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BeitragVerfasst: 21. Apr 2019, 12:48 
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Hofrat
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Nach der Diskussion zwischendurch über die Randbearbeitung von Mittelalterpfennigen geht es nun wieder zurück zum eigentlichen Thema dieses Leitfadens, den romanischen Prägungen der Formbacher aus Neunkirchen.
Hatte nun etwas Zeit mit dem Photoshop-Programm zu spielen und habe die zwei Bilder jenes weiteren Neunkirchner Pfennigs von Typ B 32b, welche mir Jetonicus hat mir hat zukommen lassen, zu einem Vergleichsfoto zusammengesetzt.
Zitat:
Dieser Pfennig unterscheidet sich beidseitig deutlich von jenen Belegen, welche hier bereits vorgestellt wurden. Das Haupt am Avers trägt wiederum jene für diesen Münztypus bezeichnende kettengliederartige Kopfbedeckung (Diadem?). Allerdings fehlt bei diesem Stück die eingeringelte Kugel vor dem Kopf. Das Fehlen der Kugel am Avers ist bisher nur bei zwei Stücken des B 32a aufgetreten (auf Seite 8 in diesem Leitfaden).
Auch der Revers zeigt, soweit man es auf dem Foto erkennen kann, eine andere Aufteilung der ringelförmigen Beizeichen. Eines davon befindet sich links neben der aufragenden Hand und (höchstwahrscheinlich) ein weiteres unter dem gabelförmig nach unten auslaufenden Ende.
Deutlich kann nun der Betrachter den fehlenden Punkt am Avers erkennen, sowie die bisher noch nicht beschrieben asymetrische Anordnung der Ringel-Beizeichen am Revers.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 6. Mai 2019, 09:32 
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Habe nun auch noch ein Bild angefertigt, auf welchen die Stempelunterschiede der B 32 b inklusive des neu dazu gekommenen Exemplars von Jetonicus mit oranger Farbe gekennzeichnet sind. Besonders interessant ist die Tatsache, das sich jenes (rechts außen abgebildete) Stück von den anderen insofern unterscheidet, dass hier am Avers (Kopfseite) der Punkt vor dem Kopf ebenfalls (deutlich erkennbar) fehlt! Bisher sind nur zwei B 32 a aufgetaucht, auf welche dieser Umstand ebenfalls zutrifft. Dieser Punkt, (zumeist) mit einem Ringel umgeben dürfte deshalb nicht Teil des Motives sein, sondern sollte eher als Beizeichen betrachtet werden. Da dies nun sowohl auf B 32 a als auch B 32 b zutrifft, kann man getrost auch davon ausgehen, dass der fehlende Punkt nicht auf eine Stempelabnützung oder einem Stempelbruch zurückzuführen ist.
Der Revers zeigt eine andere unsymmetrische Anordnung der Ringelbeizeichen. Mit 17 nach außen gestellten Dreiecken in der Umschrift liegt dieses Stück im Rahmen aller bisherigen B 32 b von 17 bis 19 Dreiecken.

Sollten nicht neuerlich weitere noch bisher unbekannte Stücke bei einer künftigen Versteigerung auftauchen, dürfte es das jetzt für längere Zeit mit Neuheiten über den B 32 gewesen sein.

Da in diesem Leitfaden viel über die neu aufgetauchten B 32 und B 35 geschrieben und gezeigt wurde, würde ich als nächsten Formbacher Pfennig gerne den nummernmäßig genau dazwischen liegenden B 34 behandeln. Es würde mich sehr freuen, wenn jemand von euch etwas dazu beitragen könnte?
hexaeder


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BeitragVerfasst: 7. Jun 2019, 16:47 
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Hofrat
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Bevor es hier nun endgültig mit dem B 34 hier weiter geht, möchte ich euch einen weiteren B 35 vorstellen, der mir bei der 108. Münzauktion von HD Rauch in den Münzkoffer gehüpft ist.
Ein bisher noch nicht beschriebenes Exemplar vom B 35. :book:
Koch unterscheidet im CNA 1 am Avers drei verschiedenen Zeichen unter dem gegitterten Bogen vor (und bei bisher nur einem Exemplar hinter) dem die aufragende Hand emporsteht.
Als normalen "B 35" bezeichnet er jenes Stück, welches in diesem Bereich ein romanisches "A" aufweist.
B 35a: im Abschnitt unter dem Bogen eine Kugel
B 35b: wie a; RS: im Feld vier Sterne
B 35c: im Abschnitt unter dem Bogen ein Stern

Bei B 35b unterscheidet Koch aufgrund der Kugel- oder Stern-Beizeichen auf der Rückseite der Pfennige. Damals dürften nicht mehr Exemplare bekannt gewesen sein? Heutzutage hat sich diese Auflistung etwas überholt. Bei einer neuen Auflistung des B 35 sollte man nur über die Zeichen unter dem Bogen am Avers unterscheiden, denn die Anordnung der Kugeln und Sterne im Feld um den Kentauren am Revers variiert beinahe bei jedem Beleg.

Nach bisherigen aufgetauchten Stücken gibt es als Beizeichen unter dem Bogen ein romanisches "A", eine Kugel und einen Stern. Die Kugel gibt es mit der Hand vor dem Bogen und einmal auch dahinter! Neu waren bei dieser Versteigerung zwei Belege, die im Feld unter dem Bogen ein romanisches "T" (oder ein Kreuz ohne dem unteren Balken?) aufweisen. Glücklicher Weise wurde dieser Umstand nur von niemand anderem bemerkt :hide: :mrgreen: , deshalb hielt sich der Hammerpreis auch in Grenzen.
Am Revers finden sich im Feld um den Kentauren drei Sterne und eine Kugel über dem Schwanz.

Gewicht: 0,95g,
Durchmesser: 21,5 mm

Hexaeder

PS: das zweit bisher aufgetauchte Stück ist an einen lieben Bekannten hier im Forum gegangen! ;) Möchte im herzlich dazu gratulieren! :appaus: Vielleicht kann er nach dem Eintreffen auch ein Foto hier einstellen :?:


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BeitragVerfasst: 14. Jun 2019, 20:18 
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B 35 Avers-Vergleich aller bisher publizierten und auch noch nicht edierten Varianten:

B 35: unter dem Bogen ein romanisches "A", auf 12:00 und 06:00 Uhr ein Kreuz in der Pseudo-Umschrift.

B 35a und B 35b: AV wie B 35, aber im Abschnitt unter dem Bogen eine Kugel. (Koch differenzierte hier aufgrund des Revers.) Heute sind allerdings mehrere Revers-Varianten und eine Avers-Variante bekannt. Auf 12:00 und 06:00 Uhr ein Kreuz in der Pseudo-Umschrift.

B 35c: unter dem Bogen ein Stern. Auf 12:00 und 06:00 Uhr ein Kreuz in der Umschrift, bei dem der untere Kreuzschenkel fehlt! Ob dies auch bei jenem von Koch beschriebenen Beleg der Fall war ist leider nicht nachvollziehbar, denn im CNA ist lediglich ein B 35b abgebildet.

B 35 Variante: unter dem Bogen ein Kreuz, bei dem der untere Schenkel fehlt, genau wie bei jenem Kreuz in der Pseudo-Umschrift auf 12:00 und 06:00 Uhr. Diese Variante ist bisher noch nicht publiziert!

Durch klicken auf die Bilder öffnen sich diese in einem neuen Fenster. Je nach Monitor können dann die Pfennige in bis 12 cm Durchmesser betrachtet werden.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 15. Jun 2019, 10:50 
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Liebe Freunde,
zunächst einmal möcht ich hexaeder zu dem prachtvollen uneditiertem B35 gratulieren und gleichzeitig das zweite Stück mit dem Kreuz ohne unterem Balken (bzw. verkehrtes "T") vorstellen, das mir zugesprochen wurde. Es ist für mich ein wichtiges Belegstück eines Neunkirchner Pfennigs aus dem Benediktinerstift Formbach unter Abt Werinto bzw. Dietrich. Leider ist es nicht so schön (liegt auch an meiner Finanzkraft...) aber ich freue mich riesig darüber und danke unserem hexaeder für die Vermittlung. Schön langsam stellt sich die Frage, ob Deine interessanten Ergebnisse zu den Neunkirchner Pfennigen, lieber hexaeder, einmal für eine Veröffentlichung oder zumindest einen Aufsatz in einer Fachzeitschrift zusammengefasst werden sollten. Die offizielle Literatur hinkt ja da - bedingt auch durch die neu aufgetauchten Exemplare - ziemlich nach.
Liebe Grüße!
OTAKAR


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BeitragVerfasst: 22. Jun 2019, 18:13 
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Hofrat
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otakar hat geschrieben:
........und gleichzeitig das zweite Stück mit dem Kreuz ohne unterem Balken (bzw. verkehrtes "T") vorstellen, das mir zugesprochen wurde. Leider ist es nicht so schön (liegt auch an meiner Finanzkraft...) aber ich freue mich riesig darüber und danke unserem hexaeder für die Vermittlung.
Lieber OTAKAR,
jetzt im Nachhinein gesehen wären sicherlich einige froh, wenn sie auch bei deinem unedierten Stück mit gesteigert hätten. :? :o In den letzten Wochen vor der Versteigerung gab es viele hundert Zugriffe auf diesen Leitfaden über die Neunkirchner Pfennige. Allerdings dürfte es trotzdem niemanden aufgefallen sein, denn sonst wären diese beiden Exemplare wesentlich höher gegangen. Dein Stück unterscheidet sich von meinem nicht nur durch die beidseitigen Trugschriften, sondern auch durch die Beizeichen um den Kentaur. Während mein Exemplar drei Sterne im Feld und ÜBER dem Schwanz eine Kugel aufweist, zeigt der Revers von deinem Stück vier Sterne, einer davon UNTER dem Schwanz. Also trotzdem eine sehr interessante Variante, die belegt, dass auch von diesem Typ nicht alle Stücke gleich sind. Der kleine Spannungsriss ist bei einem derartig seltenen Beleg verschmerzbar.
Ich möchte dir recht herzlich zu deinem ersten Formbacher Pfennig gratulieren, der einen schönen und typischen Beleg für diese Prägungen darstellt. In der Trugschrift die typischen Symbole für Neunkirchner Pfennige, wie "liegende "T", Kugeln, dicke "I" und liegende "S". Habe mich im Photoshop-Programm gespielt und einiges davon eingezeichnet.
Zitat:
Schön langsam stellt sich die Frage, ob Deine interessanten Ergebnisse zu den Neunkirchner Pfennigen, lieber hexaeder, einmal für eine Veröffentlichung oder zumindest einen Aufsatz in einer Fachzeitschrift zusammengefasst werden sollten. Die offizielle Literatur hinkt ja da - bedingt auch durch die neu aufgetauchten Exemplare - ziemlich nach.
Werde noch etwas abwarten, ob da etwas von einem Profinumismatiker kommt. Aber der Leitfaden hier hat bereits weit über 50 000 Zugriffe und wenn man im Internet "Neunklirchner Pfennige" sucht, dann kommt man sofort hierher. Bin mir nicht sicher, ob man hier nicht viel mehr interessierte Personen erreicht :?:
Mit diesem Leitfaden sind wir aber erst am Anfang, denn bisher wurden ja nur B 32 und B 35 behandelt. In meinem Münzkasten befinden sich aber noch viel mehr Formbacher Pfennige..... :roll:

hexaeder


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BeitragVerfasst: 19. Jul 2019, 04:35 
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Nachdem die beiden B 35 mit bisher noch nicht publiziertem Beizeichen (nicht ganz unglücklicher Weise :D ) dazwischen gekommen sind, will ich nun den B 34 vorstellen und anhand einiger Fotos etwas genauer beschreiben.
Zum Anfang ein Stück aus meinem Münzkasten, das einen Durchmesser von 20,5 mm aufweist, bei 0,97g.

Koch beschreibt den B 34 im CNA1 wie folgt:
VS: Auf einer geperlten Leiste eine aufragende Hand zwischen zwei S und zwei Türmen. Perlkreis, Pseudolegende. Varianten: Ringel unter der Leiste oder auch im Feld.
RS: Gewappneter mit Schild und gezücktem Schwert mit einem Bären (?) kämpfend. Im Feld links ein Baum und drei Ringel. Unterhalb des Gewappneten ein "liegendes S". Perlkreis, Pseudolegende.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 21. Aug 2019, 12:40 
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Da ich etwas Zeit habe möchte ich im Leitfaden über die Formbacher Pfennige aus der Münzstätte Neunkirchen einen Dünnpfennig vorstellen, der NICHT aus der Prägestätte Neunkirchen stammt. Es handelt sich hier um ein Stück, das in der Fachliteratur als Emmerig 60(b) beschrieben wird. Zugeschrieben wird der Pfennig Heinrich X. dem Stolzen, 1126-1138. Der Prägezeitraum wurde mit "um" 1130 bis 1140 festgelegt. Für den Prägeort steht Regensburg, als Münzstätte der Herzöge aus Bayern.
Das Stück dient zum Vergleich der Prägebilder, um zu veranschaulichen, wie sehr diese Regensburger Gepräge mit den Neunkirchnern verwandt sind und wie schwierig eine genaue Zuordnung und Datierung ist. Es wird vermutet, dass für einige Stücke sogar die selben Bunzen zur Fertigung der Stempel verwendet wurden. Leider hinkt die Literatur hier "etwas" nach.
Vereinfacht gesagt haben die Bayern die jahrhundertelang stark umkämpfte Region in den heutigen politischen Bezirken Neunkirchen und Wiener Neustadt Land mit einer aus zahlreichen Burgen bestehenden Verteidigungslinie wieder einiger Maßen befriedet und gegen die ständig einfallen Horden aus dem Osten gesichert. Mit ihnen kamen auch die Kultur, christlicher Glaube und Weltanschauung, sowie auch das Münzgeld in den Südosten Niederösterreichs. Wir sprechen hier von einem erneuten Beginn einer Münzprägung im Hochmittelalter, mehr als tausend Jahre nach den Kelten.

Eine Münzseite (....mir fehlt leider die Literatur dazu und die Händler jener im Internet angebotenen Belege legen sich nicht genau fest, was denn nun Avers und Revers darstellt) zeigt "weltlicher mit erhobenem Schwert bekämpft Löwen von rechts, dahinter Strauch". Dieses zentrale Prägebild ist praktisch identisch mit dem Revers des B 34 aus Neunkirchen.
Die andere Geprägeseite (Revers?) zeigt als zentrales Münzbild: "Kentaur nach links mit Beil und einem länglichen dünnen Gegenstand (Fisch oder Schild?)". Dieses zentrale Münzbild gleicht praktisch dem Zentauren des B 35 aus Neunkirchen.

In einigen Tagen zeige ich euch eine Gegenüberstellung des Emmerig 60b aus Regensburg mit den dazu passenden Reversen der Formbacher Pfennige.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 25. Aug 2019, 06:32 
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Liebe Münzfreunde,
habe euch hier nun einen direkten Vergleich der Kentauren-Seite des Emmerig 60 mit fünf verschiedenen Münzen des CNA1 B35 zusammengestellt.
(Durch anklicken des Bildes ergibt sich die Möglichkeit, dass sich das Foto in einem weiteren Fenster öffnet und die Gemeinsamkeiten und Parallelen können dadurch besser betrachtet werden.) Mein Emmerig 60b ist mit 25 mm Durchmesser deutlich größer als die gegenübergestellten fünf Stück B 35, die Durchmesser von 19,5mm, 20,5mm und dreimal 21mm aufweisen. Das Gewicht aller sechs Pfennige liegt bei knapp unter einem Gramm. Durch den kleineren aber stärkeren Schrötling ergibt sich ein deutlich satteres Prägebild bei den Neunkirchner Pfennigen, im Vergleich zu jenem aus Regensburg. Den Regensburger gibt es sowohl mit einfachen als auch mit doppeltem Perlkreis (im Internet finden sich dazu viele Beispiele), welche(r) das zentrale Prägebild des Kentauren umschließt. Alle bisher von mir gesehenen B 35 Reverse zeigen einen einfachen Perlkreis in dessen Feld sich nicht nur der Kentaur befindet sondern auch vier oder fünf Beizeichen auch großen Punkten und (oder) vielzackigen Sternen. Besonders auffällig ist die große Ähnlichkeit des Kentauren! :o Wurde(n) hier vielleicht sogar die selbe Punze(n) zur Herstellung dieser Stempeln verwendet?
Der Emmerig 60b zeigt dem Betrachter die selbe Randbearbeitung, die hier in diesem Leitfaden bereits vor einiger Zeit von einigen Mitgliedern ausführlich diskutiert wurde.
hexaeder


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BeitragVerfasst: 27. Aug 2019, 15:26 
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Hofrat
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hexaeder hat geschrieben:
Leider hinkt die Literatur hier "etwas" nach.

otakar hat geschrieben:
Die offizielle Literatur hinkt ja da - bedingt auch durch die neu aufgetauchten Exemplare - ziemlich nach.

In diesem speziellen Fall hinkt die Literatur keinesfalls nach, sondern war nur gut versteckt im:
FOLIA NUMISMATICA 31/2 2017
© Moravian Museum, Brno 2017
ISSN 0862-1195
Herzlichen Dank an Asuryan für den zielführenden Link. ;)

Auf den Seiten 207 - 224 findet sich ein ausführlicher Artikel mit dem Thema:
DIE GRAFEN UND ÄBTE VON FORMBACH
IHR MÖGLICHER EINFLUSS AUF DIE MONETARISIERUNG DER BAYERISCHEN OSTMARK IM 12. JAHRHUNDERT
Verfasst in deutscher Sprache von JOHANNES HARTNER

In diesem Fall muss ich mich (und OTAKAR einbezogen) in harscher Selbstkritik üben, denn etwas nicht zu kennen oder gelesen zu haben, ist nicht immer auch gleichbedeutend damit, dass es nicht trotzdem existiert! :o

Werde mit Johannes Hartner klären, ob ich den Link dazu hier einstellen darf. Vielleicht kann er auch selbst einige Worte dazu schreiben.

hexaeder

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