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BeitragVerfasst: 30. Sep 2017, 07:25 
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Geschätzte Münzfreunde,
habe momentan mit der Bestimmung und Aufarbeitung vieler Neuzugänge zu tun. Bin dabei auch auf einen Pfennig gestoßen, den ich auf den ersten Blick nach Salzburg gesteckt hätte. Das Wappen ist zwar jenem des Erzstifts ähnlich, zeigt aber bei genauer Hinsicht doch deutliche Unterschiede. Das Wappentier ist ähnlich aber nicht gleich. Auch die Form des Pfennigs unterscheidet sich deutlich von den etwas kleineren "typischen" Salzburgern, die auch einen ausgeprägten Vierschlag aufweisen. Lediglich der A71 von Sigismund I. von Volkerdorf kommt nahe, hat aber das Stiftswappen in einem Linienkreis und auch einen Revers. Auch der K 33 von Görz wäre zwar ähnlich, aber das Wappen ist seitenverkehrt und diagonal geteilt. Bin bei mehrmaliger Durchsicht des CNA leider auf keine wirklich passende Münze gekommen.
Es handelt sich bei dem Stück um einen einseitigen Pfennig, ohne jegliche Prägespuren am Revers. Durchmesser 14 x 14 mm, bei einem Gewicht von 0,38g.
hexaeder


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 Betreff des Beitrags: Re: Unbekannter Wappenpfennig
BeitragVerfasst: 30. Sep 2017, 23:05 
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Lieber hexaeder,
hast du dir bei diesem Pfennig die Rückseite genau angeschaut? Die VS deutet auf Sigismund v. Volkersdorf hin (Probszt 50, CNA A70 - Abbildung fehlt); auf RS müsste da aber ein S umgeben von 2 Ringel, Punkten oder Sternen sein. Bei diesen schon eher an Schinderlinge erinnernden Pfennigen des 15. Jahrhunderts ist die Qualität leider oft schon sehr schlecht und die RS verschwommen.
LG
OTAKAR

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 Betreff des Beitrags: Re: Unbekannter Wappenpfennig
BeitragVerfasst: 1. Okt 2017, 06:43 
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Lieber OTAKAR,
von der Form des Pfennigs (Stärke und Durchmesser) sollte das Stück irgendwo bei A 70 bis A 76 liegen. Vom Stempel her gesehen, soweit man das bei den in Originalgroße gezeigten Stücken von Koch sehen kann, kommt hier auch das Wappentier nahe. Des weiteren befinden sich auch nur drei Querbalken im rechten Teil des Wappenschildes, anstatt fünf bei A 55 bis A 68. Leider sind im CNA gerade bei diesen Pfennigen A 54, A 57, A 61, A 61, A 64, A 65, A 66 und A 68 nicht abgebildet. Glaube aber nicht, dass uns das bei diesem Pfennig weiterhelfen würde. Leider fehlen aber auch die Fotos von A 70, A 74, A 75 und A 76. Hier dürfte die Lösung liegen. Aber laut Beschreibung haben alle Pfennige von A 70 bis A 76 detailliert angeführte Rückseiten im Beschreibungsteil des CNA. In vorliegenden Fall fehlt aber eine Rückseitenprägung gänzlich. Man kann lediglich die durchgeprägte Vorderseite etwas erkennen. Habe nochmals ein besseres Foto beigefügt, dass auch den Revers zeigt.
Die Silberqualität ist im Falle dieses Pfennigs gar nicht so schlecht. Das kannst du auch am Vergleichsfoto mit den anderen Stücken erkennen.
LG
hexaeder


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 Betreff des Beitrags: Re: Unbekannter Wappenpfennig
BeitragVerfasst: 3. Okt 2017, 21:15 
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Lieber hexaeder,
leider ist die - mir bekannte - Literatur über die Salzburger Pfennige des 15. Jahrhunderts eher spärlich. Der Zöttl beginnt erst bei Leonhard v. Keutschach, im Probszt ist das Kapitel nur rudimentär und beim CNA, der ja noch am ausführlichsten ist, wird man wohl auch hier nacharbeiten müssen. Ich glaube, dass dein Stück zu Johann von Reisberg gehört, denn auch hier gibt es, wie bei vielen Pfennigen eine große Zahl von Stempeln. Ich habe 3 Stück und jedes davon hat eine andere Charakteristik.
LG
OTAKAR


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 Betreff des Beitrags: Re: Unbekannter Wappenpfennig
BeitragVerfasst: 19. Nov 2017, 14:59 
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Lieber OTAKAR,

otakar hat geschrieben:
hast du dir bei diesem Pfennig die Rückseite genau angeschaut? Die VS deutet auf Sigismund v. Volkersdorf hin (Probszt 50, CNA A70 - Abbildung fehlt); auf RS müsste da aber ein S umgeben von 2 Ringel, Punkten oder Sternen sein. Bei diesen schon eher an Schinderlinge erinnernden Pfennigen des 15. Jahrhunderts ist die Qualität leider oft schon sehr schlecht und die RS verschwommen.


bin mir nun beinahe sicher, dass dieser Pfennig Sigismund I. von Volkersdorf zuzuordnen ist. Es fehlt zwar die Rückseite, aber bei wie vielen Pfennigen, wenn ich da z.B. an die Grazer denke, ist die Rückseite schlecht oder gar nicht ausgeprägt. Vielleicht gab es auch einen Typ ohne RV? Beim MA überrascht mich inzwischen gar nichts mehr.

Zwischenzeitlich kann ich mit einem weiteren Stück aufwarten, dass zum selben Fundkomplex gehört. Einen A 77 vom selben Erzbischof. Koch schreibt auch zu diesem Typ nicht sehr eindeutig:
Zitat:
Ob von diesem Gepräge auch wirklich ein Pfennigtyp existiert, wie Zeller annahm, konnte ich nicht überprüfen. Im Ybbser Fund kamen nur Hälblinge vor.


Bei diesem Beleg dürfte es sich aber tatsächlich um einen Pfennig handeln.
Durchmesser: 12,5 mm
Gewicht: 0,35g

Habe ein Foto von dem seltenen Stück beigefügt.

hexaeder


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