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BeitragVerfasst: 16. Mai 2017, 23:17 
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Geschätzte Münzfreunde,
habe hier einen einseitigen Vierschlag-Pfennig, den ich leider nicht genau zuordnen kann.
Das Bild erinnert mich an den Schwanz des Löwen vom Prager Groschen von Wenzel II. Würde den Pfennig ins 14. oder 15. Jhdt. datieren. Habe meine Suche hauptsächlich auf Böhmen, Prag und Kuttenberg, konzentriert.
Durchmesser: 14 x 13 mm
Gewicht: 0,69 gr
Vielleicht kennt jemand von euch das Stück?

hexaeder


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Zuletzt geändert von hexaeder am 31. Mai 2017, 19:51, insgesamt 2-mal geändert.
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BeitragVerfasst: 17. Mai 2017, 20:35 
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Der B 156 Münze Enns aus dem Österreichischen Interregnum wäre zwar ähnlich, passt aber vom Stil her nicht. Die Pfennige der Reichsverwaltung sind wulstiger, zweiseitig und haben keinen derart ausgeprägten Vierschlag.

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BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 11:46 
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Wirklicher Hofrat

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Hallo hexaeder,
der Hinweis auf Castelins Buch hat mir geholfen. Ich habe es auch - und auch gleich mal nachgesehen. Dort findet man ein solches Stück unter der Nr.67, vom Autor zugewiesen an Ulrich von Rosenberg, Münzstätte Böhmisch Krumau, 1. Hälfte 15.Jhd.
Gruß ischbierra


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BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 18:02 
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Hallo ischbierra,

herzlichen Dank für die Hilfe bei der Zuordnung des Vierschlagpfennigs! :book:

Wie bereits im Thread von franztimm angekündigt, hätte ich da noch ein weiteres "Schmankerl" ;)
Meiner Meinung nach in etwa die selbe Zeit, aber diesmal eher gegen Ende 15., vielleicht auch Anfang 16.Jhdt. und auch Böhmen. Die Münze ist aus Billon hergestellt. Vom Stil her relativ flach und das Prägebild erscheint sehr trivial. Deshalb würde ich eher an eine zeitgenössische Fälschung denken. Diese Münze hat auch keinen erkennbaren Vierschlag.

Durchmesser 15 mm, Gewicht: 0,51g

Vielleicht könnt ihr mir bei der Zuordnung und Datierung dieses Beleges auch helfen?

hexaeder


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 Betreff des Beitrags: Re: Ulrich von Rosenberg Krumau
BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 18:06 
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Im selben Verband befand sich auch ein sogenannter "Weißpfennig" von Wladislaus II. (1471-1516), Böhmen/Kuttenberg (Donebauer 959).

hexaeder

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 Betreff des Beitrags: Re: Ulrich von Rosenberg Krumau
BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 19:09 
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Castelin zeigt Stücke, die diesem recht nahe kommen (Nr.82-85) aus den Jahren 1460-68 unter Georg von Podebrad. Er schreibt, sie hätten nur ein Feingehalt von 0,268-0,25 gehabt und damit nur ein Viertel Silber. Ich schließe daraus, das die Stücke dann so um 1 gr. gewogen haben. Zugleich schreibt er, daß diese Stücke auch in Fälscherwerkstätten hergestellt wurden - was Deine Vermutung bestätigen könnte.
Gruß ischbierra


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 Betreff des Beitrags: Re: Ulrich von Rosenberg Krumau
BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 19:41 
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ischbierra,
das könnte hinkommen.
Habe natürlich sofort gegoogelt, wer Georg von Kunstadt und Podiebrad (tschechisch: Jiří z Kunštátu a Poděbrad) war - von 1458 bis 1471 König von Böhmen. Der Böhmische Löwe aus der Heraldik mit geteiltem Schwanz in der Form einer "8" kommt jenem auf der Münze ebenfalls sehr nahe.

Leider konnte ich unter Castelin 82 bis 85 im Netz nichts finden. Vielleicht ergibt sich mal die Möglichkeit in einem Castelin zu blättern?

Bin mir nicht sicher, ob man den Feingehalt nicht anders berechnet?

Herzlichen Dank,
hexaeder

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BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 19:56 
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Ich habe mal die 67 und die 80er aus dem Castelin abphotographiert


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BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 20:36 
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ischbierra,
möchte mich für deine Mühe bedanken!

Castelin 67 kommt ohne Zweifel hin.

Wenn ich so die Münzen Castelin 82b, c oder 84 betrachte, dann denke ich, dass du auch hier richtig liegst. Dieser Typ wurde hier gefälscht! Bin mir auch ziemlich sicher, dass es sich bei meiner Münze um eine zeitgenössische Fälschung handelt. Der profilschwache Ring um den Löwen, der triviale Kopf, im Vergleich mit z.B 82b,.....
Aber auch zeitgenössische Fälschungen sind gelaufene Münzen aus jener Zeit, zumeist viel seltener als die Originale selbst und durchaus sammelwürdig.

Danke,
hexaeder

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BeitragVerfasst: 31. Mai 2017, 21:02 
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gern geschehen


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