Numismatik-Cafe

Münzen-Sammeln-Freunde
Aktuelle Zeit: 20. Aug 2019, 02:04

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 107 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 7, 8, 9, 10, 11
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 21. Apr 2019, 12:48 
Offline
Hofrat
Benutzeravatar

Registriert: 22. Feb 2015, 23:25
Beiträge: 629
Bilder: 0

Wohnort: Püttner Mark
Nach der Diskussion zwischendurch über die Randbearbeitung von Mittelalterpfennigen geht es nun wieder zurück zum eigentlichen Thema dieses Leitfadens, den romanischen Prägungen der Formbacher aus Neunkirchen.
Hatte nun etwas Zeit mit dem Photoshop-Programm zu spielen und habe die zwei Bilder jenes weiteren Neunkirchner Pfennigs von Typ B 32b, welche mir Jetonicus hat mir hat zukommen lassen, zu einem Vergleichsfoto zusammengesetzt.
Zitat:
Dieser Pfennig unterscheidet sich beidseitig deutlich von jenen Belegen, welche hier bereits vorgestellt wurden. Das Haupt am Avers trägt wiederum jene für diesen Münztypus bezeichnende kettengliederartige Kopfbedeckung (Diadem?). Allerdings fehlt bei diesem Stück die eingeringelte Kugel vor dem Kopf. Das Fehlen der Kugel am Avers ist bisher nur bei zwei Stücken des B 32a aufgetreten (auf Seite 8 in diesem Leitfaden).
Auch der Revers zeigt, soweit man es auf dem Foto erkennen kann, eine andere Aufteilung der ringelförmigen Beizeichen. Eines davon befindet sich links neben der aufragenden Hand und (höchstwahrscheinlich) ein weiteres unter dem gabelförmig nach unten auslaufenden Ende.
Deutlich kann nun der Betrachter den fehlenden Punkt am Avers erkennen, sowie die bisher noch nicht beschrieben asymetrische Anordnung der Ringel-Beizeichen am Revers.

hexaeder


Dateianhänge:
Vergleich-B32b1neuJet.jpg
Vergleich-B32b1neuJet.jpg [ 119.8 KiB | 842-mal betrachtet ]

_________________
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 6. Mai 2019, 09:32 
Offline
Hofrat
Benutzeravatar

Registriert: 22. Feb 2015, 23:25
Beiträge: 629
Bilder: 0

Wohnort: Püttner Mark
Habe nun auch noch ein Bild angefertigt, auf welchen die Stempelunterschiede der B 32 b inklusive des neu dazu gekommenen Exemplars von Jetonicus mit oranger Farbe gekennzeichnet sind. Besonders interessant ist die Tatsache, das sich jenes (rechts außen abgebildete) Stück von den anderen insofern unterscheidet, dass hier am Avers (Kopfseite) der Punkt vor dem Kopf ebenfalls (deutlich erkennbar) fehlt! Bisher sind nur zwei B 32 a aufgetaucht, auf welche dieser Umstand ebenfalls zutrifft. Dieser Punkt, (zumeist) mit einem Ringel umgeben dürfte deshalb nicht Teil des Motives sein, sondern sollte eher als Beizeichen betrachtet werden. Da dies nun sowohl auf B 32 a als auch B 32 b zutrifft, kann man getrost auch davon ausgehen, dass der fehlende Punkt nicht auf eine Stempelabnützung oder einem Stempelbruch zurückzuführen ist.
Der Revers zeigt eine andere unsymmetrische Anordnung der Ringelbeizeichen. Mit 17 nach außen gestellten Dreiecken in der Umschrift liegt dieses Stück im Rahmen aller bisherigen B 32 b von 17 bis 19 Dreiecken.

Sollten nicht neuerlich weitere noch bisher unbekannte Stücke bei einer künftigen Versteigerung auftauchen, dürfte es das jetzt für längere Zeit mit Neuheiten über den B 32 gewesen sein.

Da in diesem Leitfaden viel über die neu aufgetauchten B 32 und B 35 geschrieben und gezeigt wurde, würde ich als nächsten Formbacher Pfennig gerne den nummernmäßig genau dazwischen liegenden B 34 behandeln. Es würde mich sehr freuen, wenn jemand von euch etwas dazu beitragen könnte?
hexaeder


Dateianhänge:
Vergleich-B32b1neuJetmarkiert.jpg
Vergleich-B32b1neuJetmarkiert.jpg [ 117.26 KiB | 756-mal betrachtet ]

_________________
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 7. Jun 2019, 16:47 
Offline
Hofrat
Benutzeravatar

Registriert: 22. Feb 2015, 23:25
Beiträge: 629
Bilder: 0

Wohnort: Püttner Mark
Bevor es hier nun endgültig mit dem B 34 hier weiter geht, möchte ich euch einen weiteren B 35 vorstellen, der mir bei der 108. Münzauktion von HD Rauch in den Münzkoffer gehüpft ist.
Ein bisher noch nicht beschriebenes Exemplar vom B 35. :book:
Koch unterscheidet im CNA 1 am Avers drei verschiedenen Zeichen unter dem gegitterten Bogen vor (und bei bisher nur einem Exemplar hinter) dem die aufragende Hand emporsteht.
Als normalen "B 35" bezeichnet er jenes Stück, welches in diesem Bereich ein romanisches "A" aufweist.
B 35a: im Abschnitt unter dem Bogen eine Kugel
B 35b: wie a; RS: im Feld vier Sterne
B 35c: im Abschnitt unter dem Bogen ein Stern

Bei B 35b unterscheidet Koch aufgrund der Kugel- oder Stern-Beizeichen auf der Rückseite der Pfennige. Damals dürften nicht mehr Exemplare bekannt gewesen sein? Heutzutage hat sich diese Auflistung etwas überholt. Bei einer neuen Auflistung des B 35 sollte man nur über die Zeichen unter dem Bogen am Avers unterscheiden, denn die Anordnung der Kugeln und Sterne im Feld um den Kentauren am Revers variiert beinahe bei jedem Beleg.

Nach bisherigen aufgetauchten Stücken gibt es als Beizeichen unter dem Bogen ein romanisches "A", eine Kugel und einen Stern. Die Kugel gibt es mit der Hand vor dem Bogen und einmal auch dahinter! Neu waren bei dieser Versteigerung zwei Belege, die im Feld unter dem Bogen ein romanisches "T" (oder ein Kreuz ohne dem unteren Balken?) aufweisen. Glücklicher Weise wurde dieser Umstand nur von niemand anderem bemerkt :hide: :mrgreen: , deshalb hielt sich der Hammerpreis auch in Grenzen.
Am Revers finden sich im Feld um den Kentauren drei Sterne und eine Kugel über dem Schwanz.

Gewicht: 0,95g,
Durchmesser: 21,5 mm

Hexaeder

PS: das zweit bisher aufgetauchte Stück ist an einen lieben Bekannten hier im Forum gegangen! ;) Möchte im herzlich dazu gratulieren! :appaus: Vielleicht kann er nach dem Eintreffen auch ein Foto hier einstellen :?:


Dateianhänge:
0451-CNA-B-35-Var.-Werinto-1108-1127-und-Dietrich-1127-um-1140-AV.jpg
0451-CNA-B-35-Var.-Werinto-1108-1127-und-Dietrich-1127-um-1140-AV.jpg [ 120.21 KiB | 652-mal betrachtet ]
0451-CNA-B-35-Var.-Werinto-1108-1127-und-Dietrich-1127-um-1140-RV.jpg
0451-CNA-B-35-Var.-Werinto-1108-1127-und-Dietrich-1127-um-1140-RV.jpg [ 113.48 KiB | 652-mal betrachtet ]

_________________
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 14. Jun 2019, 20:18 
Offline
Hofrat
Benutzeravatar

Registriert: 22. Feb 2015, 23:25
Beiträge: 629
Bilder: 0

Wohnort: Püttner Mark
B 35 Avers-Vergleich aller bisher publizierten und auch noch nicht edierten Varianten:

B 35: unter dem Bogen ein romanisches "A", auf 12:00 und 06:00 Uhr ein Kreuz in der Pseudo-Umschrift.

B 35a und B 35b: AV wie B 35, aber im Abschnitt unter dem Bogen eine Kugel. (Koch differenzierte hier aufgrund des Revers.) Heute sind allerdings mehrere Revers-Varianten und eine Avers-Variante bekannt. Auf 12:00 und 06:00 Uhr ein Kreuz in der Pseudo-Umschrift.

B 35c: unter dem Bogen ein Stern. Auf 12:00 und 06:00 Uhr ein Kreuz in der Umschrift, bei dem der untere Kreuzschenkel fehlt! Ob dies auch bei jenem von Koch beschriebenen Beleg der Fall war ist leider nicht nachvollziehbar, denn im CNA ist lediglich ein B 35b abgebildet.

B 35 Variante: unter dem Bogen ein Kreuz, bei dem der untere Schenkel fehlt, genau wie bei jenem Kreuz in der Pseudo-Umschrift auf 12:00 und 06:00 Uhr. Diese Variante ist bisher noch nicht publiziert!

Durch klicken auf die Bilder öffnen sich diese in einem neuen Fenster. Je nach Monitor können dann die Pfennige in bis 12 cm Durchmesser betrachtet werden.

hexaeder


Dateianhänge:
Alle-B-35-Averse.jpg
Alle-B-35-Averse.jpg [ 114.15 KiB | 606-mal betrachtet ]
Alle-B-35-Averse-markiert.jpg
Alle-B-35-Averse-markiert.jpg [ 112.92 KiB | 606-mal betrachtet ]

_________________
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 15. Jun 2019, 10:50 
Offline
Wirklicher Hofrat
Benutzeravatar

Registriert: 5. Jun 2010, 18:32
Beiträge: 1220
Liebe Freunde,
zunächst einmal möcht ich hexaeder zu dem prachtvollen uneditiertem B35 gratulieren und gleichzeitig das zweite Stück mit dem Kreuz ohne unterem Balken (bzw. verkehrtes "T") vorstellen, das mir zugesprochen wurde. Es ist für mich ein wichtiges Belegstück eines Neunkirchner Pfennigs aus dem Benediktinerstift Formbach unter Abt Werinto bzw. Dietrich. Leider ist es nicht so schön (liegt auch an meiner Finanzkraft...) aber ich freue mich riesig darüber und danke unserem hexaeder für die Vermittlung. Schön langsam stellt sich die Frage, ob Deine interessanten Ergebnisse zu den Neunkirchner Pfennigen, lieber hexaeder, einmal für eine Veröffentlichung oder zumindest einen Aufsatz in einer Fachzeitschrift zusammengefasst werden sollten. Die offizielle Literatur hinkt ja da - bedingt auch durch die neu aufgetauchten Exemplare - ziemlich nach.
Liebe Grüße!
OTAKAR


Dateianhänge:
CNA B35 Werinto Dietrich Formbach Neunkirchen rv.jpg
CNA B35 Werinto Dietrich Formbach Neunkirchen rv.jpg [ 40.74 KiB | 591-mal betrachtet ]
CNA B35 Werinto Dietrich Formbach Neunkirchen av.jpg
CNA B35 Werinto Dietrich Formbach Neunkirchen av.jpg [ 39 KiB | 591-mal betrachtet ]

_________________
Nütze das Leben! Es ist schon später als du denkst!
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 22. Jun 2019, 18:13 
Offline
Hofrat
Benutzeravatar

Registriert: 22. Feb 2015, 23:25
Beiträge: 629
Bilder: 0

Wohnort: Püttner Mark
otakar hat geschrieben:
........und gleichzeitig das zweite Stück mit dem Kreuz ohne unterem Balken (bzw. verkehrtes "T") vorstellen, das mir zugesprochen wurde. Leider ist es nicht so schön (liegt auch an meiner Finanzkraft...) aber ich freue mich riesig darüber und danke unserem hexaeder für die Vermittlung.
Lieber OTAKAR,
jetzt im Nachhinein gesehen wären sicherlich einige froh, wenn sie auch bei deinem unedierten Stück mit gesteigert hätten. :? :o In den letzten Wochen vor der Versteigerung gab es viele hundert Zugriffe auf diesen Leitfaden über die Neunkirchner Pfennige. Allerdings dürfte es trotzdem niemanden aufgefallen sein, denn sonst wären diese beiden Exemplare wesentlich höher gegangen. Dein Stück unterscheidet sich von meinem nicht nur durch die beidseitigen Trugschriften, sondern auch durch die Beizeichen um den Kentaur. Während mein Exemplar drei Sterne im Feld und ÜBER dem Schwanz eine Kugel aufweist, zeigt der Revers von deinem Stück vier Sterne, einer davon UNTER dem Schwanz. Also trotzdem eine sehr interessante Variante, die belegt, dass auch von diesem Typ nicht alle Stücke gleich sind. Der kleine Spannungsriss ist bei einem derartig seltenen Beleg verschmerzbar.
Ich möchte dir recht herzlich zu deinem ersten Formbacher Pfennig gratulieren, der einen schönen und typischen Beleg für diese Prägungen darstellt. In der Trugschrift die typischen Symbole für Neunkirchner Pfennige, wie "liegende "T", Kugeln, dicke "I" und liegende "S". Habe mich im Photoshop-Programm gespielt und einiges davon eingezeichnet.
Zitat:
Schön langsam stellt sich die Frage, ob Deine interessanten Ergebnisse zu den Neunkirchner Pfennigen, lieber hexaeder, einmal für eine Veröffentlichung oder zumindest einen Aufsatz in einer Fachzeitschrift zusammengefasst werden sollten. Die offizielle Literatur hinkt ja da - bedingt auch durch die neu aufgetauchten Exemplare - ziemlich nach.
Werde noch etwas abwarten, ob da etwas von einem Profinumismatiker kommt. Aber der Leitfaden hier hat bereits weit über 50 000 Zugriffe und wenn man im Internet "Neunklirchner Pfennige" sucht, dann kommt man sofort hierher. Bin mir nicht sicher, ob man hier nicht viel mehr interessierte Personen erreicht :?:
Mit diesem Leitfaden sind wir aber erst am Anfang, denn bisher wurden ja nur B 32 und B 35 behandelt. In meinem Münzkasten befinden sich aber noch viel mehr Formbacher Pfennige..... :roll:

hexaeder


Dateianhänge:
B 35 unediert OTAKARweb.jpg
B 35 unediert OTAKARweb.jpg [ 109.96 KiB | 518-mal betrachtet ]

_________________
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 19. Jul 2019, 04:35 
Offline
Hofrat
Benutzeravatar

Registriert: 22. Feb 2015, 23:25
Beiträge: 629
Bilder: 0

Wohnort: Püttner Mark
Nachdem die beiden B 35 mit bisher noch nicht publiziertem Beizeichen (nicht ganz unglücklicher Weise :D ) dazwischen gekommen sind, will ich nun den B 34 vorstellen und anhand einiger Fotos etwas genauer beschreiben.
Zum Anfang ein Stück aus meinem Münzkasten, das einen Durchmesser von 20,5 mm aufweist, bei 0,97g.

Koch beschreibt den B 34 im CNA1 wie folgt:
VS: Auf einer geperlten Leiste eine aufragende Hand zwischen zwei S und zwei Türmen. Perlkreis, Pseudolegende. Varianten: Ringel unter der Leiste oder auch im Feld.
RS: Gewappneter mit Schild und gezücktem Schwert mit einem Bären (?) kämpfend. Im Feld links ein Baum und drei Ringel. Unterhalb des Gewappneten ein "liegendes S". Perlkreis, Pseudolegende.

hexaeder


Dateianhänge:
0428 CNA B34 AV.jpg
0428 CNA B34 AV.jpg [ 109.09 KiB | 296-mal betrachtet ]
0428 CNA B34 RV.jpg
0428 CNA B34 RV.jpg [ 111.86 KiB | 296-mal betrachtet ]

_________________
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 107 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 7, 8, 9, 10, 11

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
POWERED_BY
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de

Münzen Top 50