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 Betreff des Beitrags: "Ewiger Pfennig", Bistum Passau
BeitragVerfasst: 26. Dez 2016, 07:01 
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Professor
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Ein weiterer Pfennig aus jener größeren Barschaft ist leider ebenfalls schwer zuzuordnen.
Die übrigen Münzen stammen aus der 2. Hälfte des 14. Jhdt´s und der 1. Hälfte des 15. Jhdt´s. Insgesamt waren es 17 verschiedene Typen, ein Pfennig aus München, der Rest aus Wien, Wiener Neustadt und Graz.
Dieser Pfennig könnte schon etwas älter sein, da das Stück schon sehr flach ist und deutliche Gebrauchs- und Abnützungsspuren aufweist. Wahrscheinlich die älteste Münze der Barschaft?

Der B139 mit fraglichem Münzherrn (ca 1230 - ca. 1250) ist ähnlich, aber nicht gleich und meiner Meinung nach um hundert Jahre zu alt. Würde aber gut ins Gebiet passen.
Der B227 von Friedrich dem Schönen als König (1314-1330) aus der Münze Wiener Neustadt, würde sowohl von der Zeit, als auch von der Prägestätte her gut passen.
Habe von beiden zuvor erwähnten Typen auch originale Pfennige in meiner Sammlung und mit dem Fundstück verglichen. Aber die passen vom Motiv her nicht ganz.
Sehr ähnlich ist auch der B225 Friedrich dem Schönen als König (1314-1330) aus der Münzstätte Enns. Laut dem Foto und der Beschreibung im CNA aber schwer zu sagen. Hier fehlt mir auch ein originales Vergleichsstück dazu.

Vielleicht hat einer von euch eine Idee?
hexaeder


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Zuletzt geändert von hexaeder am 28. Dez 2016, 07:39, insgesamt 1-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Unbekannter Wiener(?) Pfennig
BeitragVerfasst: 26. Dez 2016, 11:01 
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Professor

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Hallo hexaeder,
bei dem Stück handelt es sich wohl eher um einen ewigen Pfennig aus Passau. Auf der Vorderseite sieht man den steigenden Wolf nach links und dahinter einen Krummstab. Wenn ich mich nicht ganz irre, müsste es die Katalognummer Kellner 37 sein.

Beste Grüße
Andechser


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 Betreff des Beitrags: Re: Unbekannter Wiener(?) Pfennig
BeitragVerfasst: 26. Dez 2016, 23:37 
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Professor
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Lieber Andechser,

herzlichen Dank, da hast du recht!

Habe das Stück mit allen sogenannten "Ewigen Pfennigen" aus dem Bistum Passau, die ich im Internet finden konnte, verglichen und bin mir nun sicher, dass es sich um ein derartiges Stück handelt.
Gefunden habe ich das Stück unter Kellner 28, 36 und 38, unter Otto von Lonsdorf und Nachfolger (1254-1451) und Leonhard von Layming (1423-1451).
Es befindet sich auch noch ein weiterer Pfennig aus Bayern (München) in dieser Barschaft und zwar von Stephan II (1347-1375).

Hast du auch eine Idee zu dem Hälbling mit Adler, den ich vor einigen Tagen eingestellt habe? Könnte der auch aus Bayern sein?
http://www.numismatik-cafe.at/viewtopic.php?f=38&t=6462

Das ist die einzige Münze aus der Barschaft von 97 Stück, die noch nicht zugeordnet werden konnte.

hexaeder

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 Betreff des Beitrags: Re: Unbekannter Wiener(?) Pfennig
BeitragVerfasst: 27. Dez 2016, 11:08 
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Professor

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Hallo hexaeder,
mit der Kellnernummer 38 hast du recht. 37 ist der Hälbling und 36 ist der zweiseitige Pfennig, der dem einseitigen vorausging. Aber die Nr. 28 ist auf jeden Fall falsch.
Bei dem Stück mit dem Adler habe ich so direkt auch keine Idee.

Beste Grüße
Andechser


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2016, 07:36 
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Professor
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Hallo Andechser,

besten Dank, denn jetzt kann ich dem Beschreibungsetikett auch noch das Literaturzitat hinzufügen!

Der Adler-Hälbling konnte bereits von Jetonicus gelöst werden.

Beste Grüße,
hexaeder

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 Betreff des Beitrags: Re: "Ewiger Pfennig", Bistum Passau
BeitragVerfasst: 28. Dez 2016, 11:25 
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Doktor

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Hallo hexaeder,
hier sind noch zwei Bilder dieses Passauer Pfennigs, Av. und Rv.
KELLNER 1958, S. 80, zu Nr. 28. KELLNER 1997, zu Nr. 36-38:
Vs.: Links aufsteigender Wolf, dahinter Krummstab; Wulstkreis.
Rs.: Gekröntes (?) vierfüßiges Tier, Schild mit Zweig; Linienkreis.
Mir sind 2 Beizeichen-Varianten bekannt: rundlicher Punkt über dem Krummstab (siehe Bild) und dreieckiger Punkt über dem Krummstab. Bei den meisten (abgeschliffenen) Pfennigen nicht zu sehen.
Kellner gibt an, auf der Rückseite wäre im Schild des Tieres ein Kreuz zu sehen, aber wie man erkennen kann, handelt es sich um einen Zweig oder etwas Ähnliches, aber nicht um ein Kreuz (so genau schauen unsere Gelehrten...), konnte aber noch nicht feststellen, von wem dieses Wappen ist. Es gibt dort einige Ortswappen mit einem Ast oder Zweig, aber ob die mit einem Passauer Bischof in Verbindung stehen und wie, konnte ich nicht feststellen. Werde in den nächsten Tagen Prof. Emmerig fragen, der ja in dieser Gegend zu Hause ist.
Ich nehme an, daß es die von Kellner zitierten einseitigen Pfennige nicht wirklich gegeben hat, sondern diese Pfennige wurden entweder nur sehr flüchtig geprägt, so daß sie das Bild des Unterstempels nicht bitbekommen haben, oder sie sind durch den Geldverkehr abgeschliffen worden (so ist es ja auch bei den Wiener Pfennigen, die ja sicher auch alle eine Rückseite haben sollten, die aber nur selten zu sehen ist).
LG
J.


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 Betreff des Beitrags: Re: "Ewiger Pfennig", Bistum Passau
BeitragVerfasst: 29. Dez 2016, 06:34 
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Professor
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Wohnort: Püttner Mark
Jetonicus,
der von dir gezeigte "Ewige Pfennig" zeigt schon einen "etwas besseren" Zustand, als das von mir eingestellte Fundstück aus einer Barschaft. ;)
Da diese Pfennige scheinbar sehr lange im Umlauf waren, konnte ich bisher nur abgegriffene und schlecht erhaltene Münzen davon im Internet finden. Die Bilder von dem Stück, das du hier vorgestellt hast, lassen dem Betrachter ein nahezu perfektes Prägebild erkennen!
Sehr interessant ist auch die Tatsache, dass jener Münzhändler, bei dem ich jenen mit Nummer 28 beschriebenen Beleg gefunden habe, auch recht hatte. Er hatte lediglich aus einem älteren Werk von Kellner zitiert.
Herzlichen Dank für deine Mühe,
hexaeder

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