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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 8. Mär 2016, 10:19 
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Hallo zwanzger,

was gibt es nicht alles für schöne Münzen!!!
Sehr schade, oder gut, das man nicht alles sammeln kann...seufz!

Wunderschönes Thema, vielleicht werde ich mal ein Belegexemplar ergattern.

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NEC TEMERE NEC TIMIDE
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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 9. Mär 2016, 06:39 
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Lieber zwanzger,
eine Augenweide, deinen Münzen, besonders der Pa7 aus deiner, wie du sagst "...bescheidenen Sammlung..." :whow: Der ist in einem Zustand, wie wir die Silberlinge gerne alle hätten! Leider (oder finanziell gesehen zum Glück ;) ) bereits etwas zu südlich für mein Sammelgebiet. Bin im September bei Rauch nach den Görzern noch etwas sitzen geblieben, weil mich die Ergebnisse der "nahen Verwandten" aus Italien interessiert haben. Es freut mich, dass für mich eines der beiden schönsten Stücke dieser Auktion aus Padua, an dich gegangen ist - aufrichtige Gratulation!
hexaeder

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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 9. Mär 2016, 06:42 
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Freue mich schon auf den angekündigten Beitrag:

Des Weiteren gibt es die noch wesentlich selteneren Prägungen ab 1322; die die Wappen der Herren von Villanders, die als Vizehauptleute der Auffenberger; bzw. das der Pfannberger, die als Stadthauptleute in Padua; allesamt unter dem Vikariat Heinrichs II. von Görz-Tirol fungierten.
Hierzu eventuell mehr in einem vielleicht späteren Beitrag.[/quote]

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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 6. Dez 2016, 16:59 
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Heute ein weiteres Stück zu diesem Thema, nämlich ein

Adlergroschen der Münze Meran, Rizzolli Nr. CNTM M40

I. Klasse
3. Gruppe: => Adler mit oben leicht gerundeten, nicht geknickten Flügeln
a.) => sorgfältige graziöse Darstellung des Adlers (gebüschelte Fiederung, stark gekrümmter Schnabel)

Dateianhang:
CNTM M40.jpg
CNTM M40.jpg [ 49.71 KiB | 1065-mal betrachtet ]

Dateianhang:
CNTM M40 r.jpg
CNTM M40 r.jpg [ 46.13 KiB | 1065-mal betrachtet ]


Reverslegende: Röschen-DE-MA-RA-NO, kapitales E; geprägt ab 1272

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Beste Grüße,
zwanzger

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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 28. Dez 2016, 19:01 
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Lieber Zwanzger,
Tirol ist eigentlich nicht das Gebiet meiner Begierde, aber ein Münzlein kann ich doch beitragen:
CNA J 3 Berner, Mzst. Meran
Av.: + * COMES . TIROL
Rv.: DE MA RA ИO
Durchmesser 14 mm, 0,38 g
LG
J.


Dateianhänge:
IMG_6672 jpg.JPG
IMG_6672 jpg.JPG [ 74.91 KiB | 985-mal betrachtet ]
IMG_6670 jpg.JPG
IMG_6670 jpg.JPG [ 101.91 KiB | 985-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 29. Dez 2016, 14:05 
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Lieber jetonicus,

zunächst recht herzlichen Dank für deinen Beitrag zu diesem Thema.

Adlerberner zeigen, im Gegensatz zu ihren Vorgängern (Beischläge zu T-Bernern und venezianischen Parvuli) das verkleinerte Münzbild des Adlergroschens, und sind äußerst selten. Prägezeitraum ab 1259 bis ca.1293
Zitat Rizzolli: Die heutige Seltenheit der Adlerberner spiegelt die Tiroler Münzpolitik wieder, die aufwändige Kleinmünzenprägung nur in reduziertem Maß auszuüben und dafür Veroneser Kleinmünzen nach Tirol einfließen zu lassen.

Bei dem von dir vorgestellten Stück könnte es sich allerdings um eine, laut Rizzolli, "Sammlerfälschung" handeln.

Siehe hierzu: "Der Veroneser Währungsraum, Verona und Tirol; Helmut Rizzolli und Federico Pigozzo" => Seite 133, Abbildung 38: ……… diese gefährliche Sammlerfälschung ist selbst von Fachleuten als echt bezeichnet worden.

Ich selbst möchte mir hier noch kein Urteil erlauben, zumal Rizzolli ein ähnliches (gleiches) Stück selbst noch in seinem Vorgängerwerk "Corpus Nummorum Tirolensium Mediaevalium, Band 1" unter der Nummer M75 abbildet. Fakt jedoch ist, dass diese (und auch andere) seltenen Tiroler Stücke des Öfteren gefälscht wurden. Besonders hervorgetan hat sich hier ein gewisser Luigi Cigio (1811-1875), der im 19. Jahrhundert viele Sammlerfälschungen (sowohl antiker, als auch mittelalterlicher Münzen) herstellte und an (zum Teil namhafte) Sammler verkaufte.

Die Cigio-Fälschung eines Aquilino aus Parma schaffte es sogar in die Sammlung Morosini (Auktionskatalog Nr. 44 von 1913 der Brüder Egger, Nr. 34)

In der Auktion 122, Numismatik Lanz, München, wurde 2004 ein Stück (Los Nr.1830) mit ähnlicher Adlerseite mit der Beschreibung "Von B. Koch erstmals publiziert in MÖNG XII, 1962, S. 113 f. Nach Rizzolli dagegen Fälschung durch Umarbeitung eines venezianischen Sesino (CNTM, S. 128)".https://www.acsearch.info/search.html?id=199411

Vielleicht kann dieser Beitrag zu weiteren Erkenntnissen über diesen (deinen) Adlerberner führen!

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Beste Grüße,
zwanzger

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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 29. Dez 2016, 19:19 
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Zwanzger,

werde mit Spannung verfolgen, was der Numismatiker dazu sagt?
Habe in beiden Schriftwerken nachgeschlagen. Im CNTM 1 kann man bei der (schlechten) Abbildung in Originalgröße auf Seite 501 wenig sagen. Rizzolli beruft sich in der Beschreibung auf den CNI und 1 Stk. mit nur 0,35g soll aus einem Fund von Rocchette stammen. Da gibt das Bild der "gefährlichen Sammlerfälschung" im Veroneser Währungsraum schon viel mehr her. (Habe übrigens deinen Rat befolgt und mir auch dieses Schriftwerk zugelegt! :book: )

hexaeder

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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 29. Dez 2016, 20:22 
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Doktor

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Liebe zwanzger und hexaeder,
ich freue mich, daß dieses Münzlein euer Interesse findet...
Es kam vor über 30 Jahren mit anderen Tirolern in meine Sammlung und schlummert da "vor sich hin". Mir war klar, daß dieses Stück problematisch sein könnte. Einmal hat mich Tursky besucht und nichts auszusetzen gehabt, aber das ist auch schon lange her. Da aber Tirol, wie ich bereits sagte, nicht zu meinem Haupt- und Spezialinteressensgebiet gehört (ich begnüge mich mit einigen Belegstücken), habe ich mich nicht weiter darum gekümmert.
Das ging so weit, daß ich, als ich Rizzolli bei den Numismatikertagen in Enns und Wien traf, mich mit ihm zwar über alles mögliche gut unterhielt, aber gar nicht daran dachte, ihm das Stück vorzulegen! Nun werde ich ihm demnächst die Fotos schicken und dann wird man ja sehen...
Und außerdem werde ich mich in der Institutsbibliothek umschauen...
Hier in Wien dürfte es wohl keinen geben, der zu fragen wäre, denn um ein Urteil abzugeben, ist lange Erfahrung auf diesem speziellen Gebiet notwendig, und die ist am ehesten bei Tiroler Numismatikern zu finden.
Jetonicus


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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 30. Dez 2016, 00:12 
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Lieber jetonicus,

um eventuellen Spekulationen vorzugreifen, möchte ich nochmals betonen, dass es sich hier um eine Vermutung meinerseits handelt!

Als Sammler habe ich immer versucht bzw. versuche es noch, alles so objektiv wie mir nur möglich, zu beurteilen, zu hinterfragen, zu vergleichen, etc., was nicht ausschließt, das man sich irren kann!

Meine Überlegungen bezüglich der Auffälligkeiten waren bzw. sind folgende:

• die abweichende Adlerdarstellung (vergl. CNTM M37b)
• der Schriftkreis, der bei deinem Stück, abweichend von allen anderen mir bekannten Adlergroschen bzw. der Abb. 37b des Adlerberners bei Rizzolli, einen Perlkreis anstatt des üblichen Stichelkreises aufweist
• die Schriftform, unter anderem das breite M (COMES) auf der Adlerseite im Gegensatz zu dem schmalen M (MA) auf der Kreuzseite
• die Rosette auf der Adlerseite, die mittig einen erhabenen Punkt zeigt, und nicht wie üblich durchstochen ist
• der Doppelpunkt vor DE auf der Kreuzseite, der unregelmäßig bzw. verschwommen aussieht
• weiters die Ähnlichkeit der Adlerseite mit dem beschriebenen Stück der Auktion 122 Lanz

Daher bin auch ich gespannt, was die weiteren Nachforschungen deinerseits ergeben, insbesondere die Beurteilung von DDr. Helmut Rizzolli……..

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Beste Grüße,
zwanzger

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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 1. Jan 2017, 12:06 
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zwanzger hat geschrieben:
Um diesen Thread nicht ganz einschlafen zu lassen …………………… hier zwei weitere Aquilino aus meiner bescheidenen Sammlung, diesmal aus Padua.



Avers: + ° PADUA-Ringel/Stern- REGIA-Kleeblatt
Revers: CI-VI-TA-S°-Wappen-Rosette

CNTM Pa2
geprägt zwischen 1320 und 1321
Dateianhang:
CNTM Pa2.jpg


und die seltenere Variante
Avers: + °Rosette-PADUA-sechsstrahliger Stern- REGIA-Rosette
Revers: CI-VI-TA-S-Rose zwischen vier Punkten-Wappen-Ringel

CNTM Pa7
geprägt zwischen 1321 und 1322 (eventuell auch um 1324)

Dateianhang:
CNTM Pa 7.jpg


Der Großteil dieser Aquilini zeigt den Adler mit nahezu rechtwinklig abgeknickter Flügelhaltung (analog des Meraner Vorbildes; Klasse I, 1.Gruppe und 2.Gruppe), und nur wenige mit bogig gerundeten Flügeln (wie bei den Meraner Prägungen der Klasse I, 3.Gruppe)


Bei diesen schönen Stücken zeigt sich die Vorlage des berühmten "Ornithologen" Friedrich II. am deutlichsten:
http://www.coinarchives.com/1e733f788fa ... e01235.jpg


Alles Gute fürs neue Jahr wünscht
AvP, der endlich wieder einmal die Verwandtschaft in Tirol besuchen sollte.



PS:
So leid es mir tut, aber der Adlerberner von Jetonicus scheint mir auch nicht koscher zu sein. Habe zwar keine Ahnung von diesem Münztyp, aber der Gesamteindruck ist doch ziemlich zweifelhaft.

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Made in Styria


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