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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 6. Mai 2020, 13:47 
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Lieber jetonicus,
leider hat der Corona-Wahnsinn unser nächstes Treffen in eine noch nicht genau absehbare Zukunft verschoben. :(

Nun zurück zum C c 28:
Habe lange überlegt ob es sich um einen b) oder c) handelt. Kann es nicht einmal mit der Lupe zu 100% genau sagen. Drei Punkt sind fix aber der 4. Punkt müsste sehr sehr flach sein. Habe dir drei Bilder gemacht, aber ich denke, du müsstest den Brakteaten mit einer Lupe in der Hand haben, um dich genau festlegen zu können. Die Fotos kannst du anklicken und nochmals sehr stark vergrößern!
Wenn ich das Stück allerdings mit deinem Foto vergleiche, könnte da durchaus noch ein vierter kleinerer Punkt in der Mitte des Halses, zwischen Knick und Ohren sein? Möglicher Weise doch ein C c 28 c?
Auf alle Fälle ein schöner Brakteat mit gut erkennbarem Vierschlag reversseitig und schönen gestauchten Ecken.

Herzliche Grüße,
hexaeder


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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 6. Mai 2020, 21:12 
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Lieber Hexaeder,

auch Dein Stück dürfte vier Punkte haben.
Ich habe mein Stück gedreht und mehrmals photographiert, aber die Punkte kommen nie so richtig heraus. Dazu kommt, daß die drei unteren Punkte ungleichmäßig weit voneinander entfernt sind und auf einer vernudelten Fläche stehen.

Guten Abend,
Jetonicus


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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 7. Mai 2020, 08:05 
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Lieber Hexaeder,
hier ein stempelgleiches Stück C c 28 c mit 4 (!) Punkten. Nur die beiden unteren Punkte sind auf dem Bild als schwache Ausbuchtungen zu erkennen, die beiden oberen kann man nur, wenn man den Brakteaten hin und her dreht, unter der Lupe ahnen. Ich habe die Münze früher für eine 3-Punkt-Variante gehalten. Bei Deinem Stück schaut es auch so aus.
Ich glaube nicht, daß die (vertieften) Punkte der Beizeichen durch Metallabrieb auf dem Prägestempel verklebt sind (soetwas kann vorkommen), oder daß der Prägestempel zufälligerweise genau an der Stelle der Punkte eine Metallschwäche aufweist, sondern man hat eher den Eindruck, als wollte man die Punkte aushämmern, so daß dort jetzt eine Art Wulst zu sehen ist.
Einen schönen Tag wünscht
Jetonicus


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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 7. Mai 2020, 16:55 
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Lieber Jetonicus
Jetonicus hat geschrieben:
hier ein stempelgleiches Stück C c 28 c mit 4 (!) Punkten. Nur die beiden unteren Punkte sind auf dem Bild als schwache Ausbuchtungen zu erkennen, die beiden oberen kann man nur, wenn man den Brakteaten hin und her dreht, unter der Lupe ahnen. Ich habe die Münze früher für eine 3-Punkt-Variante gehalten. Bei Deinem Stück schaut es auch so aus. Ich glaube nicht, daß die (vertieften) Punkte der Beizeichen durch Metallabrieb auf dem Prägestempel verklebt sind (soetwas kann vorkommen), oder daß der Prägestempel zufälligerweise genau an der Stelle der Punkte eine Metallschwäche aufweist, sondern man hat eher den Eindruck, als wollte man die Punkte aushämmern, so daß dort jetzt eine Art Wulst zu sehen ist.
Das wäre durchaus auch in Betracht zu ziehen.
Auch im Münzkabinett des KHM Wien liegt unter Objekt Nr.: ID 230 243 / Inv. Nr.: MA 12100 ein C c 28 b oder c. Am Revers erkennt der Betrachter deutlich zwei Punkte, aber am Avers sieht es auch nach vier Punkten aus. Im Text auch als C c 28b beschrieben.
Bei Elfriede Krauland findet sich unter 31a) Variante zu Nr. 31, Abb. 33, Tafel I schon ein Stück, das anscheinend doch ein richtiger "b" mit drei Punkten ist.

Besonders "spannend" finde ich die Beschreibung von Koch im CNA1:
Zitat:
"EINHORN" n. r., Kopf zurückgewandt, links ein Sternchen
Krauland hat auch das zweite Horn gesehen und schreibt für Abb.: 32 und 33:
Zitat:
"WIDDER" nach rechts, den Kopf zurückgewandt. Im Feld links neben den stark gekrümmten Hörnern ein Stern.
Luschin und Koch sprechen von einem Einhorn, da das Tier aber zwei gekrümmte Hörner aufweist, handelt es sich eher um einen Widder.
Das musste ich loswerden ;)
hexaeder

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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 7. Mai 2020, 19:44 
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Lieber Hexaeder,

hier zunächst das Bild eines
Lu 274 = Koch C c 27 Einhorn nach rechts, Kopf zurückgeandt,... rechts Kreuzchen.

dann
Lu 275 = Koch C c 28
Luschin: "Wie vorher, doch von anderer Zeichnung... Sternchen... [rechts] wechselnde Beizeichen z.B. zwei Punkte übereinander, ein Blatt u. dgl."
Koch wie bei Luschin, a) Kleineres Münzbild, b) drei Kugeln, c) vier Kugeln

Hier hatt Krauland mit dem Widder recht; der Fehler mit dem Einhorn bei C c 28 geht schon auf Luschin zurück.

Jatonicus


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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 20. Mai 2020, 14:01 
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Jetonicus hat geschrieben:
Hier hatt Krauland mit dem Widder recht; der Fehler mit dem Einhorn bei C c 28 geht schon auf Luschin zurück.
Ein weiteres typisches Merkmal wäre der Schwanz gewesen! Während Einhörner, soweit sie in Blattschuss-Ansicht zu sehen sind, auf Mittelalter-Pfennigen zumeist mit kurzem (Hirsch-)Stummelschwanz geprägt wurden, zeigen Widder (Schafe) am Stempelbild häufig einen langen Schwanz, der oftmals an ein fünftes Bein erinnert.
Ja, so ein schöner C c 27 (wie auf deinem Foto) würde auch hervorragend zwischen meine Völkermarkter Brakteaten einfügen! ;)
Herzliche Grüße,
hexaeder

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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 15. Dez 2020, 17:19 
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Es freut mich ganz besonders, aus gegebenem Anlass, diesen alten Leitfaden von unserem lieben otakar wieder zu aktivieren, bevor er endgültig auf die zweit Seite rutscht! :D
Bei einer Münzauktion vor wenigen Tagen, bekam ich den Zuschlag für einen sehr seltenen Brakteaten, den wir in dieser Runde bisher noch nicht hatten. Es handelt sich hierbei um den CNA1 C c 10 von Ulrich III., 1256-1259, aus der Prägestätte Völkermarkt.
Bei meinen Recherchen im Internet konnte ich ein Exemplar im Münzkabinet des KHM Wien auffinden. Das einzige Stück, das in den letzten Jahren bei Auktionen gehandelt wurde, fand ich bei Lanz Auktion 122 im Jahr 2004, unter Los Nummer 1621.
Das vorzügliche Exemplar wiegt 0,83g., bei einem Durchmesser von 22 mm. In diesem Leitfaden bereits besprochene Merkmale, wie der für Kärntner Brakteaten typische Vierschlag und auch die Randbearbeitung (Eckenstauchung), sind an diesem Beleg sehr deutlich erkennbar.

hexaeder


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0527 CNA C c 10 Ulrich III AV webNC.jpg
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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 15. Dez 2020, 18:43 
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Lieber hexaeder, ich gratuliere dir zu diesem wunderbaren Exemplar und bedanke mich bei dir und jetonicus, dass ihr diesen Beitrag mit immer neun Beispielen und hochinteressanten Erkenntnissen am Leben hält.
OTAKAR

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Nütze das Leben! Es ist schon später als du denkst!


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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 15. Dez 2020, 19:09 
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otakar hat geschrieben:
Lieber hexaeder, ich gratuliere dir zu diesem wunderbaren Exemplar und bedanke mich bei dir und jetonicus, dass ihr diesen Beitrag mit immer neun Beispielen und hochinteressanten Erkenntnissen am Leben hält.
Danke lieber otakar!
Dieser Beitrag ist zwischenzeitlich der am drittmeisten besuchte und damit auch einer der wichtigsten Leitfäden hier im Mittelalter!
Denke, dass da von Jetonicus auch bald noch etwas dazu kommen könnte. ;)
hexaeder

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 Betreff des Beitrags: Re: Österreichische Brakteaten
BeitragVerfasst: 16. Dez 2020, 10:42 
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Lieber hexaeder, lieber otakar,
die von hexaeder erwähnte Fernauktion hat auch mich an den Computer gelockt.
Endlich ein CNA C c 28 b, Widder mit drei Punkten, so schön und deutlich ausgeprägt, wie man es sich nur wünschen kann!
Münzen sind mehr als Geld!
Jetonicus


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