münze, dass die Zuordnung zu einem Nominal auch nicht immer ganz zweifelsfrei möglich ist. Sear bildet die Münze aus dem BMC ab, nennt sie aber Triobol, aber es ist wohl eher ein Diobol und selbst dafür ist mein Exemplar noch recht leicht!

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Autor:  ischbierra [ 26. Sep 2011, 21:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Vielzahl der griechischen Nominale...

Na dann will ich mal mit einer Tetradrachme (also eine 4-fache Drachme) weitermachen. Eine Münze der Seleukiden - syrischer Nachfolgestaat des Alexanderreiches- geprägt unter Antiochos VII. 138-129v in Antiochia.In den letzten Jahren sind häufig solche Stücke im Handel aufgetaucht. Das Stück wiegt 16,39 gr.
AV: Kopf mit Diadem n.re.
RV: Athena st.li ΒΑΣΙΛΕΩΣ ΑΝΤΙΟΧΟΥ ΕΥΕΡΓΕΤΟΥ , im Feld:Ο Λ
Lit.: SMA 298
Gruß ischbierra

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Autor:  otakar [ 26. Sep 2011, 22:37 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Vielzahl der griechischen Nominale...

Diese Tetradrachme hat uns ja klaupo schon als Vorbild für den Dirhem des Husan al-Din Timurash vorgestellt.
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Eine hochinteressante Verbindung über weit mehr als 1000 Jahre.
Du hast ja ein fast identisches Stück.
LG
OTAKAR

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