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BeitragVerfasst: 14. Apr 2017, 05:43 
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Professor
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Mit dieser neuerlicher Gegenüberstellung der B35 Pfennige möchte ich nun die Ausführungen über diesen seltenen Münztyp aus der Prägestätte Neunkirchen abschließen. Den Anfang machen die Averse. Neu dazu gekommen ist der B 35b Variante 1 (2. Pfennig von rechts).
Alle vier gezeigten Stücke unterscheiden sich durch eine unterschiedliche Trugschrift. Der B35 zeigt unter dem gegitterten Bogen ein "A" die anderen drei Pfennige eine Kugel. Interessant ist, dass alle vier Exemplare an der aufragenden Hand, im Bereich der Mittelhand, einen Kreis zeigen (Stigmata?). Bei B35 und B35b Variante 1 zeigt die dargestellte Hand im unteren Bereich zwei Punkte, die beim B35b aber fehlen.
Besonders interessant und bis jetzt meines Wissens außerhalb dieses Leitfadens noch nicht beschrieben, ist der Handabschluss des B35b Variante 2, der sich im Gegensatz zu allen anderen Pfennigen dieses Typs, hinter dem gegitterten Bogen befindet. Weder Koch noch Löschl haben eine derartige Variante erwähnt. Es ist anzunehmen, dass es bei diesem Typ doch einiges an verschiedenen Varianten gegeben hat (Bernhard Koch beschreibt im CNA noch einen B35c mit einem Stern im Abschnitt unter dem Bogen). Leider sind Neunkirchner Pfennige äußerst selten und jeder neue Fund könnte auch wieder neue Varianten zu Tage bringen.
Aus diesem Fund, der erst unlängst in zwei Auktionen in Wien versteigert wurde, gab es zu mindestens noch einen fünften B35. Da dieser aber von einem mir nicht bekannten Bieter ersteigert wurde, kann ich von dem erwähnten Exemplar hier leider auch kein Foto zeigen. Allerdings ist das Stück bis auf die Trugschrift vollkommen ident mit dem hier abgebildeten Beleg B35b Variante 1.
(Durch anklicken des Bildes öffnet sich das Foto in einem weiteren Fenster und kann deutlich vergrößert betrachtet werden)

hexaeder


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BeitragVerfasst: 15. Apr 2017, 06:12 
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Die "neue" Gegenüberstellung der Reverse mit der B 35b Variante 1 (2. Pfennig von rechts).
Durch anklicken des Bildes ist es möglich die Abbildungen vergrößert anzusehen. Leider leidet durch die 120 KB Beschränkung bei vier Münzbildern dann aber auch etwas die Schärfe.
Keine der Umschriften (Trugschriften) gleicht der anderen. Die Beizeichen im Feld um das Fabeltier entsprechen beim B35 und B35b (links und Mitte links) genau jenem von Koch beschriebenen Standard. Bei den beiden B35b Varianten (rechts und Mitte rechts) befindet sich zu den vier Sternen jeweils noch eine Kugel als zusätzliches Beizeichen, welches sich abwechselnd ober- oder unterhalb des Schwanzes vom Kentaur befindet. Mit den Platzierungen der zusätzlichen Kugeln wechselt auch jene der Sterne.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 17. Apr 2017, 15:52 
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Liebe Kollegen in Numis
Die Varianten der Averse wie auch der Kentaur-Revere weisen auf die Vielzahl von Stempeln. Diese wurden durch die verschiedenen Punzen wie Kugel, Stern, Kreuzchen, bei einer der nachfolgenden Münzen sogar zwei liegende SS unterschieden. Das Hauptmotiv der Kentaur wurde wahrscheinlich durch eine Punze eingeschlagen und der neu angefertigte Stempel mit diesen "Beizeichen" ergänzt. Man kann auch diskutieren, ob dies dann eine Markierung für eine Neuauflge/Emission ist. Wir sind echt am Neubeginn einer Münzprägung, lange nach dem Fachwissen der Römer und der Karolinger. Was war das Metall der Prägestempel? Verkanten beim Prägen von Hand und schon mußte ein neuer angefertigt werden. Interessant, daß so viele Varianten überlebt haben, doch kaum vollkommen idente Münzen vor. Erst um 1150 gibt es Münzfunde z.B von Freisachern mit mehreren identen Münzen in einen Schatz. Hoffen wir, daß wir noch lange über die Formbacher diskutieren können. :D :D

Erwin Löschl


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BeitragVerfasst: 13. Mai 2017, 18:57 
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Zur Abwechslung einen Pfennig CNA B 34:
Vs.: Hand zwischen zwei Türmen, dazwischen zwei S; im Abschnitt ?; Variante ohne Ringe.
Rs.: Kämpfer mit erhobenem Schwert und Rundschild, vor ihm ein Bär (oder Löwe), links ein Baum; Variante: unter dem Kämpfer ein Stern.
Trugschrift auf beiden Seiten.
0,88 g, 20 mm

Jetonicus


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BeitragVerfasst: 15. Mai 2017, 06:31 
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Lieber Jetonicus,
Abwechslung tut gut! Deine Beteiligung mit Foto freut mich sehr, denn ich habe schon befürchtet, dass dieser Leitfaden hier ein Monolog bleibt! :?
Obwohl diese Pfennige sehr selten sind, wurden laut Literatur von einigen Stücken doch über 20, selten sogar über 30 in Hortfunden entdeckt. Viele davon sind sicher in Museen oder in Laden der Institute gelandet, aber einige dürften doch auch in Privatsammlungen gelangt sein.
In der Fachliteratur sind diese Neunkirchner Pfennige in Originalgröße, zumeist auch noch in schlechten Fotos (oder sagen wir vielleicht ehrlicher: "alten Fotos, aus der Zeit vor der Digitalfotografie") abgebildet. Der große Vorteil hier in diesem Thread sind die digitalen und vergrößerten Fotos, auf denen man auch die Details viel besser erkennen kann!
Die Türme auf jenem von dir gezeigten Stück erinnern mich noch sehr an jene des B 32 (welchen ich hier später noch in einigen Exemplaren vorstellen möchte). Der Stil der Hand (des Handschuhs?) mit den Querstreifen stellt aber bereits eine Verbindung zu den Exemplaren B 35 bis B 40 her. Hier hat man (Koch) sich bei der Durchnummerierung schon etwas gedacht!
Besonders interessant finde ich bei dem von dir vorgestellten B 34 aber die Münzseite mit der Kampfszene. Hier sieht man, wie von dir bereits zuvor erwähnt, unter dem Ritter und dem Untier (Bär oder Löwe) einen Stern! Bis dato kenne ich nur jene Version mit dem liegenden "S". Auch die abgebildeten und beschriebenen Stücke bei Koch oder Löschl zeigen nur dieses Münzzeichen. Wie unterschiedlich aber die Neunkirchner Pfennige aus dieser Zeit durch diverse Münzzeichen sein können, lassen aber bereits die zuvor von mir hochgeladenen Versionen des B35 erahnen.
hexaeder

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BeitragVerfasst: 15. Mai 2017, 21:54 
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Doktor

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Lieber Hexaeder,
Deinen Worten ist wenig hinzuzufügen.
Zur Zeit sind einige Numismatiker mit den Neunkirchner usw. Pfennigen beschäftigt. Interessant ist, daß nur wenige Motive - Hand, Kentaur, Bärenkämpfer usw. - verwendet (auch in Regensburg), aber mit mehren Beizeichen kombiniert wurden. Ob diese Beizeichen oder wenigstens einige davon in irgend einem Zusammenhang mit religiösen oder politischen Ereignissen standen?
Mir sind die Prägungen von Neunkirchen, Fischau usw. zu "gefährlich", um mich damit auseinanderzusetzen. Ich begnüge mich damit, mich an diesen Silberlingen als Zeugnisse der romanischen Kunst zu erfreuen.
Hier noch ein CNA B 34:
Av. ähnlich wie beim vorigen Stück, aber links und rechts Ringe;
Rv. undeutlich, links 2 (?) Ringe.
0,86 g, 22 mm.

Jetonicus


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BeitragVerfasst: 19. Mai 2017, 10:04 
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Lieber Jetonicus,
habe mir bereits gedacht, dass im Moment einige Numismatiker damit Beschäftigt sind, eine neue Struktur nach moderneren Erkenntnissen in die Pfennige des 12. Jhdt´s hinein zu bringen. Alleine die emotionalen Zeilen vor einigen Wochen hier in diesem Leitfaden sind aber deutliche Anzeichen verschiedener Thesen!

Jene von dir erwähnte "Gefährlichkeit" beruht hier aber mehr auf der Wertschätzung dieser Gepräge in der heutigen Zeit, welche die damalige Zahlkraft sicherlich um ein Vielfaches übertrifft!

Habe selbst noch weitere Neunkirchner im Talon und werde auch versuchen, möglicher Weise die Stücke aus dem Stadtmuseum hier einbringen zu können.
Herzlichen Dank für deine Beteiligung in Wort und Bild, denn durch die guten digitalen Bilder, die kein Vergleich zu den schlechten gedruckten Fotos in der Literatur sind, kann sich jeder Beobachter einen derartigen Pfennig "richtig" ansehen.

hexaeder

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