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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 2. Aug 2014, 19:15 
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Besagter Herr. Und dann noch Saladin mit Sassaniden-Krone, hinter dem ich - in eben dieser Aufmachung - schon seit Längerem her bin: wie man sehen kann, mit eher mäßigem Erfolg - gelinde ausgedrückt. ;)


LG
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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 2. Aug 2014, 19:29 
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AvP hat geschrieben:
... hinter dem ich - in eben dieser Aufmachung - schon seit Längerem her bin: wie man sehen kann, mit eher mäßigem Erfolg - gelinde ausgedrückt.


Wenn Du "in eben dieser Aufmachung" die Münzbörsen besuchst und die numismatischen Geschäfte betritts, kann ich die Münzenhändler aber auch ein wenig verstehen. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 2. Aug 2014, 19:40 
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Einen Artuquiden von Amid hätte ich noch zu bieten. Das Augenmerk sollte insbesondere dem Hexagramm gelten, das aus drei leicht gerundeten Rechtecken besteht!

Hier sieht man es besser:
http://www.acsearch.info/search.html?id=1051861


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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 2. Aug 2014, 20:04 
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Afrasi hat geschrieben:
AvP hat geschrieben:
... hinter dem ich - in eben dieser Aufmachung - schon seit Längerem her bin: wie man sehen kann, mit eher mäßigem Erfolg - gelinde ausgedrückt.


Wenn Du "in eben dieser Aufmachung" die Münzbörsen besuchst und die numismatischen Geschäfte betritts, kann ich die Münzenhändler aber auch ein wenig verstehen. ;)


:mrgreen: Ich nicht: sie sollten uns das Gewünschte schleunigst zu Füßen legen! 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 3. Aug 2014, 11:05 
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Interessante Stücke, aber etwas genauer wäre schon schön gewesen ...
AvP hat geschrieben:
Besagter Herr...

Habe ich auch, aber hier gibt's ihn ebenfalls:

http://mehmeteti.150m.com/artuqids/UE-0724.htm

Zitat:
Und dann noch Saladin mit Sassaniden-Krone ...

Auch den gibt's hier mit Daten zu sehen

http://www.zeno.ru/showphoto.php?photo=132494

... aber es ist sicher nicht "Saladin mit Sassaniden-Krone" (der hätte sich entschieden verwahrt, als Frau dargestellt zu werden). Wenn es nicht eine gemeinsame Vorlage gab, haben die Ayyubiden übrigens bei den Artuqiden im Wortsinn "abgekupfert".

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Zitat:
ARTUQID of MARDIN. Najm al-Din Alpi. 547-572 AH.(1152-1176). AE Dirham (11.44 gm; 31 mm). without mint name, Struck AH. 558. Av.Draped bust facing slightly left on the obverse (Mercury) Legend: al-malik al-alim al-adil Najm al-Din Malik Diyabakr. Rev. Facing bust wearing Sasanian crown (Virgo) on the reverse. Legend: Abu al-Muzzafar Alpi bin Timurtash bin Il-Ghazi bin Artuk sanah thaman wa khamsin / wa khamsami'a. Album 1827.4; SS 29. WOI 1028

Das Stück ist ca. 20 Jahre älter als der "Saladin".

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 3. Aug 2014, 14:50 
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Da bin ich wohl noch etwas schuldig geblieben. Hier ist Balog's Beschreibung zu den Münzbildchen:


LG
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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 3. Aug 2014, 16:22 
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BTW: Hier begegnet uns das Sonne/Löwe (2 Löwen!)-Motiv von Kay Khosrau II. wieder:
http://mehmeteti.150m.com/artuqids/UE-1333.htm

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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 3. Aug 2014, 16:57 
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Den Doppel-Löwen sollte ich eigentlich kennen ... auch wenn ich ihn nicht ersteigert habe! ;)

http://www.zeno.ru/showphoto.php?photo=46196

Danke für den Nachtrag mit der Deutung des Münzbilds durch Balog. Hier taucht wieder das alte Problem der Deutung eines Münzbilds durch Interpreten aus unterschiedlichen Kulturkreisen auf, das ich bereits bei der Vorstellung des Begtimuriden (auf der vorigen Seite dieses Threads) ansprach. Spengler / Sayles haben gute Gründe für ihre astronomische Deutung diverser Artuqiden-Motive (im vorliegenden Fall als Analogschluß - Merkur in Konjunktion zur Venus). Balog hat offenbar einen anderen Deutungsansatz, den ich aufgrund der Übertragung des Motivs auf die Person Saladins nicht nachvollziehen kann. Daß auf deinem Wunsch-Ayyubiden ein "ruler" dargestellt sein soll, halte ich jedoch für gut möglich. Beweisen läßt sich allerdings m.E. weder die eine noch die andere Hypothese.

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 3. Aug 2014, 18:52 
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otakar hat geschrieben:
Interessant bei den Dirhems der Artuqiden ist nicht nur die Verbindung zu den Münzen der Seleukiden sondern auch zu byzantinischen Prägungen. Das häufig auf byzantinischen Münzen auftretende Motiv der Segnung des Kaisers durch die Jungfrau Maria findet sich auch auf einem artuqidischen Dirhem wieder. Die Berührungsängste zwischen der islamischen und der christlichen Kultur waren also doch nicht so groß, wie man allgemein annimmt


Waren sie ganz und gar nicht: die frühesten Umayyaden-Prägungen zeigen byzantinische Motive und werden deshalb als "arabo-byzantinisch" bezeichnet.
Später im KR Jerusalem kopierte man arabische Gold- und Silbermünzen. Die "fränkischen" Könige und Fürsten, die in der Levante geboren/aufgewachsen waren, sprachen selbstverständlich (auch) arabisch und waren in mancherlei Belangen einer kulturellen Integration nicht abgeneigt. Neben intensivem Handel pflegte man auch Wissensaustausch. Kampf und Ruhm wollten nur die Neuankömmlinge.

Analog dazu war im Königreich Sizilien unter den Normannen und Staufern eine Art Symbiose zwischen Christen und Moslems entstanden. So wie die Juden und Christen in den Sultanaten als sogenannte "Dhimmi" eine Schutzsteuer zu bezahlen hatten - aus diesem Grund wollte man sie gar nicht zum Islam bekehren! - mussten auch die Moslems im KR Sizilien ihren Geldbeutel öffnen...

Ab Roger II. fanden neben byzantinischen Motiven insbesondere arabische Schriftzeichen Eingang in die Münzprägung. Als Schmelztiegel der Kulturen hat das KR Sizilien einiges an interessanten Stücken zu bieten.

Ich denke ich werde hier einen entsprechenden Thread eröffnen bzw. mich gerne an einem solchen beteiligen, möchte aber vorher noch ein wenig :book:. Auf meine äußerst bescheidenen, erst jüngst erworbenen Arabisch-Kenntnisse ist kein Verlass.


@klaupo:
Ich denke auch, dass sich hinsichtlich der Münzmotive nur Vermutungen anstellen lassen. Auf alle Fälle sind sie in der Regel wesentlich älter, als vielfach angenommen wird.



LG
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 Betreff des Beitrags: Re: Artukiden von Mardin
BeitragVerfasst: 13. Sep 2014, 20:42 
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Der folgende Dirhem aus Mardin gehört zu den bekannteren Prägungen der Artuqiden, jedoch sind die Portraits der Bildseite - wohl aufgrund der hohen Reliefs - oft nicht mehr gut zu erkennen. Das abgebildete Stück ist da eher eine Ausnahme.

Dateianhang:
578AH_Qutb_Dirhem_Byzanz_n.jpg
578AH_Qutb_Dirhem_Byzanz_n.jpg [ 104.8 KiB | 5152-mal betrachtet ]

Zitat:
Artuqiden von Mardin, Qutb al-Din il-Ghazi II, AH 572-580/AD 1176-1184. AE Dirhem AH 578 (AD 1182/3). Av. Zwei Büsten in byzantinischem Stil, diademiert und drapiert, frontal, darüber das Prägejahr 578. Rv.Legende in fünf Zeilen: al-Násir li'l-din / Amir al-mu'minin / hadha al-dirham / (Tamgha) ma'lunman / yu'ayyaruhu. Randschrift Name und Herkunft des Münzherrn: Links: Naim al-Din bin / Oben: Qutb al-Din bin / Rechts: Husam al-Din.14,53 g, 32 mm. Spengler/Sayles 32.2.

Dieser Typ wurde über vier Jahre von 577 bis 580 AH geprägt. Es ist der letzte Typ vor dem Angriff der Ayyubiden unter Saladin auf Mardin (580 AH). Zugleich ist es der erste Typ, der den Namen des neuen Kalifen in Baghdad - al-Násir li'l-din - nennt. Die Tamgha der Artuqiden, ein spitzer Winkel mit parallelen Linien neben den Schenkeln auf einem Strich, ist im Revers in der vorletzten Zeile der Legende bei 7 Uhr zu erkennen.

Das Münzbild greift eine antike Vorlage auf - einen byzantinischen Solidus, der zwischen 613 und 625 n.Chr. geprägt wurde. Heidemann verweist jedoch darauf, daß diese Vorlage erkennbar verändert wurde: "... statt der strengen höfischen byzantinischen Frisur erfährt die Haartracht eine eigenwillige "wilde" Neuschöpfung. Der Gesichtsausdruck ist anders und die leichte Drehung zum Dreiviertelprofil des größeren "Heraclius" und die kleinen "Flügel" an dem Diadem der kleineren Figur finden sich auch nicht auf dem Vorbild." (Heidemann, Die Dschazira S. 101). de Witt dagegen widerspricht der Annahme, es handle sich um die Kopie einer byzantinischen Münze (Heraclius und Sohn) (Künker 137, Los-Nr. 4141), bleibt jedoch die Begründung dafür schuldig.

Ein interessantes Detail sind die letzten drei Zeilen der Legende "hadha al-dirham / (Tamgha) ma'lunman / yu'ayyaruhu /" ("Verflucht ist derjenige, der diesen Dirhem mißbraucht"). Bei dieser Formel kann einem der Aufdruck auf den alten DM Banknoten in den Sinn kommen: "Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht ..."

Gruß klaupo


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