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 Betreff des Beitrags: Unbekannter Hälbling 14./15. Jhdt
BeitragVerfasst: 8. Dez 2016, 19:24 
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Professor
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Liebe Freunde des mittelalterlichen Münzgepräges,

bin gerade mit der Zuordnung einer größeren Barschaft von Pfennigen aus der 2. Hälfte des 14. Jhdt´s und der 1. Hälfte des 15. Jhdt´s beschäftig. Insgesamt 17 verschiedene Typen, einer aus München, Bayern, der Rest aus Wien, Wiener Neustadt und Graz.

Etwa die Hälfte der Silbermünzen sind Hälblinge, die meisten davon vom Typ CNA Fa2 (Albrecht III., 1365-1395) und Fa3 (Wilhelm und Albert IV./V., 1395-1406), aber auch drei Fa4 (Leopold IV. und Albrecht V., 1406-1411).

Einen weiteren Hälbling kann ich aber leider nicht zuordnen und ersuche euch dabei um Hilfe.
Das Prägebild am Avers zeigt einen deutlichen einköpfigen (gekrönten?) Adler nach rechts blickend, die Rückseite ist nicht geprägt.

Gewicht 0,16g
Durchmesser 11 mm

hexaeder


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Silbermünze Hälbling 279 AV web.jpg
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Silbermünze Hälbling 279 RV web.jpg
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BeitragVerfasst: 9. Dez 2016, 06:59 
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Professor
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Bei meinen Recherchen bin ich auch auf einen Leitfaden von handjive vom 26. März 2016, hier im Numismatik-Café gestoßen.

Jetonicus hat dort ein sehr ähnliches Stück, wie folgt beschrieben:
Zitat:
Hier sind endlich ein mährischer Pfennig und ein Hälbling von Albrecht II.: Mzst. Brünn, 1438 - 1439: Mährischer Adler mit Bindenschild auf der Brust. Wie man sieht, sind die Hälblinge (Heller) dünn und viereckig.
Luschin, Ausgehendes Mittelalter hat Nr. 14 noch nach Wien gelegt.
Die Münzen wurden wahrscheinlich auch nach dem Tod von Albrecht weitergeprägt.


Zum besseren Vergleich habe ich mir erlaubt, das Foto herunterzuladen und neben meine Münze zu stellen. Da dieser Hälbling eventuell auch noch gerade in die Zeit passen würde, dachte ich vorerst, das Rätsel wäre gelöst. Aber im direkten Vergleich kann der Betrachter dann doch recht deutliche Unterschiede erkennen. Vor allem der Bindenschild fehlt. Anders ist auch die Form der Krallen, die Länge der inneren Feder, sowie die Federenden und die Form des Kopfes mit/ohne Zunge.
Habe euch dass Vergleichsbild (rechts ist das erwähnte Foto von Jetonicus) zur Verdeutlichung des Unterschiedes auch eingestellt und hoffe, dass mir jemand bei der Aufklärung behilflich sein kann. :book:

hexaeder


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BeitragVerfasst: 27. Dez 2016, 23:55 
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Doktor

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Lieber Hexaeder,
bei dem Münzlein handelt es sich wahrscheinlich um den mährischen Hälbling zu:
Albrecht II. (1423 – 1439). Mzst. Brünn.
Einseitiger Vierschlag(Pfennig). Radoměrský 1976, Nr. 4. Sejbal 1997, Nr. 237.
Bekrönter Adler, nicht gemustert.
Hälblinge sind in österr. Funden fast so häufig wie Pfennige.
[es gibt aber auch sehr ähnliche seltene Pfennige mit Buchstaben (meistens S oder R) links des Kopfes, Bedeutung unklar. Bei Deinem Stück nicht erkennbar.]
Albrecht V. (II.) hatte im Jahre 1421 Elisabeth († 1442), die Tochter König Sigismunds (König von Ungarn, 1387 – 1437) geheiratet und wurde 1423 mit der Markgrafschaft Mähren belehnt. Er wurde mit der Führung der königlichen Truppen betraut, wodurch er und Österreich die Last des Hussitenkrieges zu tragen hatten.
Als Markgraf von Mähren ließ Albrecht in Brünn Schwarzpfennige mit dem Bild des mährischen Adlers prägen (Sejbal 1997, Nr. 237). Auf den Pfennigen seit 1135 trägt der Adler einen aufgelegten Bindenschild (Sejbal 1997, Nr. 246, LA 14). Beide Typen finden sich nicht selten in österreichischen Münzfunden, da Albrecht V. sowohl Herzog von Österreich als auch Markgraf von Mähren war, sodaß der Währungszwang in diesen beiden Ländern nicht oder nicht streng gehandhabt wurde.
Das abgeb. Exemplar stammt aus einem Fund aus der "Mittelsteiermark", 0,37 g.
Jetonicus


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BeitragVerfasst: 28. Dez 2016, 07:28 
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Professor
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Wohnort: Püttner Mark
Lieber Jetonicus,

das sind ja sehr erfreuliche Nachrichten!
Ein herzliches Dankeschön für deine Hilfe, auf die ich stark gehofft habe! ;)
Wenngleich das Gewicht deines gezeigten Pfennigs mit 0,37g, im Vergleich zu meinem Beleg mit 0,16g (und 11mm Durchmesser) mehr als doppelt so hoch ist, denke ich, dass es sich hier, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, um diesen Hälbling handelt. Am Vierschlag an der Rückseite ist sehr schön zu beobachten, dass mein Exemplar vollständig ist und kein Abbruch zu einem Gewichtsverlust geführt haben dürfte.
Der Linienkreis um den Adler jenes von dir gezeigten Geldstücks, sieht beim meinem Hälbling zwar ein klein wenig wie ein Vierpass aus, ich denke aber, dass sich der Winzling hier beim Schlagen etwas verzogen hat.
Ein Buchstaben (S oder R) befindet sich links neben dem Kopf des Adlers meines Beleges definitiv keiner. Der Betrachter kann aber beim Kippen des Hälblings, die kugelige Flügelspitze (gleich wie auf der Gegenseite) erkennen. Das lässt sich allerdings fotographisch nur recht schwer festhalten.
Dank deiner Hilfe und jener gestern von Andechser, konnten nun beinahe alle Exemplare der Barschaft zugeordnet werden, mit Ausnahme von nur fünf sehr prägeschwachen Stücken, bei denen man einfach zu wenig erkennen kann, sodass eine sinnvolle Festlegung möglich wäre.

Vielen Dank,
hexaeder

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