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BeitragVerfasst: 5. Aug 2016, 14:51 
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Joseph I. (* 26. Juli 1678 in Wien; † 17. April 1711 ebenfalls in Wien)


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Familie:

Joseph I. war der älteste Sohn Leopolds I. aus der Ehe mit Eleonore Magdalene von der Pfalz. Er folgte seinem Vater ab dem 9. Dezember 1687 als ungarischer, ab dem 24. Januar 1690 als römisch-deutscher König und ab dem 5. Mai 1705 als Kaiser sowie als König von Böhmen.
Joseph heiratete am 24. Februar 1699 in Wien Wilhelmine Amalie von Braunschweig-Lüneburg (1673–1742), Tochter von Johann Friedrich und dessen Gemahlin Prinzessin Benedicta Henrica von Pfalz-Simmern. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:
Maria Josepha (1699–1757) ∞ 1719 in Wien mit Kurfürst und König Friedrich August II. (1696–1763)
Leopold Josef (1700–1701), Erzherzog
Maria Amalia (1701–1756) ∞ 1722 in München mit Kurfürst Karl Albrecht von Bayern (1697–1745)

Regierungszeit:

Er bemühte sich um die Straffung der obersten Behörden, führte den Spanischen Erbfolgekrieg weiter (wobei er dem Prinzen Eugen weitgehend Entscheidungsfreiheit gab), schlug den Rákóczi-Aufstand in Ungarn nieder und setzte sich gegenüber den deutschen Verbündeten Frankreichs durch. Sein früher Tod (er starb an den Blattern bzw. Pocken) beendete den Versuch, der kaiserlichen Autorität und dem Reichsgedanken (die mit Hilfe des Reichsvizekanzlers Friedrich Karl von Schönborn auch reichskirchliche Züge aufwiesen) wieder stärkere Geltung zu verschaffen.
Der Monarch war als Sänger, Tänzer und Schauspieler begabt, außerdem komponierte er sechs Opern beziehungsweise Oratorien
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Nachfolger:
Durch seinen plötzlichen Tod ohne männlichen Erben wurde sein jüngerer Bruder Karl, der in Spanien als Karl III. zum König designiert war, nun auch (als Karl VI.) Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation



Nun zu den Münzen, die ich zu diesem Thema zeigen möchte:

Sie stammen allesamt aus der Münzstätte Hall in Tirol
Stempelschneider: Johann Anton König (Münzgraveur in Hall von 1687 – 1731)



Zum ersten ein Doppeltaler o.J. (Moser/Tursky 813),

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BeitragVerfasst: 5. Aug 2016, 14:58 
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weiters ein ¼ Taler o.J. (Moser/Tursky 816) ,

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und zuletzt ein Groschen 1707 (Moser/Tursky 819).

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BeitragVerfasst: 6. Aug 2016, 08:41 
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:appaus: Toller Artikel und wunderschöne Münzen! :appaus:


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BeitragVerfasst: 15. Aug 2016, 19:46 
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Toller Artikel und sehr schöne Bilder. Freue mich schon auf deinen nächsten Artikel. :appaus:


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BeitragVerfasst: 19. Aug 2016, 05:57 
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BeitragVerfasst: 19. Aug 2016, 11:24 
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Möchte dem schönen Leitfaden von zwanger noch ein Foto hinzufügen, dass einen Groschen von Kaiser IOSEPHVS I zeigt, kurz nachdem er nach 294 Jahren wieder zurück "auf die Welt gekommen ist". Der Dreier dürfte, aufgrund seines Zustandes, bereits kurz nach der Prägung im Wald verloren worden sein.
Es handelt sich dabei um kein besonders seltenes Stück (Münze St. Veit, 1710; 1,57g), aber ich wollte euch nur den damals festgehaltenen Moment zeigen.

Sehr schöne Stücke, die du hier gezeigt hast, zwanzger!

hexaeder


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BeitragVerfasst: 19. Aug 2016, 14:28 
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Lieber Zwanzger, nachdem Du uns schon einige Schätze aus den haller Prägungen von Josef I. gezeigt hast, möchte ich der Vollständigkeit halber noch einen einfachen Taler anfügen.
Wenn gewünscht können wir das Thema auch auf andere Münzstätten ausdehnen.
Ich finde solche Beiträge einfacht toll, weil man da nicht nur seine eigenen Stücke und auch sein Wissen präsentieren kann sondern auch sehr viel lernt.
Danke!
OTAKAR


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BeitragVerfasst: 20. Aug 2016, 05:48 
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Mir ist aufgefallen, dass man bei den Münzen aus Hall, den IOSEPHUS mit "U" schreibt, obwohl der DVX und AVS mit "V" geprägt wurden. Sowohl bei den größeren Nominalen, als auch beim Groschen. Bei meinem Fundstück (ein Groschen) aus der Prägestätte St. Veit ist auch der IOSEPHVS aber mit "V" geprägt worden. :?: :?: :?:

hexaeder

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BeitragVerfasst: 20. Aug 2016, 13:40 
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hexaeder hat geschrieben:
Mir ist aufgefallen, dass man bei den Münzen aus Hall, den IOSEPHUS mit "U" schreibt, obwohl der DVX und AVS mit "V" geprägt wurden. Sowohl bei den größeren Nominalen, als auch beim Groschen. Bei meinem Fundstück (ein Groschen) aus der Prägestätte St. Veit ist auch der IOSEPHVS aber mit "V" geprägt worden.

hexaeder


Hallo Hexaeder,

das Ganze hängt einfach mit der Schreibweise des Buchstabens U zusammen. Im Lateinischen Alphabet wurde ursprünglich für die Buchstaben U und V dasselbe Schriftzeichen, eben V, verwendet.
Im 18.Jahrhundert setzt sich jedoch immer mehr die Schreibweise des runden U durch.
siehe auch Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/U

Bei den Haller Prägungen taucht das runde U erstmals auf Münzen Kaiser Josef I. auf.

Wobei jedoch daneben fallweise immer noch die alte Schreibweise verwendet wurde. So gibt es auf ein und derselben Münze beide U-Formen (entweder getrennt auf Avers und Revers, oder aber auch auf ein und derselben Münzseite).
Hier haben die Stempelschneider einfach noch alte Punzen weiterverwendet, bzw. sich an den älteren Münzlegenden orientiert.
Dies kann man auch noch auf den Münzen Karl VI. und Maria Theresias beobachten. Auf den Münzen Karl VI. gibt es teilweise sogar eine besondere U-Form mit einem Häkchen. Und sogar bei noch späteren Prägungen (Josef II. bis Franz II.) taucht in Verbindung mit lateinischen Umschriften immer wieder die V-Form (teilweise sogar nur die V-Form) für den Buchstaben U auf.

=> siehe auch Moser-Tursky, Die Münzstätte Hall in Tirol 1665-1809; Seite 64/65


Dasselbe ist anatürlich uch bei Prägungen anderer Münzstätten (nicht nur bei Münzen, vor allem auch bei Medaillen) zu beobachten, wobei das im 20. Jahrhundert eher aus nostalgischen oder nationalistischen Gründen heraus geschah.

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zwanzger

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BeitragVerfasst: 20. Aug 2016, 13:49 
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Hier einige Beispiele:

Karl VI. => VI Kreuzer 1728 Hall (M.T.880) U mit Häkchen gemischt mit V, beides im Revers

=> bei ARCHIDUX und DUX ist die U-Form jene U mit Häkchen
=> bei AVSTRI(AE) und BV(RGUNDIAE) jedoch die U-Form V

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Karl VI. => VI Kreuzer 1739 Hall (M.T.889) V im Avers, U und V im Revers

=> Avers HV(NGARIE)
=> Revers AVST(RIAE) - DUX - BV(RGUNDIAE)

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