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 Betreff des Beitrags: Drachen Greife und andere Fabelwesen
BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 22:56 
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Wirklicher Hofrat
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Ich möchte also den Thread über Fabelwesen beginnen. Der Zeithorizont geht hier wahrscheinlich über das Mittelalter hinaus, da viele dieser Wesen bereits in der Mythologie der Antike verwurzelt sind. Immer wieder finden sich detailgetreue, oft groteske Beschreibungen, die uns heute ein Schmunzeln entlocken, wenn wir von Mischwesen aus verschiedenen Tieren oder Tier und Mensch lesen. Jedem von ihnen wurden bestimmte Eigenschaften zugedacht. Sie waren einerseits Helfer oder Beschützer, andererseits Tod, Unheil und Vernichtung bringende Furien. Interessante Informationen kann man dem „Physiologus“ entnehmen, einem Werk, das im 2. Jahrhundert entstanden ist und in vielen Versionen – immer wieder abgeändert und ergänzt - bis ins Mittelalter durch die Bibliotheken geistert.
Ich eröffne den Reigen mit dem Greif und hoffe auf viele Beiträge.
Der Greif ist ein Tier, das einen Löwenkörper mit Flügeln und einen Adler- oder Geierschnabel hat. Die Wurzeln dieses Wesens gehen bis weit in die Antike zurück. Vermutlich begründeten Fossilien von Dinosauriern (Protoceratops), die skythischen Goldschürfern bei ihren Grabungen in der Wüste Gobi in die Hände fielen, diesen Mythos. Man dichtete ihm ungeheure Kräfte an und hielt ihn für den Bewahrer des Goldes, der sein Nest (häufig gefundene Dinosauriereier) fürsorglich bewacht. Die Griechen hielten ihn für den Begleiter Apollons, er galt auch als Verkörperung der Rachegöttin Nemesis und auch als Symbol des Hochmutes. Alexander der Große soll versucht haben, auf einem Greif bis zu den Grenzen des Himmels vorzustoßen. Im Christentum des Mittelalters schwenkte die Symbolik ins Positive und der Greif wurde zum Symbol für die Doppelnatur Christi als Gott und Mensch, der den Basilisken – das Symbol des Teufels – besiegen kann.
Mein Avatar zeigt eine Schmuckscheibe mit Greifmotiv aus dem 12. Jahrhundert, die sich in unserem Museum befindet. Die Ritter schmückten mit solchen Amuletten ihre Pferde, um Unheil von ihnen und sich selbst abzuwehren
Die hier gezeigten Wiener Pfennige stammen alle aus der Babenbergerzeit.
OTAKAR


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BeitragVerfasst: 13. Jan 2014, 12:24 
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Wirklicher Hofrat
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Ich füge hier der Vollständigkeit halber noch meinen schönsten Greif an, den ich schon beim Beitrag über die Romanischen Bauten gezeigt habe, den A44 aus Salzburg unter Erzbischof Wladislaus (1265 - 1270).
OTAKAR


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 00:12 
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Wirklicher Hofrat
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Eigentlich hätte ich gedacht, dass hier jetzt ganze Geschwader von Greifen einfliegen werden. Wo sind sie denn alle, vom Bodensee bis Pommern? :?:
Oder halten sie gerade Winterschlaf? :(
:cry: Alfred :headbang:

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BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 00:40 
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Wirklicher Hofrat

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Lieber Alfred,
ich ahne, wie Du leidest. Meine Greife haben sich versteckt, ich muß sie erst suchen. Nur die Rostocker haben sich gleich gemeldet.
Hier kommen sie:


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 00:42 
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Wirklicher Hofrat

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Und noch zwei:


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 00:43 
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Wirklicher Hofrat

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Und noch ein letzter:
Gruß ischbierra


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 11:06 
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Das sind ja schon tolle Stücke! Danke ischbierra.
Vielleicht hat noch jemand Beiträge aus dem norddeutschen Greifennest (Stettin, Garz,..).
Auch unsere Griechenfreunde sind eingeladen, eventuell einen schönen ionischen Stater aus Teos zu zeigen. Ich habe davon zwar eine Menge Bilder, aber leider kein eigenes Exemplar.
Hat jemand einen Überlinger Greifen-Brakteat oder einen aus Regensburg?
LG
OTAKAR

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BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 17:28 
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Doktor
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:appaus: Sehr schön! Meine Greife wären greifbar, nur die Zeit rieselt mir durch die Finger...

Bis bald
AvP

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BeitragVerfasst: 18. Jan 2014, 18:11 
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Wirklicher Hofrat
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otakar hat geschrieben:
Auch unsere Griechenfreunde sind eingeladen, eventuell einen schönen ionischen Stater aus Teos zu zeigen.

Zwar nicht aus Theos, aber immerhin aus der griechischen Welt - aus Abdera - kommen die beiden folgenden Greife.
Dateianhang:
360-345-BC_Abdera_Thrakien_Drachme_Greif_n.jpg
360-345-BC_Abdera_Thrakien_Drachme_Greif_n.jpg [ 98.87 KiB | 8452-mal betrachtet ]

THRAKIEN, Abdera. Tetrobol (2,32g, 16x14 mm). 336-335 v. Chr. Vs.: ABDH/RITEWN, liegender Greif nach links. Rs.: Apollonkopf n. r. in quadratischem Feld. Umlaufend EPI OMHROU. May Group CXXXVII, 546.


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BeitragVerfasst: 18. Jan 2014, 18:17 
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Wirklicher Hofrat
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Für diese Münze fehlt mir derzeit noch die Referenz, aber immerhin stimmt die Beschreibung. Der Gegenstempel wird sehr unterschiedlich gedeutet. Als Ausgleich für diese Ungenauigkeiten zugefügt habe ich eine Greifenprotome (6.-3.Jh. v. Chr.), ehemals vermutlich die Verzierung eines Votivkessels, aus dem Museum Samos Stadt. Diese Votivgaben werden etwas ausführlicher hier beschrieben.

http://www.metmuseum.org/collections/se ... ons/255367

THRACE, Abdera. Late 3rd-2nd century BC. Æ 25mm (7,93 gm, 12h). Diademed head of Poseidon right, circular shaped cm. Caducaeus? / Club? / ABDH-RITWN, griffin seated left; [monogram to left], AMNG II -; BMC Thrace -; SNG Copenhagen -; Winterthur -.


Dateianhänge:
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