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BeitragVerfasst: 19. Mär 2017, 12:27 
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In direkten Vergleich mit jenem Pfennig, den ich bereits am 22. Februar 2015, als 4. Beitrag hier in diesem Thread vorgestellt habe, ist die Stempelkoppelung gut erkennbar. Das bereits vorgestellte Stück (oben) habe ich heute nochmals neu fotografiert. Durch stärkeres Streiflicht konnte nun ein besserer Kontrast erzielt werden.
Während beide Averse höchstwahrscheinlich sogar mit dem selben Stempel geprägt wurden (Punkt auf der Wange des Geistlichen!) zeigen die Reverse deutliche Unterschiede im Prägebild. Der bereits 2015 vorgestellte Pfennig trägt die Umschrift "+SALZ°PVRC", die beim neu erworbenen Stück fehlt. Trotzdem dürfte auch dieses kürzlich aufgetauchte Stück eindeutig der Münzstätte aus dem Salzburgerland zuzuordnen sein.

Pfennig oben: 19mm, 0,70g.
Pfennig unten: 19,5mm, 0,97gr.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 8. Mai 2017, 15:42 
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Bei einer Auktion in der letzten Zeit konnte ich einen weiteren unterschiedlichen Pfennig aus Laufen erwerben. Am 12. September 2016 habe ich bereits ein derartiges Stück hier in diesem Leitfaden vorgestellt. Dieses Stück wurde nun durch jenes im Nachhinein vorgestellt Stück ausgetauscht, welches die Gebäudeseite zweifellos wesentlich besser erkennen lässt.
Bei den Handpfennigen, die bestimmt zu den häufigsten (bis heute erhaltenen und gefundenen) Pfennigen aus Laufen zählen, zeigen jene mit je drei fünfteiligen Rosetten beiderseits der Hand und einem Kreuz oberhalb des Daumens, ein andersartiges dreiteiliges Kirchengebäude auf der gegenüberliegenden Seite. Die den Hauptturm beiderseits flankierenden Türme lassen eine Vielzahl an Fenstern (Steinen?) erkennen, die bei den "normalen Handpfennigen" ohne das zusätzliche Kreuz nicht erkennbar sind. Bei jenem Stück vom 12. September 2016 ist aufgrund der schlechteren Prägung dieser Münzseite dieser Unterschied nicht so deutlich aufgefallen, als nun hier bei dem neu bekommenen Stück.

Der Vollständigkeit halber noch das Gewicht: 0,83g und der Durchmesser: 18,5 mm.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 11. Mai 2017, 17:52 
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Am deutlichsten erkannt man die Unterschiede wenn die Münzen nebeneinander gelegt sind.
Habe zuerst ein Foto von der Handseiten hochgeladen und darunter ein Bild der Gebäudeseiten.

(Durch anklicken der Bilder öffnen sich die Fotos in einem neuen Fenster und können in geeigneter Größe betrachtet werden.)

hexaeder


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BeitragVerfasst: 1. Sep 2017, 14:47 
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Um zu zeigen, dass das Mittelalter nicht ganz im Dornröschenschlaf versunken ist und die Ritter, bzw. in diesem Fall ihre Geistlichen noch nicht ausgestorben sind, möchte ich noch einen weiteren Pfennig vorstellen, welcher der Münzstätte Laufen zugeordnet wird. Das Stück dürfte ebenfalls aus den Funden in Südbayern stammen, wenige Kilometer nördlich der Landesgrenze von Salzburg/Staatsgrenze von Österreich. Das Stück stammt aus einer Auktion im heurigen Frühjahr und ist mir zuvor in der Form auch noch nicht untergekommen. Der Avers zeigt das leicht seitliche Antlitz des Geistlichen mit Bischofstab in der Linken und Buch in der anderen Hand. Über dem Buch ein achtzackiger Stern/Rosette. Dieses Bild findet sich auch auf den bereits zu Beginn der Seite 5 in diesem Leitfaden verglichenen Pfennigen.
Hier dürfte es eine weitere Stempelkoppelung geben, denn dieses neu vorgestellte Stück zeigt eine weiterte deutlich unterschiedliche Rückseite. Über einem gepunkteten Torbogen, in dessen Zentrum sich ein Ringel (-Beizeichen?) befindet, steht ein Türm mit drei Zinnen. Auf beiden Seiten je ein weiterer zinnenbewehrter Turm, dazwischen je zwei Ringel und ein Punkt als Beizeichen. Statt der Umschrift "+SALZ°PVRC" trägt die nun vorgestellte Münze sechszackige Rosetten zwischen den Perlkreisen am Münzrand.

Gewicht: 0,98g
Durchmesser: 19 mm

Der Pfennig wird vom Auktionshaus ebenfalls Adalbert von Böhmen (1168-1185) zugeordnet und gilt momentan ebenfalls noch als "unediert".

hexaeder


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BeitragVerfasst: 3. Sep 2017, 06:00 
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Zum direkten Vergleich habe ich die Pfennige am folgenden Bild nebeneinander gelegt.
Klickt man das Foto an, dann öffnet es sich größer in einem weiteren Fenster und die Details können wesentlich genauer betrachtet werden.

hexaeder


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BeitragVerfasst: 27. Nov 2017, 10:57 
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Hallo liebe Gemeinde!

Bitte hier um genauere Bestimmungshilfe, es handelt sich um ein Stück von einem
Kollegen aus dem Berchtesgadenerland!
Selbstrecherchen ergaben, zumindest m.M nach bis jetzt Adalbert III. von Böhmen,
Salzburg, Mzst. Laufen, ähnliches hab ich in einer Künkerauktion gefunden, das
Brustbild find ich selber passend, nur die dreitürmige Architektur passt nicht, finde
auch nichts darüber.
Könnte dies ein unediertes Stück sein?
https://www.acsearch.info/search.html?id=3280701

Danke im Voraus,
Grüße Walker

...sollte hier nicht passen, bitte verschieben!


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BeitragVerfasst: 27. Nov 2017, 14:32 
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Doktor

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Lieber Walker,

im Fund von Oberteisendorf (NZ 118, 2011, S. 271 und 283) ist so ein ähnlicher Pfennig beschrieben und abgebildet:
Nr. 8.:
Av.: Brustbild des Bischofs + S RODBERTVS mit Stab und Buch, auf Deinem Stück ist unten links ein Buchstabe zu sehen. Auffallend sind bei Deinem Pfennig die Ring-Punkte auf der Brust des Bischofs.
Rv.: Drei Zinnentürme auf einer Zinnenmauer, SALZBVRC der letzte Buchstabe (C) ist auf Deinem Stück gut zu lesen.
Im Fund von Oberteisendorf war ein solches Stück vorhanden, aber die Abbildung ist schwach.

In Mayrhofer - Rohrer: Tausend Jahre Salzburger Münzrecht 1996, Die Münzfunde von Oberteisendorf , S 75 - 79 ist ein weiteres (besseres) Ex. abgebildet.

Münzstätte Laufen.

Es dürften aber noch weitere Stücke (im Handel...) existieren, entweder aus dem Fund von Oberteisendorf oder aus einem anderen, neueren Fund.
Momentan geistern viele Salzburger Pfennige durchs Gelände.
LG Jetonicus


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BeitragVerfasst: 27. Nov 2017, 21:51 
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Lieber Jetonicus,

herzlichen Dank für deine fachkundigen Antworten,
jetzt kann man's schön einordnen :)
Soviel ich weis handelt es sich um einen Einzelfund.

Gruss Walker

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BeitragVerfasst: 28. Nov 2017, 06:53 
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Guten Morgen Walker,
verfolge die "Bewegungen" jener Pfennige aus der Münzstätte Laufen, die aus der zweiten Hälfte des 12. Jhdt. stammen, relativ genau.
Hier der Link zu einem von Künker Ende September 2016 versteigerten Stück, welches deinem Pfennig sehr ähnlich ist. https://www.sixbid.com/browse.html?auction=2928&category=59822&lot=2445392 Habe bei diesem Topstück damals mitgesteigert, bin aber dann einen Schritt vor dem Ende ausgestiegen. Die Seite mit dem Bischof passt perfekt zu deinem Beleg. Der Revers mit den drei Zinnentürmen ist aber etwas anders. Während das Künker-Exemplar die
Zitat:
dreitürmige Architektur auf gewölbter Zinnenmauer
zeigt, findet man sie bei deinem Stück auf einer geraden Mauer. Dies ist an sich eher selten, wenn du die Bilder hier in diesem Leitfaden vergleichst, in dem du beinahe nur gewölbte Mauern über Torbögen findest.
Das Künker-Stück trägt eine beidseitige + SALZBVRC Umschrift, die sich bei deinem Exemplar (höchstwahrscheinlich) nur auf der Gebäudeseite findet. Habe auch ein Exemplar gesehen, welches ein identisches Bischofsbild mit Kreisen statt der Umschrift zeigt. Wie du diesem Leitfaden entnehmen kannst, gab es bei diesen Laufener Pfennigen, von denen es mehrere Hortfunde wenige Kilometer nördlich der österreichischen Staatsgrenze in Bayern gab, eine ganze Menge an Stempelkoppelungen. Ein erwähnenswerter Fund ist vor einiger Zeit in den Handel gekommen. Von den Hand-Pfennigen gibt es eine größere Menge, aber viele verschiedenen Versionen. Alle anderen Stücke sind vergleichsweise sehr selten, manchmal existieren davon auch nur Einzelstücke. Soweit ich informiert bin wurden die Stücke in Bayern untersucht.
Habe zwischenzeitlich bereits 19 verschiedene Exemplare aus diesem Fund erworben, der bereits auf alle namhaften Münzhändler in Deutschland und Österreich aufgeteilt zu sein scheint. Beinahe bei jeder Auktion finden sich Stücke aus Laufen, zumeist aber nur die Hand-Pfennige. Man muss die Sachen kaufen, wenn sie angeboten werden, denn bald werden auch hiervon die Schäfchen verteilt sein.
Gratulation, du hast ein sehr interessantes Stück bekommen, dass bisher nur in wenigen Exemplaren aufgetaucht ist!

hexaeder

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