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Fundstück MA-Pfennig?
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Autor:  Walker [ 24. Feb 2019, 18:37 ]
Betreff des Beitrags:  Fundstück MA-Pfennig?

Hallo miteinander,

hab hier ein Fundstück von einem Kollegen, ein eindeutiger Härtefall,
sollte ein Vierschlag sein, kommt mir aber etwas eigenartig vor,
ausserdem find ich da nichts vergleichbares, eventuell kann jemand weiterhelfen.
Die Bilder sind leider nicht die besten, aber mehr hab ich dazu nicht.

danke im Voraus,
Grüsse Walker

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Bildschirmfoto 2019-02-24 um 18.27.17.jpg
Bildschirmfoto 2019-02-24 um 18.27.17.jpg [ 87.19 KiB | 14145-mal betrachtet ]

Autor:  hexaeder [ 25. Feb 2019, 10:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Fundstück MA-Pfennig?

Hallo Walker,
der Rand sieht mir schon etwas eigenartig aus. :? Der kommt auf dem Foto so kantig rüber. Aber es ist immer eine Gradwanderung, die Authentizität aufgrund von Fotos, in diesem Fall auch noch schlechte, anzuzweifeln. Habe selbst auf einem MA-Fest einmal einen Pfennig geschlagen, da hat der Rand auch so ausgesehen. Außerdem habe ich sowohl einen Dünnpfennig, als auch einen "Wiener Pfennig" als Kappelheimer (Sondlermünze) zu Hause. Die sehen täuschend ähnlich aus - bis auf die Prägung. :)
Hast du Gewicht und Durchmesser? Ist der Pfennig eher weich?
Pfennig mit derartigen Punkten und Vierschlag kenne ich eigentlich nur aus Landshut, Bayern. Die Württemberger mit derartigen Punkten sind runder und ohne Vierschlag.
hexaeder

Autor:  Walker [ 25. Feb 2019, 19:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Fundstück MA-Pfennig?

Vielen Dank für deine Antwort hexaeder,

bin ebenfalls der Meinung, das es irgendwie eigenartig rüberkommt,
über diese sogenannten *Kapperlheimer* weis ich Bescheid und kenne
auch etliche gefundene von einigen Sondengehern.
Diese Fundstücke stammen aus der Wiener Gegend, aber genau deswegen
kommen die mir sonderbar vor, auch von der Stärke/Rand her.
auch bei den Bayern bin ich nicht fündig geworden.
Ich werd versuchen weitere Daten darüber zu bekommen.

Gruss Walker

Autor:  Walker [ 26. Feb 2019, 21:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Fundstück MA-Pfennig?

Hallo,

das Gewicht sollte 0,17g sein, die Breite 13mm,
das Material ist nach Meinung des Finders Silber,
und sollte sich hart anfühlen, irgendwie eigenartig,
wird doch nicht eine Neuauflage des berühmten Kapperlheimer sein :o

Gruss Walker

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Autor:  hexaeder [ 28. Feb 2019, 16:07 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Fundstück MA-Pfennig?

Hallo Walker,
habe dir Fotos von jenen Sondlermünzen beigefügt, die für eine Mittelalter Münze gemacht wurden. Die gibt es aber auch als Silberdenare, keltische Drachmen, römische Folis und Großmünzen oder sogar als massive Silbermünzen bis 3 cm (!!!) Durchmesser.
Das größere und hauchdünne Stück soll einen hochmittelalterlichen Dünnpfennig nachahmen und wiegt 0,14g bei rund 21 mm Durchmesser. Das ist natürlich viel zu leicht für einen richtigen Dünnpfennig, denn z.B. ein originaler Neunklirchner Pfennig in dieser Größe würde zwischen 0,75g und rund 1g auf die Münzwaage bringen.
Interessant ist auch das zweite und viel kleinere Stück mit rund 12,5 mm Durchmesser bei 0,81g. Es soll einen Spätmittelalterlichen Pfennig nachahmen, zeigt aber keinen Vierschlag. Zudem ist das Stück für einen Pfennig etwas zu dick und viel zu schwer.
Bin mir aber ganz sicher, dass diese Münzen und jene von dir gezeigte (gesetzten Falles, dass es sich dabei tatsächlich um einen Nachahmung handelt) mit Sicherheit NICHT aus der selben Werkstatt stammen.

Jenes von dir gezeigte Stück erreicht zwar die durchschnittliche Pfenniggröße, ist aber mit 0,17 g viel zu leicht dafür. Ein Pfennig sollte mindestens das doppelte Gewicht oder sogar noch etwas mehr aufweisen. Dieses Gewicht würde einem durchschnittlichen Hälbling entsprechen. Dafür ist das Stück aber wiederum zu groß. Daher denke ich, dass unser Verdacht immer konkreter wird.

hexaeder

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Autor:  hexaeder [ 28. Feb 2019, 16:22 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Fundstück MA-Pfennig?

Leider finde ich jenen "Pfennig" nicht mehr, den ich bei einem Mittelalterfest vergangenes Jahr selbst geschlagen habe. Der wurde mit einem Seitenschneider von einem Blechstreifen herunter geschnitten und hatte eine, dem von dir gezeigten Stück, sehr ähnliche Randstruktur. Vierschlag und Prägung habe ich ausnahmsweise auch selbst durchführen dürfen. Nachgeprägt wurde dabei ein B 234 von Albrecht II.

hexaeder

Autor:  Walker [ 20. Apr 2019, 06:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Fundstück MA-Pfennig?

Mittlerweile ist wieder wieder so ein Stück aufgetaucht,
irgendwie eigenartig, vergleichbares ist nicht zu finden :?: :?
Leider hab ich keine ordentlichen Bilder dazu.

Gruss Walker

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Autor:  hexaeder [ 24. Apr 2019, 06:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Fundstück MA-Pfennig?

Hallo Walker,
hast du zu dem weiteren Stück auch Gewicht und Größe?
Der sieht allerdings schon sehr "original" aus.
hexaeder

Autor:  Walker [ 5. Mai 2019, 17:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Fundstück MA-Pfennig?

Leider etwas spät, aber gerade erst jetzt bekommen!
Dm 11mm, Gewicht 0,48g.
Bin trotzdem im Glauben das es sich um eine neuzeitliche Fälschung handelt.

Gruss Walker

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Autor:  hexaeder [ 5. Mai 2019, 19:02 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Fundstück MA-Pfennig?

Hallo Walker,
das Gewicht würde ideal zu einem MA-Pfennig passen. Der DM ist allerdings schon deutlich kleiner als die üblichen 14-15 mm. Mit 11 mm wäre es von der Größe her gesehen bereits ein Hälbling. Dazu passt aber das Gewicht gar nicht. Hälblinge haben je nach Typ und Materialbeschaffenheit so zwischen 0,15 bis 0,30 gr.
Hier ein Link zu einigen MA-Pfennigen aus dem späten 20. und frühen 21. Jahrhundert. ;) Hierbei handelt es aber um keine Fälschungen, sondern um Sondlermünzen, sogenannte "Kappelheimer":

http://www.numismatik-cafe.at/viewtopic.php?f=38&t=7143

hexaeder

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