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Seltene Wappenpfennige und Schinderlinge aus dem 15. Jhdt.
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Autor:  hexaeder [ 18. Nov 2017, 05:24 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Seltene Wappenpfennige und Schinderlinge aus dem 15. Jhd

Interessant sind bei beim F b 34 auch die ungewöhnlichen Zeichen in den äußeren Dreipasswinkeln. Während sich bei den verwandten F a 48 und F a 49 Typen aus Wiener Neustadt hier kreuzförmige gotische Blätter befinden, zeigt die Version aus Graz ein quergestrichenes "IA" oder andersrum gelesen ein "VI".
"VI" oder vielleicht "römisch 6" ergibt aber wenig Sinn, da unter Friedrich V.(III.) die ersten datierten Münzen des Mittelalters im Wiener Raum aufgetaucht sind. Die Jahreszahlen sind hier aber auf diesen Belegen gotisch gestempelt, was einem Sechser in heutiger Schreibweise sehr ähnlich ist.
Hat jemand von euch eine Erklärung zu diesen Beizeichen oder gibt es eine wissenschaftliche Stellungnahme dazu?

hexaeder

Autor:  hexaeder [ 22. Nov 2017, 19:12 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Seltene Wappenpfennige und Schinderlinge aus dem 15. Jhd

Hier hätte ich ein Stück für den Kenner:
Es handelt sich dabei um einen zweiseitigen Pfennig von Friedrich V. (III.) ab 1456, höchstwahrscheinlich auch aus der Münzstätte Wiener Neustadt (?).
Vom Typ her dürfte das Stück in den Bereich F a 48 oder F a 49 fallen. Allerdings entspricht dieser Pfennig keinem jener 7 Stücken genau, welche von Koch hier beschrieben und abgebildet wurden. Am nähersten würde noch der F a 48 b kommen.
Das "F" oben weist eine etwas andere Form auf, das "C" auf der linken Seite würde hinkommen, aber handelt es sich beim Buchstaben rechts unten um ein "h"?
Wäre sehr auf eure geschätzte Meinung gespannt.
hexaeder

Dateianhänge:
0368-CNA-F-a-48-oder-49-Friedrich-V.-(III.)-1424-1493-web.jpg
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Autor:  hexaeder [ 7. Dez 2017, 17:48 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Seltene Wappenpfennige und Schinderlinge aus dem 15. Jhd

Ein Halbgroschen 1472 von Friedrich V. (III.) CNA F b 18.

Ein Original in schlechter Qualität mit Kupferkern offiziell in Graz gemünzt oder doch eine zeitgenössische Fälschung :?:
Durchmesser: 22 mm, Gewicht 1,33g
Die Umschrift ist voll lesbar, die Details sind ebenfalls gut erkennbar, aber leider fotografisch sehr schwer zu dokumentieren. Leider ist auch hier wie so oft der Fall, "interessant das Gegenteil von schön". ;)

hexaeder

Dateianhänge:
0370-CNA-F-b-18-Fälschung-Friedrich-V.-(III.)-1424-1493-web.jpg
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0370-CNA-F-b-18-RV-Fälschung-Friedrich-V.-(III.)-1424-1493-web.JPG
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Autor:  Jetonicus [ 7. Dez 2017, 21:06 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Seltene Wappenpfennige und Schinderlinge aus dem 15. Jhd

Zeitgenössische Fälschung.
Ich vermute, daß es mit meinem Exemplar stempelgleich ist: gleiches Datum. Bitte vergleiche und schreibe es mir.
Besonders originell sind bei den beiden Stücken die drei Monde im kleinen Wappenschild unten: die Monde sind abnehmend (C-förmig), auf den echten Stücken nimmt der Mond zu (D-förmig)!
Diese Grossetl wurden 1467 bis 1473 geprägt, aber nicht alle Jahre. Ich habe 31 Exemplare in meiner "Kartei" [1469: 1 Ex., 1470: 0 Ex.,] (darunter 5 eigene + 1 falscher), sind also durchaus selten.
Vom Jahrgang 1472 kenne ich 8 Exemplare, aber mein falsches Stück scheint mit keinem stempelgleich zu sein: wäre eine tolle Sache, wenn in der kaiserlichen Münzstätte zu Graz Fälschungen mit den Originalstempeln nachweisbar wären!

Jetonikus

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Autor:  hexaeder [ 11. Dez 2017, 11:32 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Seltene Wappenpfennige und Schinderlinge aus dem 15. Jhd

Lieber Jetonicus,
die Antwort hat leider etwas gedauert, denn ich habe das vergangene Wochenende in Graz verbracht.

Die Umschrift meines Exemplars ist meiner Meinung nach identisch mit deinem Stück . Auch die Halbmonde auf der Wappenseite unten in der Umschrift sind ganz bestimmt "abnehmend" (C-förmig). Ob das Stück aber tatsächlich auch stempelgleich ist, dass musst du selbst mit dem Stück in der Hand entscheiden.

Habe noch ein weiteres Foto beigefügt, auf dem auch eine (leider eingerollte) Fälschung des F a 44 von Friedrich abgebildet ist und ein halbiertes Originalstück des selben Typs.

Was meinst du dem zuvor abgebildeten Stück?
Handelt es sich hier um einen F a 48 b oder eine noch nicht beschriebene Variante? Handelt es sich bei dem Zeichen rechts unten im Dreipass um ein "n", "h" oder ein bisher noch nicht aufgetauchtes zusammengeschriebenes "IR"?

hexaeder

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Autor:  Jetonicus [ 13. Dez 2017, 00:12 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Seltene Wappenpfennige und Schinderlinge aus dem 15. Jhd

Lieber Hexaeder,

Deinen F - C - h würde ich ohne weiteres als F a 48 b bezeichnen, die Buchstaben stimmen nicht immer mit der Idealvorstellung überein. Auf jeden Fall ein sehenswertes Stück!

Jetonicus

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