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 Betreff des Beitrags: Denar aus dem Barbarossafund
BeitragVerfasst: 21. Okt 2013, 20:28 
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Hofrat

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Bischof Heinrich I. von Basel, Münzstätte Breisach,
Denar, 0,39 g, 14 mm
Av: Kolbenkreuz in Wulstkreis, in den Winkeln sechsstrahlige Sterne.
Rv. Vierblättrige Blume in Wulstkreis (Kolbenkreuz schlägt durch).
Aus dem Barbarossafund.
Ex K.H.Cortrie, A37, Nr 297.
Von B.A. Klein.
Dateianhang:
Breisach Heinrich I combi.jpg
Breisach Heinrich I combi.jpg [ 120.55 KiB | 3756-mal betrachtet ]

Vergleichsmünze (auch aus dem Barbarossafund, der Sammlung Dr. Bernhard Schulte und Münzen und Medaillen GmbH (D), Auktion 28, 30.10.2008, 786):
http://www.mcsearch.info/record.html?id=140301
Literatur zu der Münze wird nicht angeführt, auch nicht zu den beiden Münzen dieses Typs im nachfolgend zitierten Ausstellungskatalog von 1991 (S. 39, Nummern 100-21 und 100-22).

Zitat:
"Der Barbarossa-Schatz" kam in der Zeit zwischen Sommer 1982 und Frühjahr 1985 in mehreren Partien in den Münzhandel. Die Herkunft der Münzen aus dem Nahen Osten, die Datierungen der einzelnen Gepräge und die Zusammensetzung des Fundes legten einen Zusammenhang mit dem dritten Kreuzzug, und zwar dem Zug Friedrichs I. Barbarossa, nahe. U. Klein, der den ganzen Fund bearbeitet, hat insgesamt etwa 7700 Münzen registriert. Einschließlich der Barren und des zerhackten Schmuckes muß der Fund von sieben bis acht Kilogramm gehabt haben, was der Mindestausstattung von zehn Teilnehmern für zwei Jahre entspricht (siehe U. Klein, Schweizer. Num. Rundschau 65, 1986, 205-206). ..."

Gerd Stumpf, Der Kreuzzug Kaiser Barbarossas. Münzschätze seiner Zeit. Staatliche Münzsammlung München 1991 (München 1991), S. 35.

Die beiden Aufsätze von Ulrich Klein finden sich hier:

http://retro.seals.ch/digbib/view?rid=snr-003:1986:65::301

Ulrich Klein, Die deutsche Münzprägung gegen Ende des 12. Jahrhunderts und der "Barbarossa-Fund". Schweizerische numismatische Rundschau 65, 1986, 205-218, Taf. 25-30.

http://retro.seals.ch/digbib/view?rid=snr-003:1987:66::271

Ulrich Klein, Die nichtdeutschen Münzen des "Barbarossa-Funds". Schweizerische numismatische Rundschau 66, 1987, 193-199, Taf. 33-34.

Ob der Fund wie Manfred Mehl, Die Münzen des Stiftes Quedlinburg (Hamburg 2006), S. 112 angibt, aus der Gegend von Adana stammt, wird wohl nicht zu klären sein. Im Handel wurde später teils auch "vereinzelt ... sogar Material späterer Zeitstellung eingemischt" (Niklot Klüßendorf in Fundberichte aus Hessen 41, Teil 2, 2001, S. 537). Vielleicht führten die Unsicherheiten in Hinblick auf Fundumstände und Zusammensetzung des Fundes dazu, dass es zu der geplanten Gesamtveröffentlichung des Barbarossa-Fundes durch Ulrich Klein (1986, 207) bislang nicht gekommen ist.

Viele Grüße,
Docisam

PS: Sei dem, wie ihm wolle. Der Ausstellungskatalog von Gerd Stumpf ist eine wunderbare Lektüre.


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BeitragVerfasst: 22. Okt 2013, 21:22 
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Hofrat

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Zitat:
"Die Provenienz dieses kleinen Hortes von 99 Mittelalter-Pfennigen, die im folgenden Beitrag beschrieben werden,
war nicht mehr zu eruieren. Die Münzen stammen aus dem Altbestand eines Münzsammlers, der sie als
zusammenhängende Gruppe auf einer Münzbörse erworben hatte und - da er als Antikensammler kein
großes Interesse am Mittelalter hatte — an den Wiener Münzhändler Gerhard Herinek weitergab. Von ihm
konnte sie das Landesmuseum Kärnten im Jahre 2003 erwerben. ..."

Elfriede Krauland, Mittelalter-Münzen aus dem Kärntner Grenzland. Rudolfinum 2004, p. 331-382.

http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/Rudolfinum_2004_0331-0382.pdf

Viele Grüße,
Docisam


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BeitragVerfasst: 17. Nov 2013, 13:17 
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Hofrat

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Fürstentum Antiochia, "Helmet type billon denier class F of Bohemond III" (1163-1201).
Billon, 18 mm, 0,78g.
Av: Kopf mit Helm nach links, zwischen Halbmond (links) und Stern (rechts); +BOANVNDVS
Rv: Kreuz in Kreis, im ersten Viertel ein Halbmond; +ANTIOCHIA
Metcalf 405-409; Kluge, Numismatik des Mittelalters, 1394.
ex Roupen hoard
Dateianhang:
Antioch Bohemond III Denar combi.jpg
Antioch Bohemond III Denar combi.jpg [ 122.76 KiB | 3651-mal betrachtet ]

Die Münze ist publiziert (Tafel 31, 266) in: Marcus Phillips, The ‘Roupen’ Hoard of Helmet Pennies
of Antioch. Numismatic Circular 165, 2005, 249-276, Taf. 30-37.

http://www.royalnumismaticsociety.org/NC_Offprints/NC165/NC165_18_Phillips.pdf
Dateianhang:
Phillips 2005 - NC 165 - Roupen hoard 266.jpg
Phillips 2005 - NC 165 - Roupen hoard 266.jpg [ 34.62 KiB | 3651-mal betrachtet ]

Dateianhang:
Phillips 2005 - NC 165 - Roupen hoard 266 Kat.jpg
Phillips 2005 - NC 165 - Roupen hoard 266 Kat.jpg [ 19.58 KiB | 3651-mal betrachtet ]

Der "Roupen hoard" tauchte im Jahr 2000 als Gruppe von 564 Denaren im Londoner Handel auf. Er soll angeblich aus Aleppo stammen. Neben Denaren des Bohemund III enthielt er auch solche des armenischen Herrschers Roupen III, dessen Münzen in Schatzfunden vergleichsweise selten sind. Roupen III war 1177 Verbündeter des Bohemund III von Antiochien bei der vergeblichen Belagerung von Harenc, aber schon 1182 dessen Gefangener und kam im Tausch mit einem byzantinischen Statthalter Isaak Komnenos und einige kilikische Küstenstädte frei ...

Zu Bohemund III: http://de.wikipedia.org/wiki/Bohemund_III._%28Antiochia%29 http://en.wikipedia.org/wiki/Bohemond_III_of_Antioch

Zu Roupen III / Ruben III: http://de.wikipedia.org/wiki/Ruben_III._%28Armenien%29 http://en.wikipedia.org/wiki/Ruben_III,_Prince_of_Armenia

Schönen Sonntag!

Docisam


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BeitragVerfasst: 20. Nov 2013, 00:50 
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"Froh zu sein bedarf es wenig" gilt auch für einige Mittelalter-Münzen aus Schatzfunden:

Schwäbisch Hall, Handheller
Silber, 18 mm, 0,65 gr
Av: Hand, außen sehr unvollständig ausgeprägte Legende [ H / A / L / L / A]
RV: Kreuz mit gegabelten Enden, in den Gabeln jeweils eine Kugel
Raff 11
Dateianhang:
Handheller - Raff 11 combi.jpg
Handheller - Raff 11 combi.jpg [ 113.56 KiB | 3627-mal betrachtet ]

Dateianhang:
Handheller - Raff 11 Zettel.jpg
Handheller - Raff 11 Zettel.jpg [ 16.77 KiB | 3627-mal betrachtet ]


Schwäbisch Hall, Handheller
Silber, 18 mm, 0,42 gr
Av: Hand, außen sehr unvollständig ausgeprägte Legende [ H / A / L / L / A]
RV: Kreuz mit gegabelten Enden, in den Gabeln jeweils eine Kugel
Raff 14
Dateianhang:
Handheller - Raff 14 combi.jpg
Handheller - Raff 14 combi.jpg [ 122.96 KiB | 3627-mal betrachtet ]

Dateianhang:
Handheller - Raff 14 Zettel.jpg
Handheller - Raff 14 Zettel.jpg [ 18.54 KiB | 3627-mal betrachtet ]


Die beiden Münzen kommen aus dem Fund Schloßborn HMA IV. (9 A3c), bei Glashütten im Hochtaunuskreis. Er stammt von einem Areal, in dem bereits 1842 (= Schloßborn HMA 1) und dann am im Juni 1997 (995 Münzen), am 4.9.1997 (3050 Münzen), am 5.9.1997 (Hauptpartie 2812 Münzen, Nebenpartie 194 Münzen) und am 27.2.1998 (192 Münzen) weitere sehr umfangreichere Schatzfunde gemacht wurden. Da der Entdecker der letzten vier Schatzfunde, der auf der Suche nach Militaria von einem nahegelegenen Kriegsgefangenenlager war, seine Funde ordnungsgemäß gemeldet hatte und ihm die Rückgabe versprochen war, aber das Grundstück dem Land Hessen gehörte, bekam er 320 Brakteaten und 3300 Handheller zurück.
Die "neuen" Schatzfunde datieren in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Sie bestehen aus Handhellern, wenigen Brakteaten und z.T. auch sehr wenigen zweiseitigen Pfennigen. Publiziert sind sie in:

Niklot Klüßendorf, Münzfundberichte des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde, Marburg, Nr. 9: 1997 bis 2005. Fundberichte aus Hessen 42, 2. Teilband, 2001 (Wiesbaden 2006), 531-798.

Viele Grüße,
Docisam


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BeitragVerfasst: 17. Dez 2013, 22:10 
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Auf den Schatzfund von Fuchsenhof und die umfangreiche Publikation dazu hat Otakar in diesem Thread schon hingewiesen. Der Abschnitt speziell zu den Münzen ist online zu haben:

Michael Alram / Hubert Emmerig / Bernhard Prokisch / Heinz Winter, Der numismatische Anteil des Schatzfundes von Fuchsenhof. In: B. Prokisch / Th. Kühtreiber (Hrsg.), Der Schatzfund von Fuchsenhof. The Fuchsenhof Hoard. Poklad Fuchsenhof (Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich 15), Linz 2004, S. 133-229.

http://www.academia.edu/5118904/Katalog_der_numismatischen_Objekte_mit_M._Alram_B._Prokisch_H._Winter_

Viele Grüße,
Docisam


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 Betreff des Beitrags: Re: Münzen aus Schatzfunden
BeitragVerfasst: 18. Dez 2013, 00:08 
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Wirklicher Hofrat
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Dieser Katalog ist eine Fundgrube für Mittelaltermünzen; vor allem auch deshalb, weil viel Pfennige in wesentlich besserer (Bild-)Qualität dargestellt sind als im CNA, da es sich meistens um kaum gelaufene Stücke handelt. Dadurch ist er ein große Hilfe bei Bestimmungen und Vergleichen.
LG
OTAKAR

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BeitragVerfasst: 12. Jan 2014, 22:28 
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Hofrat

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Bei dieser Münze brauche ich Hilfe:

Albrecht II Pfennig, Wien.
Silber, 14,5 - 16,5 mm; 0,64 g.
Av: Kopf eines Mannes n.l. mit halblangem lockigen Haar.
Rv: Helm mit Helmzier mit dem Wappen von Münzmeister Jans von Tierna (hier nicht erkennbar).
Koch, CNA B 244, Luschin v.Ebengreuth 139

FO: eventuell "Eggenburger Fund (1893)"
- von Detlev Hölscher, über MA-Shops, Artikel 131102007 http://www.muenzauktion.com/hoelscher/item.php5?id=131102007
Dateianhang:
Albrecht II Eggenburg combi.jpg
Albrecht II Eggenburg combi.jpg [ 71.02 KiB | 3436-mal betrachtet ]

Dateianhang:
Albrecht II Eggenburg Zettel.jpg
Albrecht II Eggenburg Zettel.jpg [ 66.81 KiB | 3436-mal betrachtet ]

Der Fundzettel gehörte ursprünglich erst zu zwei, dann zu vier Münzen, von denen zwei aus dem "Eggenburger Fund" von 1893 stammten. Ob die hier gezeigte aus dem Fund stammt, ist also nicht sicher zu sagen. Passen die Angaben auf dem Zettel überhaupt zur Münze?
In jedem Fall würde mich interessieren, was es mit dem "Eggenburger Fund (1893)" auf sich hat. Ist er irgendwo publiziert oder in einer Liste aufgeführt? Ich habe trotz Suche keine Angaben gefunden. Ich würde mich sehr über Auskunft zum Fund freuen.

Viele Grüße,
Docisam


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BeitragVerfasst: 30. Jun 2016, 00:18 
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Hofrat

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Ein wunderbares Buch:

Herbert Ban / Ivan Mirnik, Der Friesacherfund von Čakovec. Glaux 18. Mailand 2010.

https://www.academia.edu/1828741/Der_Friesacherfund_von_%C4%8Cakovec._Glaux._Collana_di_Studi_e_Ricerche_di_Numismatica_Milano_18_2010

Viele Grüße,
Docisam


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BeitragVerfasst: 25. Sep 2017, 23:13 
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Im März erworben:

Dünnpfennig aus der erzbischöflichen Münzstätte Magdeburg, Konrad von Querfurt (1134-1142)
Av.: (+CONRADVSARCHI), Brustbild des Bischofs, in der Rechten der Krummstab
Rv.: (+S•MAVRICIVS), Brustbild des heiligen Moritz in Rüstung, mit geschulterter Fahne, links Schild, daneben achtstrahliger Stern.
Ag, 0,94 g, 2,03 mm, 5 h.
Mehl 109

Nach Auskunft des Vorbesitzers stammt der Dünnpfennig aus dem "Fund aus dem Harzvorland" (vermutlich aus dem Raum Helmstedt), von dem in der Zeit von 1986 bis 1998 Stücke von verschiedenen Auktionshäusern angeboten wurden. Beschrieben wurde der Fund von:

H. U. Matthaei, Ein mittelalterlicher Münzfund aus dem Harzvorland. Geldgeschichtliche Nachrichten, 34. Jg., 191, Mai 1999, 193-142.

Er ist auch aufgeführt in:

Manfred Mehl, Münz- und Geldgeschichte des Erzbistums Magdeburg im Mittelalter (Hamburg 2001); Band I, S. 188, Fundverzeichnis II, Nr. 95.

Nach Mehl enthielt der Fund mehr als 230 Münzen (Dünnpfennige und Brakteaten), darunter mehr als 80 Dünnpfennige aus Magdeburg (Mehl 109, 110, 111, 121, 122). Er wurde um 1150 vergraben und anscheinend in den 1920er Jahren gefunden. Der Dünnpfennig Mehl 109 war zwar schon im 19. Jhd. bekannt, er scheint aber in den meisten Museumssammlungen und in den Auktionskatalogen der großen alten Privatsammlungen zu fehlen. Anscheined ist er erst nach dem "Fund aus dem Harzvorland" öfters in Auktionen nachweisbar.
Dateianhang:
Magdeburg Harzvorland combi.jpg
Magdeburg Harzvorland combi.jpg [ 113.85 KiB | 548-mal betrachtet ]

Da die Münze nicht gerade optimal ausgeprägt ist hier eine Vergleichsabbildung aus der Beschreibung des Fundes von Matthaei:
Dateianhang:
Matthaei 1999 - Nr 2.jpg
Matthaei 1999 - Nr 2.jpg [ 95.3 KiB | 548-mal betrachtet ]

Beste Grüße,
Docisam


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