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BeitragVerfasst: 1. Jan 2018, 23:12 
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Doktor

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Schön das sich jemand drüber draut! Danke erstmals für deine Arbeit die du hier leistest! Es freut mich als Sondler wenn wir mit unseren (meinen)gefundenen Münzen einen Beitrag dazu leisten das Numismatiker darüber diskutieren!
LG chivas1


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BeitragVerfasst: 3. Jan 2018, 11:35 
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Doktor

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Hier ein Link von einem Video der Münze

https://www.youtube.com/watch?v=z2Kdf6EHdKQ


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BeitragVerfasst: 26. Feb 2018, 18:53 
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Hofrat
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Da ich im Moment wieder etwas Zeit habe, möchte ich im Leitfaden über die Neunkirchner Pfennige fortfahren und noch einige weitere Stücke zeigen. Besonders, weil "chivas1" und zuvor "milda" einen interessanten Pfennig vorgestellt haben (zu dem sich hier bisher leider noch kein ausgebildeter Numismatiker geäußert hat), fahre ich mit dem B 32 fort, der am Revers doch eine gewisse Ähnlichkeit zeigt.

Koch stellt beim B 32 noch ein Fragezeichen hinter die Münzstätte Neunkirchen und unterteilt die Stücke in B 32 a und B 32 b, aufgrund verschiedener Reverse. Durch einen größeren Fund, der in jüngerer Vergangenheit über ein bekanntes Auktionshaus versteigert wurde, sind heutzutage allerdings wesentlich mehr Variationen aufgetaucht, als vor 24 Jahren (1994) im CNA aufgelistet wurden. Besonders von den Rückseiten gibt es mehrere deutlich unterschiedliche Varianten, aber auch zu mindestens zwei deutlich verschiedene Averse.

Beginnen möchte ich mit einer B 32 a Variante, die am Avers eindeutig KEINE Kugel vor dem Kopf zeigt. Das "Diadem" ist gepunktet, wie ein Perlkreis und endet nach hinten geschlossen. Koch geht nicht näher auf den Avers ein und Kopf, sowie auch Kopfschmuck, entsprechen im wesentlichen dem einzigen im CNA abgebildeten Vorderseitenfoto. Zwischen zwei Perlkreisen befindet sich eine Pseudoumschrift aus Zeichen, Punkten und Kreisen.
Die Rückseite entspricht in diesem Fall genau jenem im CNA abgebildeten B 32 a Revers.
Der einzige Unterschied von diesem hier vorliegenden Beleg zu dem Stück im CNA ist die fehlende Kugel im Avers.

Während Koch 1995 die Pfennige B 30 bis B 33 noch mit einem Fragezeichen hinter der Prägestätte zuteilt, schreibt Löschl 2013 bei den "Handpfennigen" ab B 31 schon eindeutig von Neunkirchen als Prägestätte und stellt lediglich den sich deutlich unterscheidenden B 30 nach Regensburg.

Die gezeigte Münze hat 20 mm Durchmesser und wiegt 0,93g.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 28. Feb 2018, 10:09 
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Doktor

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Sehr interessant ...danke für deine ausführlichen Erläuterungen!


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BeitragVerfasst: 28. Feb 2018, 12:39 
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Danke chivas1.
Habe noch vier weitere B 32 im Münzkoffer, mit deutlichen Unterschieden zum bereits gezeigten Beleg und jenen Stücken, die im CNA publiziert sind. Werde in den kommenden Tagen noch einige weitere Fotos zeigen.

Gut, diese Dünnpfennige sind richtig selten, aber es würde mich sehr freuen, wenn auch andere hier an dieser Stelle ihre B 32 zu Vergleichszwecken zeigen könnten. Insgesamt sind bei 3 verschiedenen Auktionen, gesamt 12 Stück versteigert worden. Nur sehr wenige davon zeigten ein identisches Prägebild.

hexaeder

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BeitragVerfasst: 6. Mär 2018, 06:58 
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Obwohl Koch beim B 32 eine Version a) und b) anführt, bezieht sich die Beschreibung der Unterschiede nur auf die Münzrückseiten, welche die aufragende Hand zwischen zwei Türmen zeigen. Aber auch auf dem Avers gibt es zu mindestens zwei sehr deutliche Unterschiede am Kopfschmuck, die sich auch im Nachschlagwerk eine Unterscheidung verdient hätten. Möglicher Weise waren aber gerade diese Münzen vor der Erscheinung des CNA noch nicht bekannt?
Während der zuvor beschriebe B 32 a Variante (ohne Kugel vor dem Kopf) einen Kopfschmuck zeigt, der wie ein Perlkreis gepunktet, dazwischen mit Strichen verbunden und nach hinten offen ist, hat der nun gezeigte B 32 b ("b" aufgrund des Revers) eine Kopfbedeckung, die an eine Gliederkette, mit nach hinten offenem Ende, erinnert.
Die aufragende Hand am Revers ist nach unten hin V-förmig geöffnet, mit einem Ringelbeizeichen innerhalb des "V". Beiderseits des Handgelenkes finden sich zwei weitere Ringel.
Anstatt einer Pseudoumschrift weist der Revers des B 32 (als einziger Neunkirchner Pfennig) mit der Spitze nach außen gestellte Dreiecke zwischen zwei Perlkreisen im Schriftraum auf! Bei diesem Exemplar sind es 17 Dreiecke, die Anzahl kann aber auch leicht variieren. Alleine unter meinen Belegen finden sich Stücke mit 16, 17 oder 18 Dreiecken!

Die Münze hat das Gewicht von 0,95g bei einem Durchmesser von 20 mm.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 7. Mär 2018, 12:43 
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Der direkte Vergleich veranschaulicht sehr deutlich den Unterschied des Kopfschmuckes/der Kopfbedeckung beim B 32, der von Koch im CNA nicht berücksichtig wurde. Auch Löschl geht darauf nicht ein und hat beim LNP 3a (CNA B32 a) eine falsche Vorderseite (jene vom CNA B32 / LNP 2) abgebildet.

Ob diese Averse mit der Kopfbedeckung, die an eine Gliederkette erinnern, schon bei der Publikation der erwähnten Werke bekannt waren, entzieht sich meiner Kenntnis.
In jüngerer Vergangenheit wurden aber doch 14 Stück B 32 versteigert. Davon hatten 5 den Kopfschmuck, der im CNA abgebildet ist und 8 Exemplare jenen kettenförmigen. Ein Einzelstück hatte noch einen anderen Kopfschmuck mit kugelförmigen Enden. Da dieses Stück aber an einen anderen Bieter gegangen ist, kann ich es hier ohne sein Einverständnis leider nicht zeigen. Ein Foto ist aber in den Katalogen des Versteigerungshauses zu finden.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 16. Mär 2018, 07:30 
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Hier hätte ich noch eine weitere bisher noch nicht publizierte Variante des B 32 b.
Der Avers zeigt wieder den Kopf, geschmückt mit jener (nicht im CNA erwähnten) Bedeckung, die an eine Gliederkette erinnert. Vor dem Kopf eine deutlicher Punkt. Das Avers-Prägebild ist etwas dezentriert. Zwischen den Perlkreisen befindet sich wiederum eine Pseudoumschrift.
Am Revers zeigt sich erneut jene nach unten V-förmig geöffnete aufragende Hand mit einem Ringel-Beizeichen innerhalb des "V". Unterschiedlich zum zuletzt gezeigten B 32b Var. befinden sich bei diesem Stück weitere Ringel-Beizeichen nur rechts der Hand. Eines im Bereich des Handgelenks und ein weiteres über dem Daumen. Die aufragende Hand rückt dadurch etwas aus dem Zentrum. Einen weiterer Unterschied fällt nur bei sehr genauer Begutachtung (ähnlich wie bei einem Fehlersuchbildrätsel) auf. Aber einmal erkannt ist er trotzdem recht deutlich. Während beim ersten gezeigten B 32 b die beidseitig die Hand flankierenden Türme nur vier Querstriche aufweisen, kann man auf diesem Exemplar deutlich fünf davon zählen. Zwischen den Perlkreisen erkennt der Betrachter wieder mit den Spitzen nach außen gestellte Dreiecke, diesmal 19 an der Zahl.
Gewicht: 0,86g, Durchmesser: 19,5 mm

hexaeder


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BeitragVerfasst: 24. Mär 2018, 07:18 
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Auch bei diesem Stück handelt es sich um eine weitere und bisher nicht edierte Variante des CNA B 32 b.
Am Avers findet sich wieder der Kopfschmuck, welcher einer Gliederkette ähnlich ist und im CNA von Koch nicht zur Abbildung gekommen ist. Vor dem Kopf eine Kugel. Dieselbe Vorderseite findet sich bereits auf zwei vorher gezeigten B 32. Der Revers, aufgrund dessen man die Münze als B 32 b zuordnen könnte
Zitat:
b) Hand läuft nach unten gabelförmig aus
zeigt bei diesem Stück keine Beizeichen im Feld zwischen der Hand und den beiden Türmen. Auch nicht unter den Turmsockeln, wie bei den übrigen Exemplaren. Beide Türme zeigen in diesem Fall vier Querstriche als Verzierungen. Die kugeligen Abschlüsse der Turmspitzen sind hier nur schwach zu erahnen. Am Revers sind diesmal 17 Dreiecke anstatt der Pseudoumschrift zu finden.

Gewicht: 0,85g
Durchmesser: 20 mm

hexaeder


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BeitragVerfasst: 29. Apr 2018, 10:03 
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Bei einer erst kürzlich durchgeführten Münzauktion eines renommierten Versteigerungshauses in Wien, gab es noch einen weiteren Neunkirchner Pfennig des Typs CNA B 32 (a?), der eine weitere bisher noch nicht publizierte Form der Kopfbedeckung am Avers zeigt. Diese versteigerten Stücke aus Neunkirchen, bzw. auch aus Fischau dürften ebenfalls aus dem selben Fund stammen, aus dem Teile erstmals bereits am 10. 11. 2016 unter dem Hammer kamen. Bereits damals befand sich ein weiteres Stück dieser Art im Auktionskatalog (Los 2123/102. Auktion). Bei dem zuletzt versteigerten Stück ist die Kopfseite (Avers) detailreicher ausgeprägt, beim damals verkauften Stück zeigt der Sockel unter der aufragenden Hand (Revers) deutlichere Details.
Der Dünnpfennig hat 20 mm Durchmesser, bei einem Gewicht von 0,85g.
Die Kopfbedeckung, des höchstwahrscheinlich bärtigen Mannes, hat die Form eines Piratentuchs (Bandana) und ist vertikal gestreift. Die beiden hinter dem Kopf herabhängenden Stücke sind beidseitig federartig horizontal, vom Kiel auswärts gestreift. Das Ende zeigt einen kugelartigen Abschluss. Vor dem Kopf ein Punkt in einem Ringel!
Am Revers befindet sich ein quadratischer Sockel, aus vier sichelförmig nach innen gewölbten Einzelbögen, unter der aufragenden Hand. Aufgrund einer Prägeschwäche genau in diesem Bereich, ist jener im Zentrum dieses Sockels vermutete Punkt nicht sichtbar. Das im November 2016 versteigerte Stück zeigt gerade diesen Bereich sehr deutlich. Beide Stücke dieser Variante zeigen keine weiteren Beizeichen im Feld.
Alles in allem dürfte es sich bei diesen beiden Stücken um einen weitere und bisher noch nicht wissenschaftlich aufgearbeitete Variante des B 32 handeln.

:book: :?: Wenn die versteigerten B 32 (Kaiser Heinrich V.,1106-1125), B 35 (Äbte Werinto 1108-1127 und Dietrich, 1127-1140) aus Neunkirchen und die B 68, B 69, B 71 und B72 (Otakar IV., 1164-1192) aus Fischau tatsächlich aus einem einzigen Hortfund stammen, sollte man da nicht auch langsam aber sicher über die Datierung der Pfennige nachdenken? Rund neunzig Jahre (mindestens drei Generationen) und alles in prägefrischen Pfennigen, dass lässt einige Fragen aufkommen!

hexaeder


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