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BeitragVerfasst: 22. Nov 2017, 16:54 
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Doktor
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Nachdem in diesem Forum die Prägungen aus Meran und Lienz schon des Öfteren behandelt wurden, möchte ich heute ein weiteres Kapitel der Tiroler Mittelalterprägungen ansprechen, nämlich jene aus der (bischöflichen) Münze Trient.


Der Prägezeitraum erstreckte sich, mit Unterbrechungen, vom letzten Drittel des 12. Jahrhunderts (ab ca. 1177) bis Mitte des 14. Jahrhunderts (1347), und lässt sich in vier Perioden unterteilen:


=> Prägungen unter Bischof Salomon und seinen Nachfolgern von ca. 1177/83 bis 1230
geprägt wurden ausschließlich schüsselförmige Berner (Piccoli) nach venezianischem bzw. Veroneser Vorbild

=> Prägungen unter der kaiserlichen Podestarie von 1236 bis 1255
geprägt wurden Solidi (12 Bernerstücke) und Berner

=> Prägungen unter Bischof Egno von Eppan ab 1255 bis 1284
Zwanziger mit segnendem Bischofsbild und Berner

=> Prägungen unter Bischof Nicolaus von Brünn von 1341 bis 1347 (Wiederaufnahme der Prägetätigkeit nach 57 Jahren)
Zwanziger, Vierbernerstücke und Berner mit Bischofsbild



Trient (italienisch Trento, trentinisch Trènt, ladinisch Trënt)

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Albrecht Dürer Das Schloss von Trient (1495)

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zwanzger

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BeitragVerfasst: 22. Nov 2017, 17:08 
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Doktor
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Als erste Münze zu diesem Thema möchte ich einen Solidi zu 12 Bernern (Schilling) aus der Zeit der kaiserlichen Podestarie vorstellen:



Gruppe 1, T mit drei Punkten, CNTM-T24, früheste Type mit einem Durchschnittsgewicht von 1,4g und einem Durchschnittsfeingehalt von 1,2g



Avers: + . EPS . TRIDEN . (Episcopus Tridentinum) T im Feld, umgeben von drei Punkten
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Solidus 2.jpg [ 104.68 KiB | 2691-mal betrachtet ]


Revers: +. IMRATOR . F . (Imperator Fridericus) Kreuz im Feld, in den Kreuzwinkeln oben zwei Sterne, unten zwei Punkte
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Solidus 1.jpg
Solidus 1.jpg [ 109.69 KiB | 2691-mal betrachtet ]


Diese Münzen waren die ersten Mehrpfennigprägungen (Grossi) im Regnum Teutonicum, also auf damalig deutschem Herrschaftsgebiet.

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BeitragVerfasst: 25. Nov 2017, 07:20 
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zwanzger,

ein hervorragendes Stück, dass du uns hier vorstellst. Obwohl bereits zwischen 1236 und 1255 geprägt, in einer für das endende Hochmittelalter kaum zu übertreffender Prägequalität. :whow:
Gehe ich richtig in der Annahme, dass einige erst kürzlich versteigerte Exemplare von Bischof Egno von Eppan, den Anstoß zu deinen neuen Leitfaden gegeben haben könnten? :?: :idea:
Da wir uns hier über das Forum bereits virtuell schätzen gelernt haben würde es mich für dich sehr freuen, wenn vielleicht auch die Artikel 722, 723 und 724 möglicher Weise den Weg in deinen Münzkoffer gefunden hätten.
Ehrlich gesagt war die Versuchung hier schon sehr groß, auch zu mindestens eines dieser seltenen und hervorragend geprägten Stücke zu erwerben, die noch dazu preislich einiger Maßen im Rahmen geblieben sind. Wenige Nummern danach kamen allerdings einige Pfennige aus meiner Heimat Neunkirchen und Fischau unter den Hammer und jene sechs Stücke, die mir noch gefehlt haben, sind leider sehr weit über das veranschlagte Weihnachtsbudget hinaus gegangen. ;) Gut, darum gibt es heuer "selbstgebasteltes" unter dem Weihnachtsbaum und Erdäpfelsuppe auf dem Tisch. Man muss schließlich Prioritäten setzen. :roll:

Vielleicht sehen wir hier später noch das eine oder andere Stück von Egno von Eppan?

hexaeder

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BeitragVerfasst: 25. Nov 2017, 16:52 
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Servus hexaeder,

hexaeder hat geschrieben:
Gehe ich richtig in der Annahme, dass einige erst kürzlich versteigerte Exemplare von Bischof Egno von Eppan, den Anstoß zu deinen neuen Leitfaden gegeben haben könnten?


Ja und Nein, wollte dieses Thema schon seit längerem ansprechen, leider fehlte bis jetzt schlicht und einfach die Zeit!

hexaeder hat geschrieben:
....wenn vielleicht auch die Artikel 722, 723 und 724 möglicher Weise den Weg in deinen Münzkoffer gefunden hätten.


habe die Auktion zwar verfolgt, aber die drei von Dir genannten Stücke standen nicht auf meiner Liste, da ich diesen Typus schon besitze.

hexaeder hat geschrieben:
Vielleicht sehen wir hier später noch das eine oder andere Stück von Egno von Eppan?


Arbeite bereits daran………

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BeitragVerfasst: 25. Nov 2017, 16:54 
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Doktor
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hexaeder hat geschrieben:
......danach kamen allerdings einige Pfennige aus meiner Heimat Neunkirchen und Fischau unter den Hammer.........


Bei diesen Stücken dachte ich mir bereits, dass das eine oder andere Stück den Weg in die "Püttner Mark" finden würde………….. ;)

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BeitragVerfasst: 31. Dez 2017, 15:17 
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Bevor sich das alte Jahr dem Ende zuneigt, möchte ich als zweites Stück zu diesem Thema einen Zwanziger mit segnendem Bischofsbild unter Bischof Egno von Eppan vorstellen.

Nach den Grossi zu 12 Bernern (Denari) wurden ab 1255 (Einzug Bischof Egnos von Eppan in Trient) neue, schwerere Grossi geprägt, die nunmehr 20 Bernern entsprachen (sogenannte Zwanziger)

Diese ersten Zwanziger kann man von ihrer Portraitseite her, wirklich als Kleinkunstwerke spätromanischer Münzprägung bezeichnen.

Geprägt von 1255 bis 1256
CNTM (1.Abteilung, 2.Gruppe) T38

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CNTM T38.jpg
CNTM T38.jpg [ 116.73 KiB | 2476-mal betrachtet ]


Avers: + . EPS.TRIDENTI . (Episcopus Tridentinum), im Feld das Brustbild des Bischofs mit Mitra nach links, die rechte Hand segnend erhoben, in der Linken das Pedum mit Fähnchen haltend.
Revers: + . INPERATOR . ; Kreuz vor F (Fridericus) im Feld, als Beizeichen > Punkt über Kreuz und Punkt nach F



Somit möchte ich noch allen "Cafebesuchern" einen "Guten Rutsch", viel Glück und vor allem Gesundheit für das neue Jahr 2018 wünschen!

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zwanzger

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BeitragVerfasst: 31. Dez 2017, 15:49 
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Wirklicher Hofrat

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Ein tolles Stück. Wenn alle Österreicher so wären, würde ich verstärkt Österreicher sammeln. Aber leider sehen die meisten ja aus wie zerknitterte Weinflaschenverschlüsse.
Gruß ischbierra


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BeitragVerfasst: 31. Dez 2017, 16:30 
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Professor

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Gratulation zu diesem Stück.


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BeitragVerfasst: 31. Dez 2017, 18:40 
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Wirklicher Hofrat
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ischbierra hat geschrieben:
Ein tolles Stück. Wenn alle Österreicher so wären, würde ich verstärkt Österreicher sammeln. Aber leider sehen die meisten ja aus wie zerknitterte Weinflaschenverschlüsse.
Gruß ischbierra


Also, lieber ischbierra, da muss ich schon ein wenig protestieren. Es gibt auch sehr schöne "Österreicher" und "numismatische Weinflaschenverschlüsse" kann man überall finden. Dass es bei uns relativ viele "zerknitterte" oder schwach ausgeprägte gibt, hängt wohl mit der ungeheuren Vielfalt an Prägungen durch die Münzverrufungen zusammen. Es sei aber zugegeben, dass man sich dabei auch beim Münzbild oft keine besondere Mühe gegeben hat. Ich hoffe, dass du heute am Silvester wenigstens ein gutes Tröpfchen (ohne zerknittertem Verschluss) öffnen kannst. Prosit Neujahr nach Dresden!
Zwanzger, Dein Stück ist wirklich phantastisch; ich würde mich glücklich schätzen, so etwas in meiner Sammlung zu haben. Herzliche Gratulation.
Mein bestes Exemplar aus diesem Raum ist ein Zwanziger aus Verona, den ich hier vorstelle und allenfalls um eine genauere Bestimmung bitte. Er soll von Friedrich II stammen und unter Biaggi 2971 katalogisiert sein (den Katalog habe ich leider nicht).
Schone Grüße und einen guten Rutsch!
OTAKAR


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Verona Grosso -20 Denarii Friedrich II..jpg
Verona Grosso -20 Denarii Friedrich II..jpg [ 62.52 KiB | 2450-mal betrachtet ]

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BeitragVerfasst: 31. Dez 2017, 19:47 
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Wirklicher Hofrat

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Lieber otakar,
ein fröhliches Prosit zurück nach Österreich. Ja, eine Flasche Chablis steht gut gekühlt im Kühlschrank. Ich warte jetzt nur auf meine Frau, die mit ihrem Chor - traditionell - Beethovens Neunte singt.
Gruß ischbierra


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