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 Betreff des Beitrags: Drachme
BeitragVerfasst: 12. Jan 2010, 12:50 
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Bei dieser Drachme bin ich mir fast sicher, dass der eine oder andere von Euch ein Beleg in seiner Sammlung hat und würde mich über Vergleichstücke freuen.

Es handelt sich um die relativ seltene Variante einer ostkeltischen Drachme,
geprägt von einem westungarischen Stamm aus dem ehemaligen Komitat Ohuta.
Pink kannte lediglich 1 Exemplar dieser Variante.
Diese Münzen werden in Westungarn und auch in Niederösterreich gefunden.
Mittlerweile sind an die 20 Belege bekannt.

Besonders gelungen finde ich, dass der Stempelschneider einen besonderen Schwerpunkt bei der Wiedergabe des Helms gesetzt hat und diesen fast formatfüllend und ornamental aufgelöst ins Bild setzt.

Der Avers zeigt einen wohl von den Goldstateren des Alexander und des Lysimachos beeinflußten behelmten Athenakopf mit Helmbusch und s- förmiger Wangenklappe nach rechts.
Leider ist wegen des knappen Schrötlings das Bild stark beschnitten.

Auf dem Revers ist die links sitzende Athena erkennbar, dahinter ein mächtiger Schild.
Ein Stempelriß befindet sich zwischen 4 und 10 Uhr.

Der Schrötling weist eine für ostkeltische Prägungen unübliche Form auf,
da er beidseitig stark konvex ist.
Im Feld mehrere Kugelförmige Beizeichen, welche wohl als Überreste einer Scheininschrift
zu deuten sind.

Leicht legiertes Ag.

4,09 G.
D: 13mm

Pink 596
Forrer 372
De la Tour 10061
Dembski 1490

Grüße
Harald

PS.: Ich hoffe, schön langsam klappt es mit meinen Fotos. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Drachme
BeitragVerfasst: 18. Jan 2010, 09:47 
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Doktor
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Hier Vergleichsbilder

Gewicht 4,252 bzw. 4,019 g

Bei diesen Stücken fallen die stark unterschiedlichen Stempel auf.

LG

biatec


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 Betreff des Beitrags: Re: Drachme
BeitragVerfasst: 18. Jan 2010, 16:01 
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Interessant bei diesem Typ ist, dass das Bild auf dem Avers immer diese starke Dezentrierung aufweist,
bei der lediglich Teile des Gesichtes erkennbar sind.
Die unterschiedlichen Stempel dürften ein Zeichen dafür sein, dass dieser Typ doch nicht in so geringer Zahl vorkommt, wie es ursprünglich den Anschein hatte.

Besonders das rechte Exemplar gefällt mir sehr gut.

Biatec, hast Du eine Idee zur Datierung?
Hier fällt besonders das Misverhältnis zwischen dem Gewicht und dem stark stilisiertem Bild auf.
Das hohe Gewicht würde für eine frühe Prägung sprechen, die stark aufgelösten Abbildungen erinnern eher an solche der späten La- Tenezeit.
Ich würde mal den Zeitraum 200-150v.Chr. vorschlagen.

Liebe Grüße
Harald

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 Betreff des Beitrags: Re: Drachme
BeitragVerfasst: 18. Jan 2010, 17:05 
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Doktor
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Lieber Harald,

Dein Datierungsvorschlag ist aus meiner Sicht plausibel.

Dieser Typ ist sehr interessant, weil er z.B. wie von Dir bereits erwähnt einen von allen anderen mir bekannten Drachmen völlig abweichenden Dickschrötling aufweist.

Der Av-Stempel ist im Verhältnis zum kleinen Schrötling scheinbar zu groß gewesen, sodass nie der ganze Bildausschnitt zu sehen ist. Beim Rv.Stempel fällt es allerdings nicht ganz so auf.


LG
biatec


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 Betreff des Beitrags: Re: Drachme
BeitragVerfasst: 3. Sep 2012, 21:46 
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Servus,

Ich habe ein Bild von einem von meinen beiden Drachmen angehängt! Es sind jetzt schon einige Exemplare bildlich bekannt und keine sind stempelgleich! Aufgrund der relativen Seltenheit verwunderlich da mit so vielen Stempeln doch einiges rausgegangen sein muss! Vielleicht werden sie einfach nicht gefunden!

Aber was mich mehr interessiert ist das Pentagramm am Revers bei neun Uhr, gibts da irgendeine Bedeutung?
Ist auch auf Biatec´s Stück eindeutig zu erkennen, wird aber beim Zitat nie erwähnt!

netten Gruss

Gewicht, 3,90 Gramm!


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 Betreff des Beitrags: Re: Drachme
BeitragVerfasst: 4. Sep 2012, 14:52 
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Beiträge: 1982
Hallo Zecki!

Mit dem Pentagramm ist dir ein interessantes Detail aufgefallen, welches mir offengesagt bisher entgangen ist.
Von dieser an und für sich nicht allzu häufigen Prägung existieren in der Tat zahlreiche unterschiedliche Varianten,
welche sich sowohl in der Art der Beizeichen, als auch der Ausführung unterscheiden, es gibt sogar Varianten mit Legende auf dem Revers.

Deine Frage warum von einem Typ, von dem so viele Stempelvarianten existieren und der folglich in einer Anzahl von mindestens 5000, wahrscheinlich in noch größerer Stückzahl geprägt wurde, bisher so wenige Exemplare bekannt wurden, läßt sich leider nicht mit Sicherheit beantworten.
Derartiges fällt mir aber immer wieder bei vielen seltenen Prägungen der Kelten auf- sie sind oft nur in einstelliger Anzahl belegt und es existieren fast so ebensoviele unterschiedliche Stempel, wie Belegexemplare.

Das Pentagramm als Beizeichen gibt es aus unserer Gegend auch auf den Obolen des Typs Pentagramm- Pegasusprotome
viewtopic.php?f=44&t=2251&p=20029&hilit=pentagramm#p20029
und den Tetradrachmen des Typs Apollokopf- Stern (Göbl OTA 394)

Beim Pentagramm handelt es sich nicht wie viele meinen um ein keltisches Symbol, es existiert schon bedeutend länger und die ferühesten Nachweise stammen aus der Zeit um 3000v,Chr..
http://de.wikipedia.org/wiki/Pentagramm

Wahrscheinlich wurde dieses für die Kelten so wichtige Symbol über die Griechen vermittelt, welche ebenfalls einen sehr starken Bezug dazu hatten.

Grüße
Harald

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 Betreff des Beitrags: Re: Drachme
BeitragVerfasst: 4. Sep 2012, 20:08 
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Servus Harald,

Interessante Erläuterung.

Laut Aussagen eines gewissen Herrn Gunther F. soll es von diesen Typus auch Tetradrachmen geben, schon mal einen gesehen?

Ein Bild davon wäre interessant!


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 Betreff des Beitrags: Re: Drachme
BeitragVerfasst: 5. Sep 2012, 07:59 
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Hallo Zecki!

In der Einschlägigen Literatur wird dieser Typ auch Imitation der Drachmen von Philipp III des Typs Zeus mit Athena genannt.
Bisher war mir nicht bekannt, dasszu den hier vorgestellten Drachmen Großsilberstücke existieren.
Möglicherweise meint Herr Hofrat F. diese Tetradrachmen.
http://www.acsearch.info/record.html?id=390649
Sie stehen aber mit unseren Drachmen in keinen unmittelbaren Zusammenhang.
Ein Foto der von dir genannten Tetradrachmen würde mich brennend interessieren.

Grüße
Harald

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 Betreff des Beitrags: Re: Drachme
BeitragVerfasst: 10. Apr 2018, 17:44 
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Doktor

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hier meine....4,06 Gramm 16 mm durchmesser
viewtopic.php?f=44&t=6904


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Zuletzt geändert von chivas1 am 10. Apr 2018, 18:41, insgesamt 1-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Drachme
BeitragVerfasst: 10. Apr 2018, 17:46 
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Doktor

Registriert: 11. Jan 2013, 01:40
Beiträge: 172
ist das auch eine von unserem TYP?

https://www.cngcoins.com/Coin.aspx?CoinID=101939


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