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BeitragVerfasst: 17. Feb 2020, 06:50 
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Hofrat
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Auf diesen Fotos habe ich die besonderen Merkmale des zuvor vorgestellten CNA1 B 46 hervorgehoben.
Am Revers finden sich bei diesem Typ, im Gegensatz zum bisher sehr umfangreich vorgestellten B 35, zwei Kentauren. Die Fabelwesen sind mit den Beinen zueinander gestellt. Mir ist aufgefallen, dass die Kentauren auf allen bisher von mir betrachteten B 46 Belegen bei weitem nicht mehr die Konturenschärfe zeigen, wie sie auf den B 35 Stücken zu finden ist. Der B 46 dürfte ein späterer/jüngerer Münztyp sein, bei dem jene Punzen, die für die Stempelherstellung Verwendung fanden, schon deutliche Abnützungserscheinungen zeigen. Im Feld befinden sich beiderseits der Mischwesen noch je zwei Kugel-Beizeichen außen und ein Ringel-Beizeichen in der Mitte.

Der Avers zeigt vier Perlenkreise ins Kreuz gestellt. Darinnen befinden sich nach außen sternförmig acht- oder neunfach gezackte Kreise mit einem Ringel und Punkt im Zentrum. Die Pseudo-Umschrift zeigt Buchstaben wie liegende "S", stehende "A" mit dem Mittelbalken oberhalb des Buchstabens, massive liegende und stehende "T" und massive "I". Diese Buchstaben tauchen auch immer wieder als Beizeichen (z.B.: "A" oder "T" unter dem gegitterten Bogen beim B 35 oder das liegende "S" in der der Kampfszene am Revers des B 34) oder als Bestandteil der Umschrift auf den Kentauren-Typen auf. Das gezeigte Exemplar weist keinen weiteren Perlkreis zwischen Pseudo-Umschrift und den vier kleineren Perlkreisen auf. Besonders interessant sind drei weitere Beizeichen im Zentrum, bzw. zweimal zwischen den kleinen Perlkreisen und der Randschrift. Jetzt lehne ich mich zwar etwas hinaus, aber ich bin der Meinung, dass hierfür die Kopfpunze des Kentauren verwendet wurde! Im Zentrum sind die Hörner aufgrund der Perlkreise nicht sichtbar.
Eure Meinung zu dieser These würde mich sehr interessieren? Werde versuchen diese Beizeichen im Streiflicht noch deutlicher zu fotografieren.

Noch eine Anmerkung am Rande: Der B 46 wird von Erwin Löschl in seinem Katalog der österreichischen Pfennige des 12. Jahrhunderts (mit den LNP-Nummern) gar NICHT aufgelistet. Der Grund dafür ist mir nicht ersichtlich, denn es handelt sich meiner Meinung nach eindeutig um eine typisches Stück, das hervorragend zu jenen anderen Pfennigen passt, die der Münzstätte Neunkirchen zugeordnet wurden!

hexaeder


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BeitragVerfasst: 23. Feb 2020, 07:35 
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Hofrat
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Wohnort: Püttner Mark
Um meine zuletzt geäußerte Vermutung zu bekräftigen, dass sich auf jenem kürzlich hier vorgestellten B 46 Pfennig der Kentauren-Kopf als Beizeichen Verwendung gefunden haben könnte, habe ich nun ein weiteres Vergleichsbild eingefügt. In der linken Reihe finden sich Bildausschnitte von drei verschiedenen B 35 Pfennigen, auf denen der Kentaur sehr gut ausgeprägt ist. Zum Vergleich auf der rechten Seiten drei Bilder des zuletzt vorgestellten B 46 Pfennig, bei dem sich diese (vermuteten) Kentauren-Köpfe in einer Linie, aber in verschiedenen Positionen befinden.
Durch anklicken des Bildes öffnet sich das Foto in einem neuen Fenster und kann in einer entsprechenden Größe betrachtet werden, sodass die Übereinstimmung mit ziemlicher Sicherheit behauptet werden kann.
Eure Meinung dazu würde mich wirklich brennend interessieren!

Der B 46 ist jetzt auch nicht unbedingt eine häufige Münze und bis heute erst in wenigen Funden (Rakwitz, Petronell-Carnuntum, Frauenhofen,?) und in sehr überschaubaren Stückzahlen aufgetaucht. Auch im KHM Wien findet sich nur ein Exemplar mit einem weiteren Perlkreis um die vier kleineren Kreise. Das einzige Stück, was ich bei Auktionen bisher finden konnte stammt von Rauch aus dem Jahr 2008.
Hubert Emmerig und Johannes Hartner beschreiben in "Ein kleiner Münzfundkomplex der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts in Frauenhofen" unter Kat.-Nr.: 17 ein ähnliches Stück. Hier spricht der Text aber von einem
Zitat:
länglichen Gegenstand (Vogelkopf?)
Koch geht auf diese Beizeichen im CNA nicht näher ein oder hat sie als "Halbmonde" gesehen.
Diese "Kentauren-Köpfe(?)" habe ich bisher nur auf Belegen ohne weiteren Perlkreis um die vier ins Kreuz gestellten kleineren Perlkreise finden können. Soweit ich es auf den Fotos ersehen kann, könnte das allerdings sowohl auf das von Rauch 2008 versteigerte Stück, jenes im CNA abgebildete Exemplar, als auch auf jene Belege, die zu den Frauenhofen-Funden 1+2 publiziert worden sind, zutreffend sein.
Vielleicht war die Prägequalität dieser Details auf den bisher untersuchten Münzen nicht ausreichend und man hat diese Köpfe deshalb übersehen? Vielleicht täusche auch ich mich und es sind tatsäclich Vogelköpfe oder Halbmonde :?:
hexaeder


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Kentaurenkopf-Vergleich B35 und B46 webNC.jpg
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BeitragVerfasst: 25. Mär 2020, 15:47 
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Hofrat
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Um jene durch Ausgangsbeschränkung entstandene Freizeit, bei gleichzeitigem Schneefall zu nützen, möchte ich euch nun einen weiteren Neunkirchner B 46 Pfennig aus meinem Münzkasten vorstellen.
Das Stück hat einen Durchmesser von 22 mm, bei einem Gewicht von 0,92g. Das Exemplar ist, wie auch das zuvor gezeigte, ebenfalls noch relativ stempelfrisch. Deutlich sind auf den "glatten" Feldern des Avers noch die Abdrücke der Feilspuren vom Stempel zu sehen.
Die Rückseite dieser Münze ist zwar etwas flauer, als auf dem zuvor gezeigten Beleg, aber trotzdem sind die beiden Kentauren und die drei Ringel/Kugel-Beizeichen noch erkennbar.

Obwohl bis dato 514 Betrachter das obige Vergleichsbild B 35/ B 46 begutachtet haben, hat leider niemand seine persönliche Meinung kundgetan, ob er/sie denkt, dass es sich bei diesen Beizeichen tatsächlich um Kentauren-Köpfe handeln könnte oder nicht.
Auch dieser B 46 (ohne weiteren Perlkreis um die vier kleinen Perlkreise) zeigt am Avers wieder die selben Beizeichen in einer Linie. Aufgrund einer Prägeschwäche sind aber in diesem Fall nur zwei sichtbar. Aber die Beizeichen am Avers, verglichen mit dem stark abgenützten Kentauren-Stempelbildern am Revers, lassen auch wieder die Kentauren-Kopf-Punze vermuten.

hexaeder


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0303 CNA B46 Neunkirchen AV webNC.jpg
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0303 CNA B46 Neunkirchen RV webNC.jpg
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BeitragVerfasst: 3. Apr 2020, 13:52 
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Hofrat
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Will euch auch von diesem B 46 AV und RV Fotos mit wichtigen markierten Bildelementen zeigen. Durch anklicken der Bilder kann man die Fotos größer betrachten.
Die RS ist wenig spannend und zeigt lediglich die beiden mit den Beinen zueinander stehenden Kentauren. Zwei Kugeln und ein Ringel mittig, finden sich links der Bildmitte. Aufgrund der Münzrundungsschläge sind diese Beizeichen rechts neben den Kentauren leider bei diesem Beleg nicht ersichtlich.

Wesentlich interessanter ist hier schon der Avers. In jenen vier ins Kreuz gestellten Perlenkreisen befinden sich diesmal sternförmig zehnfach nach außen gezackte Kreise. Beim letzten vorgestellten B 46 waren diese acht- oder neunfach gezackt. Das innen liegende Ringel hat diesmal den Punkt nicht im Zentrum, sondern der Kreis wird, wie bei einem "Piercing-Ring" vom Punkt unterbrochen! :o
In den Winkeln dieser zentralen Perlkreise finden sich wieder jene Beizeichen, die von einer abgenützten Kentaurenkopf-Punze stammen könnten? Obwohl nur ein BZ außerhalb und eines im Zentrum genau erkennbar ist, gehe ich aber trotzdem davon aus, dass sich wieder drei in einer Linie befinden sollten. Das Dritte ist aufgrund einer Prägeschwäche leider nicht erkennbar. Schon wie bereits beim ersten vorgestellten B 46 wird diese Linie von drei Beizeichen kreuzförmig von zwei liegenden "S" flankiert, die beide in eine Richtung zeigen! Während beim ersten B 46 beide Buchstabenenden ausschwingend waren, sind sie bei diesem Stück gerundet und nicht breiter als der Buchstabe!

hexaeder


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0303 CNA B46 hervorgehoben Neunkirchen AV webNC.jpg
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BeitragVerfasst: 29. Apr 2020, 17:12 
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Mit einen weiteren B 46 Pfennig ohne großen Perlkreis über die vier kleinen Perlkreise am Avers möchte ich diesen Leitfaden noch erweitern.
Der Beleg hat 22 mm Durchmesser, bei einem Gewicht von 0,90gr.
Besonders der Revers ist an diesem Exemplar besonders explizit ausgeprägt. Deutlich erkennt der Betrachter die Kugel/Ringel-Beizeichen beiderseits der Kentauren. Auch die mythologischen Mischwesen sind hier signifikant geprägt und lassen im Vergleich zu jenen auf einem B 35 Pfennig (am Beginn dieses Leitfadens) schon eine gewisse Abnutzung der Stempelpunze erahnen. Werde auch einen direkten Vergleich dazu nachliefern.
Da der Schrötling im Zentrum stärker war als im äußeren Randbereich, sind die zentralen Motive präziser ausgeprägt, die Münzrandbereich zeigt aber dadurch deutliche Prägeschwächen.
hexaeder


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0279 B46 Neunkirchen AV webNC.jpg
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BeitragVerfasst: 3. Mai 2020, 21:45 
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Professor

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Lieber Hexaeder,
hier nun endlich meine beiden B 46:

0,84 g
neben den Kentauren l und r nur Punkte,
in den Zwickeln der Zackenringe (auch mit 12 Zacken) ein "Kentaurenkopf", in der Mitte der Ringe etwas Undeutliches

0,96 g
neben den Kentauren l und r Punkt, Ring, Punkt,
Beizeichen bei den Zackenringen (bis zu 11 Zacken) undeutlich

Jetonicus
ohne Maulkorb


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BeitragVerfasst: 6. Mai 2020, 19:12 
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Hofrat
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Lieber Jetonicus,
die lagen damals noch nicht auf deinem Münztablett. :o

Einzigartig finde ich jenes Stück, welches nur zwei Punkte beiderseits der Kentauren aufweist. In der Form war mir das bisher noch nicht bekannt.
Beim anderen Exemplar ist es der Punkt innerhalb der vier sternförmig nach außen gezackte Kreise. Habe bisher nur B 46 ohne großen Perlkreis über die vier kleinen Perlkreise gesehen, die ein Ringel, ein Ringel mit punktförmiger Verdickung (wie bei deinem zweiten Beleg) oder ein Ringel mit Punkt im Zentrum gesehen.

Auch deine B 46 weisen in der Umschrift die "C" und die liegenden "S" auf.

Herzliche Grüße,
hexaeder

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BeitragVerfasst: 6. Mai 2020, 20:38 
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Professor

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Lieber Hexaeder,

0,84 g (Punkt - - Punkt): ex Auktion Schulze 1995
0,96 g (Punkt - Ring - Punkt): ex Auktion Lanz München 1994

B 46 ist ebenfalls eine variantenreiche Gruppe, wie Koch im CNA nur summarisch andeutet. Aber es hat sich bisher niemand die Mühe gemacht, die Varianten systematisch zu erfassen. Entweder sind sie zu selten oder zu wenig attraktiv.

Auf baldig Wiedersehen (in Zeiten wie diesen: wann?)
Jetonicus


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BeitragVerfasst: 1. Jul 2020, 10:50 
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Hofrat
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Habe wieder einen Zusammenstellung aller fünf hier in diesem Leitfaden gezeigten B 46 Averse ohne zusätzlichen großen Perlkreis über den vier kleinen Perlkreisen gemacht. Da dies eine sehr zeitaufwändige Aktion in zwei verschiedenen Zeichenprogrammen ist, hat es auch etwas gedauert. ;)
Obwohl hier nur Bilder bis 128 KB hochgeladen werden können, ist es beim Anklicken der Fotos möglich, sie auf Bildschirmformat zu vergrößern und trotzdem noch die Detail gut zu erkennen. Die einzelnen Pfennige erscheinen dann, je nach Monitorgröße bis zu 12 cm groß!

Zusammengefasst kann man sagen, dass diese Pfennige allesamt sehr unterschiedlich sind, sowohl was die Trugschrift betrifft als auch die Sterne in den vier Perlkreisen. Jene um einen Kreis nach außen zeigenden Sterne weisen eine differierende Menge zwischen 9 und 12 Zacken auf! Die Anzahl kann teilweise auch auf einer einzigen Münze unterschiedlich sein. Deshalb kann hier von keinem System ausgegangen werden. Der Stempelschneider machte höchstwahrscheinlich genau so viele Zacken, wie sich ausgegangen sind?
Im Zentrum dieser Sterne befinden sich entweder einfache Punkte, Kreise, Kreise mit Punkten im Zentrum oder auch Kreise mit Punktverdickungen am Kreis.
Bei der Trugschrift findet man deutliche und für Neunkirchner Pfennige bezeichnende liegende "S", außer beim B 46 (1) jetonicus, links unten. Hier könnte(n) die (oder das) "S" aufgrund großflächiger Prägeschwächen nicht erkennbar sein?
Bis auf den Beleg 0278 hexaeder links oben, zeigen die vier übrigen B 46 Averse auf dem Foto deutliche große "C" in der Trugschrift. Weitere erkennbare Buchstaben wären breite, stehende und liegende "I", stehende und liegende "T" und auf der Münze links oben (statt dem "C"?) ein gotisches "A".
Die Belege 0278 hexaeder und 303 hexaeder zeigen mittig in einer Linie zwischen zwei liegenden "S" in der Umschrift ungewöhnliche Beizeichen, die mit einer abgenutzten Kentaurenkopf-Bunze angefertigt sein könnten? Bei den übrigen drei Exemplaren lässt sich das allerdings nicht genau erkennen.

Sollte euch bei der Betrachtung der Zusammenstellung noch etwas auffallen, dass hier nicht erwähnt wurde oder jemand sieht die bereits erwähnten Dinge vielleicht auch anders, würde es mich freuen, wenn sich derjenige zu Wort meldet.

hexaeder


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Vergleich B 46 AV NC.jpg [ 129.21 KiB | 793-mal betrachtet ]
Vergleich B 46 AV markiert NC.jpg
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BeitragVerfasst: 9. Jul 2020, 15:12 
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Hofrat
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Wohnort: Püttner Mark
Bevor ich zum Abschluss des B 46 (ohne weiteren Perlkreis über den vier kleinen Perlkreise) auch ein Vergleichsbild der fünf Reverse einfüge, möchte ich euch noch zuvor noch einen interessanten Motivvergleich zu den Aversen zeigen.

Nicht nur der Kentaur oder Herkules in Kampf mit dem nemeischen Löwen ist ein Motiv, dass sich sowohl auf Neunkirchner Pfennigen des 12. Jahrhundert´s findet als auch auf Geprägen aus Bayern, sondern auch jene sternförmig nach außen gezackten Kreise finden sich in Augsburg wieder. Das zentrale Motiv des Dünnpfennigs von Hartwig I. von Lierheim, Bistum Augsburg, zeigt verblüffende Ähnlichkeit mit dem Motiv der Neunkirchner Pfennige B 46 und auch des (hier noch nicht vorgestellten) B 47. Lediglich die Größe unterscheidet das Stempelbild. Während bei den Kentauren- und Herkules-Typen das Motiv (oder die Punze) eher von Bayern (Regensburg/Emmerig 60) nach Neunkirchen gewandert sein dürfte, könnte es in diesem Fall umgekehrt sein?
B 46 und B 47 werden den Äbten Werinto (1108-1127) und Dietrich (1127-1140) zugeordnet, das Gegenstück aus Augsburg wurde aber deutlich später (1167-1184) datiert. Es ist mir allerdings nicht bekannt, ob es ein derartiges Motiv schon früher in Bayern gegeben hat.

hexaeder


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Motiv-Vergleich Dünnpfennig Augsburg Bistum Hartwig I. von Lierheim, 1167-1184  mit B 46 Neunkirchen.jpg
Motiv-Vergleich Dünnpfennig Augsburg Bistum Hartwig I. von Lierheim, 1167-1184 mit B 46 Neunkirchen.jpg [ 125.45 KiB | 540-mal betrachtet ]

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