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Ulrich von Rosenberg, Krumau und Georg von Podiebrad
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Autor:  hexaeder [ 13. Jun 2017, 06:09 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Ulrich von Rosenberg, Krumau und Georg von Podiebrad

Jetonicus,
soweit ich mich erinnere hatten wir den mährischen Pfennig schon einmal als Silbermünze. Bezeichnend ist diese kreuzförmige Krallendarstellung. Allerdings sind auf der jetzt gezeigten Kupfermünze die Querbalken vom Bindenschild nicht wirklich erkennbar.
Habe mein Stück nach der Diskussion von damals unter Albrecht II, römisch-deutscher Vierfachkönig, Münzstätte Brünn (1438-1439) bezettelt. Das wäre allerdings um 20 Jahre früher, als du bei der Kupfermünze denkst.

Zu den Schinderlingen und Münzfälschungen:
Da ich gute Kontakte zu den Findern der Münzen habe, bin ich eher der Ansicht, dass Schinderlinge und auch frühere mittelalterliche Fälschungen gar nicht so selten sind, wie es in der allgemeinen Meinung vertreten wird. Hatte selbst einen Fund von 24 Pfennigen, von denen nur 2 aus Silber sind und der Rest aus Schinderlingen besteht. Ich denke eher, dass die meisten davon aus Unverständnis weggeworfen werden, weil sie nicht aus Silber sind und somit gar nicht "wieder in den Umlauf kommen". Leider besteht hier auch keine Chance einer Dokumentation. Als Ackerfunde kommt noch hinzu, dass die Oberfläche der ohnehin zumeist nicht sehr deutlich geprägten Pfennige durch die Einwirkung moderner chemischer Düngemittel derart angegriffen ist, dass man die Münzen nicht mehr von gewöhnlichen Kupferplättchen unterscheiden kann. Zudem sind Schinderlinge durch den Prägeschlag oft stark eingerissen, was die Münze bei mechanischer Beanspruchung durch Pflüge und Eggen sofort zerbrechen lässt. Pfennige sind an sich schon sehr schwer zu finden und zerbrochene Stücke beinahe unmöglich. Das ist scheinbar auch der Grund, warum es relativ wenige Hälblinge gibt, die meiner Meinung nach aber gar nicht so selten sind und bei einem größeren Münzfund mehr als die Hälfte der Belege darstellten. Vom Fa 38 hatte ich in letzter Zeit Schinderlinge einer Variante, der Version "b" und auch vom "A" mit den Sternen in den Kreuzwinkeln. Auch einen Fa 61 aus Kupfer konnten wir erst kürzlich antreffen.
Denke es wird Zeit für ein Treffen. ;)

hexaeder

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