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BeitragVerfasst: 2. Jun 2015, 16:55 
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Der hier vorgestellte Achtelstater des Typs Athena- Alkis ist aus mehreren Gründen bemerkenswert.
Das geringe Gewicht und der hohe Grad der Stilisierung geben einen Hinweis auf eine der spätesten Prägephasen dieses Typs.

Diese Variante kommt nur relativ selten vor.
Die beiden bei Paulsen publizierten Exemplare stammen vom Stare Hradisko.


Von den Numismatikern wurde jedoch bisher nicht erwähnt, dass es sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen boiischen Achtelstater handelt, der aus einem abgenützten und mehrmals umgeschnittenen Prägestempel für Drittelstatere stammt.

Auf dem Vergleichsbild ist rechts daneben einen Achtelstater abgebildet.
Der Größenvergleich macht erkennbar, dass auch bei fortgeschrittener Abnützung und der damit verbundenen Vergrößerung des Stempeldurchmessers, ein derart großes Stempelbild unmöglich aus einem Stempel für Achtelstatere entstehen konnte, sondern offensichtlich ein Prägestempel für Drittelstatere verwendet wurde.

Achtelstater Athena- Alkis, aufgelöste Variante
Leicht geschüsselter Schrötling aus gering legiertem Gold mit Randfehler.

Av: Unregelmäßige Prägespuren (Reste eines Kopfes)
Rv: Reste der Athenadarstellung

G: 0,72g
D: 10mm

Paulsen 132, 133
Datierungsvorschlag: 150-120 v. Chr.

Grüße
Harald


Dateianhänge:
Achtelstater AA Paulsen 132.-.-.jpg
Achtelstater AA Paulsen 132.-.-.jpg [ 71.89 KiB | 3787-mal betrachtet ]
Achtelstater AA Paulsen 132 Vergleich.jpg
Achtelstater AA Paulsen 132 Vergleich.jpg [ 117.61 KiB | 3787-mal betrachtet ]

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BeitragVerfasst: 2. Jun 2015, 20:50 
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Interessant, dass vom Kopf fast nichts da ist, aber die Athena lässt sich immer noch erkennen.

Gruß Chippi

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Wurzel hat geschrieben:
@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)

Münz-Goofy hat geschrieben:
Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.


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BeitragVerfasst: 2. Jun 2015, 21:04 
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Zitat:
Von den Numismatikern wurde jedoch bisher nicht erwähnt, dass es sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen boiischen Achtelstater handelt, der aus einem abgenützten und mehrmals umgeschnittenen Prägestempel für Drittelstatere stammt.


Hallo Harald,

herzlichen Glückwunsch zur Beobachtung und zur Münze! Du meinst Stempel für Münzen wie diese (Nemcice 30, 36, 37)?
Dateianhang:
Kolnikova 2012 - Nemcice 30 36 37.jpg
Kolnikova 2012 - Nemcice 30 36 37.jpg [ 46.38 KiB | 3777-mal betrachtet ]

Viele Grüße,
Docisam


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BeitragVerfasst: 3. Jun 2015, 11:36 
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Beiträge: 2018
Chippi hat geschrieben:
Interessant, dass vom Kopf fast nichts da ist, aber die Athena lässt sich immer noch erkennen.
Gruß Chippi


Hallo Chippi!

Bei allen Nominalen des Typs Athena Alkis wurden nach dem Stempelverschleiß lediglich die Reversstempel nachgeschnitten.
Die Kopfdarstellung auf den Aversstempeln entwickelte sich bei fortgeschrittener Stempelabnützung immer mehr zu einem unregelmäßig strukturierten Buckel.
Auf Grund dieser Vorgangsweise ist ein eindeutig erkennbares Bild des Kopfes ausschließlich auf den frühesten Emissionen erkennbar.



Grüße
Harald

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BeitragVerfasst: 3. Jun 2015, 11:38 
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DOCISAM hat geschrieben:
Zitat:
Von den Numismatikern wurde jedoch bisher nicht erwähnt, dass es sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen boiischen Achtelstater handelt, der aus einem abgenützten und mehrmals umgeschnittenen Prägestempel für Drittelstatere stammt.


Hallo Harald,

herzlichen Glückwunsch zur Beobachtung und zur Münze! Du meinst Stempel für Münzen wie diese (Nemcice 30, 36, 37)?
Dateianhang:
Kolnikova 2012 - Nemcice 30 36 37.jpg

Viele Grüße,
Docisam


Hallo DOCISAM!

Vielen dank.
Ja, genau diese späten Varianten von Drittelstateren meinte ich.

Viele Grüße
Harald

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