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BeitragVerfasst: 19. Mär 2011, 23:09 
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Hofrat

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Guten Abend,

ich habe gerade meine ersten griechischen Münzen erworben:

Bronze AE 15, Rogers Thessaly 182, SNG Cop 39, BMC Thessaly 7 corr. (Zeus, 300 - 190 B.C.), F, Krannon mint, weight 5.385g, maximum diameter 19.3mm, c. 400 - 300 B.C.; obverse laureate head of Poseidon right; reverse ΚΡ/Α, horseman galloping right, wearing petasos and chlamys, trident below; ex BCD collection with his hand-written round tag. Tag notes: Found west of Larissa, Feb 95.

Dateianhang:
Bronze Krannon - W Larissa 49163q00.jpg
Bronze Krannon - W Larissa 49163q00.jpg [ 112.66 KiB | 4021-mal betrachtet ]


http://www.forumancientcoins.com/catalog/roman-and-greek-coins.asp?param=49163q00.jpg&vpar=1918&zpg=58327&fld=http://www.forumancientcoins.com/Coins2/

sowie:

Bronze AE 16, BCD Lokris (NAC 55) 287.1 (this coin), SNG Tübingen 1585, aVF, rough, weight 4.166 g, maximum diameter 15.8 mm, die axis 135o, obverse facing bull’s head, with the sacrificial fillet ending in beaded tassels falling to the sides behind the ears and horns; reverse ΦΩ within laurel wreath without berries, tied above; ex BCD Collection, ex Numismatic Ars Classica Auction 55, 287.1

Dateianhang:
NAC 55 287-1 49610q00.jpg
NAC 55 287-1 49610q00.jpg [ 121.94 KiB | 4021-mal betrachtet ]


http://www.forumancientcoins.com/catalog/roman-and-greek-coins.asp?param=49610q00.jpg&vpar=1918&zpg=58629&fld=http://www.forumancientcoins.com/Coins2/

Meine Frage wäre - Kann mir jemand Literatur nennen, in der die Münzen der betreffenden Landschaften beschrieben sind und irgendwie in einen historischen Rahmen eingeordnet werden? Mir geht es nicht um irgendwelche Spezialstudien, sondern eher um einen Überblick.

Mit besten Grüßen,

DOCISAM


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BeitragVerfasst: 20. Mär 2011, 23:13 
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k&k Hoflieferant, Wirklicher Hofrat
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Hallo DOCISAM,

freut mich, dass in die griechische Sektion etwas mehr Leben kommt!

Zu der Münze aus Thessalien z. B. der folgende Link:
http://www.forumancientcoins.com/articl ... essaly.pdf

Nicht die neueste Literatur und nicht der beste Scan, aber dafür umsonst (und schließlich hast Du für Deine Münze da auch schon ein Zitat).

Zur zweiten Münze kann ich den zugehörigen Auktionskatalog der Sammlunng BCD empfehlen, in diesem Fall eben Numismatica Ars Classica Auction 55, dort ist Deine Münze auch abgebildet. Die Sammlung BCD war/ist so groß und bedeutend, dass die Kataloge der einzelnen Teile der Sammlung, die in verschiedenen Auktionshäusern verkauft wurden, sich im Prinzip zu Standardwerken der einzelnen Regionen entwickelt haben.

_________________
Viele Grüße
helcaraxe
----------------------
Meine Galerie: Römische Provinzbronzen (ausbaufähig... ;-))


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BeitragVerfasst: 21. Mär 2011, 00:26 
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Hofrat

Registriert: 11. Okt 2010, 21:53
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Hallo Helcaraxe,

vielen Dank für beide Tipps, vor allem für den Link und die Auflösung von "Rogers Thessaly 182".

Herzliche Grüße,

DOCISAM


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BeitragVerfasst: 16. Mai 2017, 20:29 
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Hofrat
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Registriert: 26. Mai 2009, 21:47
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Hier nun ein weiteres Stück aus Thessalien.

Dateianhang:
370-363_Thessalien_Larissa_Drachme_n.jpg
370-363_Thessalien_Larissa_Drachme_n.jpg [ 110.27 KiB | 2674-mal betrachtet ]

Zitat:
Thessalien, Larissa - Drachme (5,99 g, 18 mm). Mitte 4. Jh. v. Chr. (370/363 v. Chr.) Vs.: Kopf der Nymphe Larissa mit Ampyx im Haar in Vorderansicht, leicht n. r. gewandt. Rs.: ΛAΡI / [Σ]AIΩN, Grasendes Pferd n. r. auf Grundlinie. BCD Thessalien (Triton XV) 116 Nr. 282. Herrmann in ZfN 35 (1925), Tf. VII, 5 (Reihe L).

Zum Vergleich: http://www.acsearch.info/search.html?id=2161375

Larissa (griechisch Λάρισσα oder Λάρισα) ist eine Gestalt der griechischen Mythologie, die mal als thessalische, mal als argivische Heroine überliefert wird.

In der thessalischen Variante war sie beim Ballspiel in den Fluss Peneios gefallen, wurde von Poseidon gerettet und gebar ihm in der Folge zwei Söhne. Anderen Varianten zufolge stürzte sie sich in selbstmörderischer Absicht in den Fluß, um den Nachstellungen des Zeus zu entgehen - mit dem gleichen Ergebnis nach ihrer Rettung durch Poseidon.

Zum Portrait-Typ der Larissa gibt es einige interessante Untersuchungen. Eine davon habe ich hier zusammengefaßt.

Das en-face Portrait der Stadtnymphe von Larissa und seine zeitliche Verbreitung in der griechischen Numismatik geht zurück auf die Gestaltung des Kopfes der Nymphe Arethusa durch den syrakusanischen Stempelschneider Kimon. Kopien dieser Darstellung tauchten sofort in den sizilischen Städten auf, und die Angaben von Funden sowie die Chronologie früher Kopien erlauben es mit ziemlicher Sicherheit, die beiden von Kimon gefertigten Stempel mit der en-face Abbildung der Arethusa in die Zeit um 405 v.Chr. anzusetzen. Das Eindringen der en-face Bilder der Arethusa und der Athene (eine Arbeit des Euklides) in das östliche Mittelmeer muß am Ende des Peleponnesischen Krieges stattgefunden haben und ist möglicherweise mit dem Auftauchen der syrakusanischen Flotte dort verbunden. Grade an der Wende des 5.-4.Jh.s v.Chr. werden zahlreiche en-face Abbildungen datiert, die auf den Münzen verschiedener Zentren des griechischen Festlandes und der Inseln, in Makedonien, Trakien und Kleinasien aufkamen. Im Rahmen dieses Prozesses wurden auch in Larissa die Profilabbildungen des Kopfes der städtischen Nymphe von den ersten en-face Darstellungen abgelöst.
Nach: Sergei Kovalenko, Die spätklassische Münzprägung von Chersonesos Taurica.

Gruß klaupo


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BeitragVerfasst: 17. Mai 2018, 20:38 
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Hofrat
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Aus Larisa kommt hier eine weitere Münze, die zeitlich vor das en-face-Portrait der Nymphe zu datieren ist.

Dateianhang:
420-380_Larisa_Drachme_Taurotheria_b.jpg
420-380_Larisa_Drachme_Taurotheria_b.jpg [ 108.86 KiB | 722-mal betrachtet ]

Zitat:
THESSALIEN. LARISA. Drachme, 420-380 v. Chr. Heros mit Chlamys und Petasos n.r., einen Stier bändigend. Rv. ΛΑΡ - ΙΣΑΙ Pferd mit Zügel in einem vertieften Quadrat n.r. springend. 6,15 g. BCD,Thessalien I, 171. SNG Lockett 1562.

Das Stück zeigt eine Szene aus der sog. Thessalischen Triade, einem religiösen Kult, der aus drei Veranstaltungen bestand, von denen jedoch nur die Taurotheria - das Stiertreiben - überliefert ist. Unbewaffnete nackte Reiter verfolgten einen Stier und versuchten ihn bei einem Sprung vom Pferd an den Hörnern zu greifen, ihn zu Boden zu zwingen und dort zu halten, bis Diener der Priester ihn binden und zum Altar schaffen konnten, wo er geopfert wurde.

Avers und Revers der Münze verbinden sich hier also zu einer Momentaufnahme, in welcher der Reiter soeben den Stier zu fassen bekam, während das nun reiterlose Pferd davongaloppiert.

Ausführlich beschrieben wird ein solcher Stierkampf in dem spätantiken Roman "Aithiopika" (Die Äthiopierin) des Heliodoros aus Emesa (3.-4.Jh), wo sein thessalischer Held Theagenes einen Stier auf eben diese Weise überwindet. Dieser Roman um die schöne Chariklea und ihren Thessalier sei hier nur erwähnt, weil er u.a. Giuseppe Verdi als Vorlage für seine Oper "Aida" diente.

Gruß klaupo


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BeitragVerfasst: 18. Mai 2018, 15:06 
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Mitglied der geheimen Hofkammer
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Registriert: 3. Apr 2009, 22:20
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Das Bild mit dem Stier ist schon allerhöchste Kunst. Danke lieber Klaus für deine tollen Artikel.

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Das Leben ist viel zu kurz um schlechten Wein zu trinken.


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BeitragVerfasst: 19. Jun 2018, 13:05 
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Wirklicher Hofrat
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Registriert: 5. Jun 2010, 18:32
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Ja, diese griechischen Münzen sind schon Extraklasse, wenn sie - in guter Qualität - nicht so teuer wären. Leider ein Grund, dass sich ihr Bestand bei mir in bescheidenen Grenzen hält.
Danke für´s Zeigen, lieber Klaus.

OTAKAR

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