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BeitragVerfasst: 13. Jan 2016, 20:49 
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Ein interessantes Einzelstück möchte ich euch hier an dieser Stelle noch gesondert vorstellen. Von der Prägequalität her gesehen habe ich zwar wesentlich schönere Sirenenpfennige, aber trotzdem gehört diese Münze zu meinen liebsten Kremsern. Obwohl im Mittelalter die Silbermünzen bekanntlich eher beschnitten und verkleinert wurden, hat dieser B23A AII 9 a Gamma die Ecken nicht wie sonst üblich abgeschnitten, sondern umgebogen und mitgeprägt!

Hier hätte man doch ein kleine Menge an Silber einsparen können!

Lg,
hexaeder


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BeitragVerfasst: 13. Jan 2016, 22:18 
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Du hast mir dieses Stück schon gezeigt, hexaeder und es fasziniert mich immer wieder. So eine Rarität muss man erst einmal finden. Es lässt auch Schlüsse auf die hochmittellterliche Prägetätigkeit zu. Einen Vierschlag hat es da noch nicht gegeben, die Münzen wurden normalerweise nach dem Abschneiden vom Zain mit einer Benehmschere beschnitten und dann geprägt. Interessant ist, dass hier die Ecken gleichmäßig umgebogen sind. Das kann nicht zufällig geschehen sein. Hat sich da ein Prägeknecht einen Spaß erlaubt - oder wollte er sich selber einen Pfennig mit erhöhtem Gewicht zuschanzen? Fragen und Spekulationen....
Schöne Grüße!
OTAKAR

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Zuletzt geändert von otakar am 15. Jan 2016, 11:13, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 15. Jan 2016, 07:36 
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Lieber OTAKAR,
jedes mal, wenn ich diesen Sirenenpfennig sehe, denke ich darüber nach, was wohl der Grund dafür sein mag? Ich teile deinen Meinung: "Das kann nicht zufällig geschehen sein". Möglich, dass in diesem Fall durch erhöhten Produktionsdruck vergessen wurde, die Ecken abzuschneiden? Der Prägeknecht war zu faul um die Schere zu holen, hat die Zipfel einfach umgebogen und draufgeschlagen? :?:
Ja richtig, Fragen und Spekulationen.....
Aber ich mag es, wenn historische Objekte den Geist anregen und im Kopf des Betrachters beginnen, Geschichten von damals zu erzählen!

Vielleicht noch einige interessante Details:
Meine 24 Sirenenpfennige liegen vom Gewicht durchschnittlich zischen 0,90 und 1 Gramm. Es gibt nur einen einzigen wirklichen Ausreißer nach unten mit 0,76g. Der schwerste liegt mit 1,02g nur geringfügig über dem Durchschnitt. Das hat nicht zwingend auch etwas mit der Größe der Münzen zu tun, vielmehr mit der Stärke des verwendeten Silberblechs, denn der leichteste ist nicht zugleich auch der kleinste Pfennig. Ähnliches gilt auch für den Durchmesser, wo die Münzen zwischen 23 mm (0,94g) und 29 mm (1,02g) liegen. Der überwiegende Hauptanteil weist 25 - 26 mm auf.
Der Sirenenpfennig mit den umgebogenen "Zipfeln" liegt mit nur 0,85g, vom Gewicht her gesehen, deutlich im unteren Bereich. Beim Durchmesser von 25 mm aber befindet er sich genau im Durchschnitt.
Mein beigefügtes Bild zeigt den, im Vergleich zur Vorderseite, eher unauffälligen Revers.
Lg,
hexaeder


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BeitragVerfasst: 16. Jan 2016, 23:55 
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Oben und unten ziemlich spitz. :)


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2016, 07:13 
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Lieber AvP,

diese interessante und naheliegende Frage habe ich mir natürlich auch schon gestellt. Das interessante Ergebnisfoto ist beigefügt.
Höchstwahrscheinlich dürften sowohl die Zipfel als auch der gesamte (einstmals quadratische) Schrötling durch den Prägeschlag, parallel zur Münzaußenkante verzogen und gerundet worden sein?
Das Ergebnis hat mich in seiner Form (natürlich abgesehen von Münzgröße, Motiv,...) stark an die sogenannten vierzipfligen Pfennige aus der Schweiz erinnert! :shock:

Lg,
hexaeder


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BeitragVerfasst: 17. Jan 2016, 12:13 
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hexaeder hat geschrieben:
Lieber OTAKAR,

Der Sirenenpfennig mit den umgebogenen "Zipfeln" liegt mit nur 0,85g, vom Gewicht her gesehen, deutlich im unteren Bereich. Beim Durchmesser von 25 mm aber befindet er sich genau im Durchschnitt.
Mein beigefügtes Bild zeigt den, im Vergleich zur Vorderseite, eher unauffälligen Revers.
Lg,
hexaeder

Wenn dieser Pfennig nur 0,85g wiegt, dann könnte vielleich hinter den umgebogenen Zipfeln die Absicht stecken, ihn durch Beschneiden der Ecken nicht noch leichter zu machen und daher hat man sie umgeschlagen.... ???
LG
OTAKAR

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BeitragVerfasst: 17. Jan 2016, 12:19 
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Doktor
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Lieber hexaeder!

:oops: Ich hab' doch keine Eulen nach Athen getragen, oder?
Exakt, sieht wie ein vierzipfliger Schweizer* aus, was auch die Erklärung liefert.

*Ich meine natürlich nicht die Erklärung für... ja für was denn? Vielleicht für "Kein Bedarf an Flüchtlingen und Gastarbeitern" :mrgreen:


LG
AvP

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BeitragVerfasst: 17. Jan 2016, 15:09 
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@ AvP: ...keine Eulen nach Athen! :D Die "Spielerei" habe ich schon vor längerer Zeit angefertigt.
Die Flüchtlinge und Gastarbeiter kamen höchstwahrscheinlich damals gerade nur aus den nächstgelegenen Dorf? ;)

@ OTAKAR: .....wäre natürlich auch eine plausible Erklärung. Vielleicht ist der gesamte Zain etwas zu dünn ausgefallen und eine kleine Serie hatte aufgrund des zu geringen Gewichts "umgebogene Zipfel"?
Wie du schon angemerkt hast: Fragen und Spekulationen.... :?:
Du hast auch geschrieben, dass man die Ronden für gewöhnlich vor dem Schlagen mit einer "Benehmschere" (ein tolles Wort, das wurde sicherlich zusammen mit der Daumenschraube erfunden :lol: ) gerundet hat. Aber wenn ich den "Vierzipfler" aus Krems so betrachte, wäre dann die umgekehrte Reihenfolge nicht sinnvoller? Leider ist aus den Anfängen des 2. Jahrtausend, im Vergleich zur Antike, nur sehr wenig überliefert und belegt und vieles in der heutigen Literatur basiert auf Vermutungen.

Einen erholsamen Sonntag,
hexaeder

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BeitragVerfasst: 25. Nov 2016, 18:09 
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Lieber OTAKAR,

musste deinen älteren Leitfaden über die großen Kremser Pfennige wieder aktivieren.

JA SO MIR GOTT geholfen hatte, konnte ich vor einigen Tagen nochmal mehr als ein Dutzend weitere Sirenenpfennige von Heinrich II Jasomirgott für meine Sammlung erwerben. Unter vielen sehr interessanten Stücken, habe ich auch einen B23A AIII4bGamma gefunden, der jene These von dir widerlegt:

Zitat:
Einen Vierschlag hat es da noch nicht gegeben, die Münzen wurden normalerweise nach dem Abschneiden vom Zain mit einer Benehmschere beschnitten und dann geprägt.


War bisher auch deiner Meinung, bis ich diesen B23 Pfennig gesehen habe, der einen Vierschlag erkennen lässt, wie er schöner nicht sein könnte! :o
Bei genauerer Durchsicht meiner 40 Stück B23 ist mir aufgefallen, dass die Stücke mit den vielstrahligen großen Rosetten, die jenen der Neunkirchner Pfennige ähnlich sind, einen Vierschlag aufweisen. Auch ein weiterer B23A AIII2aAlpha lässt dies, auch wenn nicht ganz so deutlich, erkennen! Auch jene Stücke mit den Y-Rändern, (statt Hufeisen-Rändern) zeigen dem Betrachter zumeist einen schwach ausgeprägten Vier- oder Mehrschlag. Da es sich hier aber um sogenannte "Dünnpfennige" handelt, ist dieser Arbeitsgang an der Münze zumeist aber nur schwer ersichtlich!

Nur der Vollständigkeit halber, das gezeigte Belegstück hat einen Durchmesser von 25mm und eine Gewicht von 0,97g.

Herzliche Grüße,
hexaeder


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BeitragVerfasst: 26. Nov 2016, 23:57 
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Lieber hexaeder,
das ist für mich auch eine interessante Stellungnahme. Ich habe sofort meine B23er nach Vierschlag-Verdacht durchgecheckt und eigentlich nur bei einem einen sehr vagen Hinweis auf diese Technik gefunden (B23 B IX 3betta). Dein Exemplar zeigt wirklich eindeutige Vierschlagmerkmale. Ich erkläre mir das Auftauchen solcher Stücke durch die (vermutlich sehr) lange Prägezeit dieses Pfennigs. Der Vierschlag wurde im Laufe des 12. Jahrhunderts (von Metz und Süddeutschland ausgehend) eingeführt und der B23 könnte in diese Umbruchphase fallen. Aber da gibt es sicher noch Wissenschaftler, die mehr darüber sagen können.
Auf alle Fälle gratuliere ich zu den Neuerwerbungen.
OTAKAR

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