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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 3. Jan 2017, 20:03 
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Doktor

Registriert: 14. Jan 2016, 22:49
Beiträge: 144
Sammlerfälschungen: dazu hat zwanzger wohl alles Wichtige gesagt.
Der Adlerberner wird als Belegexemplar weiterhin in seinem Fach liegen...

Hier das Bild eines "Salzburger Pfennigs 1505, Mzst. Friesach": er wurde das erste mal in 1000 Jahre Salzburger Münzrecht von 1996 vorgestellt und abgebildet, Exemplare wurde vor einigen Jahren in Auktionen (Frühwald, Lanz, Rauch) angeboten. Beim Exemplar, angeboten von H. Siee bei ebay 2015, ist auf dem Beipackzettel das Jahr 1943 angegeben, die Fälschungen gibt es also schon längere Zeit.
Die Fälschung fand auch im Katalog von Prokisch seinen Platz.
Das alles zeigt, wie "gefährlich" das Ding war!
Kein Wunder: keiner hatte vorher so etwas gesehen...
Merkmale: alle bekannten Exemplare sind stempelgleich, zeigen keine Abnützungsspuren, die Ränder sind wie frisch geschnitten und - es gibt auch Klippen und Kupferabschläge!
Das abgeb. Exemplar war in meiner Friesach-Sammlung, aber ich habe es wieder zurückgegeben: ca. 200 Euro waren mir für ein Belegstück doch zu viel...
LG
J.


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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 3. Jan 2017, 20:41 
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Doktor

Registriert: 7. Nov 2014, 17:57
Beiträge: 110
Wohnort: orientalis urbs, quae dicitur Chremisa
Interessant: ich bin erst vor wenigen Tagen auf eine Neu eingestellte Münze gestossen, bei der mich der recht hohe Preis für eine Kleinsilbermünze verwundert hat.

http://www.ma-shops.at/schimmer/item.php5?id=58865

Ich möchte allen hier schreibenden Herren für die hochinteressanten Beiträge in diesem Leitfaden Danken, da mir dies ermöglicht, auch ohne die entsprechende Literatur sehr sehr viel zu lernen.

Beste Grüße, Kremser


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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 4. Jan 2017, 06:50 
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Professor
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Beiträge: 343
Bilder: 0

Wohnort: Püttner Mark
Möchte Andechser und vor allem auch zwanzger, für seine besonders detailreiche Ausführung danken.
Wenn sich selbst Numismatiker, die genau wissen worauf es ankommt, dem Fälschen von Münzen hingeben, dann wird es für den "normalen Sammler", ohne die Möglichkeit einer Materialanalyse, sehr schwierig, originale und gefälschte Stücke zu trennen. Wenn dann noch echte häufige Münzen, wie im Falle von Luigi Cigoi, zu "Raritäten" umgraviert werden, hilft auch das nicht mehr weiter. Das erklärt den verwendeten Ausdruck "gefährliche Sammlerfälschung" praktisch von selbst!
Besonders interessant waren für mich auch die Jahreszahlen hinter den Namen. Hätte nicht gedacht, dass bereits im 16. Jhdt. zu diesem Zweck gefälscht wurde!

Beschäftige mich beruflich mit der Mineralogie und schreibe für eine große Fachzeitschrift die Messeberichte über die weltweit wichtigsten Events. Auch hier sind Fälschungen leider ein großes, ja bereits unüberschaubares, Thema geworden. Die moderne Technik ermöglicht derart "gelungene Arbeiten", dass viele zunehmend das Vertrauen in die Echtheit ihrer Objekte verlieren. Das ist natürlich für den gesamten Sammlermarkt die Pest! Besonders gefährlich sind hier auch "geschönte Stücke", bei denen in Sachen Reinigung und Präparation heute leider viel zu oft die Grenzen, des gerade noch tolerierbaren, überschritten werden.

Wenn derartige Praktiken überhand nehmen können ganze Sammlermärkte wegbrechen.
Habe erst kürzlich einen Bericht über Fälschungen antiker Bronzestatuen gesehen und dabei die Gänsehaut bekommen, wie viel Geld hier in "moderne Kunst" gesteckt wird, indem man für Sammler Statuen oder Artefakte produziert und über (teilweise sehr namhafte) Auktionen an den Mann/Frau (oder heute doch Männinen ??? ;) ) bringt! Aber auch den Sammlergemeinschaft trifft hier eine gewisse Selbstschuld. Gute Objekte wachsen leider nicht auf den Bäumen, doch das Verlangen reicher aber oftmals nur oberflächlich informierter Sammler nach den Objekten der Begierde treibt .................

@ Kremser
Die Jahreszahl auf dem "Rübenpfennig" deines Links würde ich als "stempelgleich" zu jener, auf dem gezeigten Stück von Jetonicus, bezeichnen.

hexaeder

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Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 4. Jan 2017, 10:48 
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k&k Hoflieferant, Professor
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Beiträge: 436
Bilder: 6

Wohnort: Tirol
Hallo,

zum Teil sind die Fälschungen als solche ein sehr begehrtes Sammelobjekt und auch teurer als die Originale, z.B. bei Becker Fälschungen!!!

Da finde ich aber noch bedenklicher das heute auf dem Hochpreissegment die reinen Spekulanten das sagen haben, da wird dann so eine Fälschung geslapt und MS irgendwas drauf gedruckt und jeder nimmt das dann wie das Amen im Gebet hin und bietet auf Auktionen bis was weiß ich wohin.
Denn auch bei den Gradingfirmen sitzen nicht nur Experten. Woher sollen die auch in allen Gebieten der Numismatik das Fachwissen haben!!!!!!

Ein Fälscher ist hier auch noch erwähnenswert, passt zwar nicht ins Mittelalter. Der Fälscher Wentzlaff hat von normalen, vorwiegend Haller Talern, Goldabschläge sogenannte 10fache Dukaten gemacht.
Dieser Herr hat sich in der Geschichte und den Techniken bestens ausgekannt und dann von jedem Stück nur wenige Exemplare produziert. Es wird gemunkelt das solche Wentzlaff Fälschungen noch bei dem einen oder anderen Münzhändler liegt.

_________________
Es grüßt bibliothekar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 4. Jan 2017, 11:42 
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Professor
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Registriert: 22. Mai 2009, 15:17
Beiträge: 271
Hallo Jetonicus,

Die Begutachtung Rizzollis liegt nun vor, soweit, so gut.

Was mich brennend interessieren würde ist die Begründung. Wenn man die Fälschung auf einem Foto erkennt, kann man sie auch beschreiben.
Der offensichtlichste Unterschied ist die Adlervariante, die ja nicht als augustalisch bezeichnet werden kann.
Beschrieben im CNTM, M75 und Koch J3 - gleicher Adler, gleiche Umschrift , im neuen Buch v. Rizzolli nicht mehr zu finden.
Eine Korrektur Rizzollis - oder doch was anderes ??

Könntest Du das in Erfahrung bringen ?

LG. rainscnarcher


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Koch J3.jpg
Koch J3.jpg [ 108.81 KiB | 470-mal betrachtet ]
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Zuletzt geändert von rainschnarcher am 14. Jan 2017, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 10. Jan 2017, 21:08 
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Doktor
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Beiträge: 105
Wohnort: aus dem "Land im Gebirge"
Hallo bibliothekar,

bibliothekar hat geschrieben:
zum Teil sind die Fälschungen als solche ein sehr begehrtes Sammelobjekt und auch teurer als die Originale, z.B. bei Becker Fälschungen!!!


wie von Dir erwähnt, sind vor allem die frühen Fälschungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert mittlerweile selbst zum Teil zu begehrten Sammlerobjekten avanciert.
Dazu zählen vor allem die sogenannten "Paduaner", bzw. die wie von Dir bereits genannten Becker'schen Fälschungen.


Hier das Beispiel eines "Paduaners" von Giovanni Cavino
Dateianhang:
Falso_domiziano.jpg
Falso_domiziano.jpg [ 75.28 KiB | 496-mal betrachtet ]

Nachschöpfung eines Sesterz des Domitian (Quelle/Foto aus Wikipedia)

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Beste Grüße,
zwanzger

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 Betreff des Beitrags: Re: Adlergroschen der Münze Meran
BeitragVerfasst: 10. Jan 2017, 21:48 
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Doktor
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Beiträge: 105
Wohnort: aus dem "Land im Gebirge"
bibliothekar hat geschrieben:
Da finde ich aber noch bedenklicher das heute auf dem Hochpreissegment die reinen Spekulanten das sagen haben, da wird dann so eine Fälschung geslapt und MS irgendwas drauf gedruckt und jeder nimmt das dann wie das Amen im Gebet hin und bietet auf Auktionen bis was weiß ich wohin.
Denn auch bei den Gradingfirmen sitzen nicht nur Experten. Woher sollen die auch in allen Gebieten der Numismatik das Fachwissen haben!!!!!!


Auch hier kann ich Dir nur beipflichten!

Der amerikanische Gradingwahn bzw. das sogenannte "Salpen" von Münzen nimmt leider auch bei uns mittlerweile immer schlimmere Formen an.
Das bedenkliche daran ist vor allem, dass diese Münzen von den meisten Sammlern ohne Wenn und Aber als echt, und auch als hundertprozentig "eingestuft" angesehen werden.

Aber die Einstufung einer Münze kann immer nur eine subjektive sein.

Man möge mir einmal vernünftig den Unterschied zwischen MS 67, MS 68 bis hin zu MS 70 erklären, vor allem bei einer Münze vor ca. 1800 ………...........…. :?:

Und da es sich hier beim sogenannten Experten auch nur um ein menschliches Auge handelt, sieht es die Dinge meiner Meinung nach, eben auch immer aus der eigenen Perspektive bzw. Einschätzung…...........….

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Beste Grüße,
zwanzger

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