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BeitragVerfasst: 9. Nov 2017, 07:35 
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Professor
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Lieber Milda,
es haben sich auch bereits zwei professionelle Numismatiker an diesem Thread schriftlich beteiligt. Mal sehen, ob sie auch zu deinem Dünnpfennig Stellung nehmen?
Die Pfennige aus Neunkirchen, die kurz nach den Prägungen aus der Münzstätte Krems, mit zu den ersten Münzprägungen im ostösterreichischen Raum nach der Antike gehören, sind ein sehr komplexes Thema. Einiges steht fest, über anderes gibt es durchaus unterschiedliche Ansichten, wie du früheren Beiträgen in diesem Leitfaden entnehmen kannst.
Der ostösterreichische Raum wurde damals wieder über Bayern von eingedrungenen östlichen Völkern befreit und neu besiedelt und strukturiert. Sehr schön dokumentiert in "Die österreichischen Münzstätten im 12. Jahrhundert" von Erwin Löschl. Das für einige Diskussionen sorgende Schriftwerk wurde bereits in einem früheren Beitrag hier in diesem Leitfaden vorgestellt. Wenngleich auch die Münzordnung und einige Falschabbildungen für unterschiedliche Auffassungen sorgten, halte ich den historischen Hintergrund für durchaus gut rercherchiert. Leider ist die Zeit des römischen Imperiums besser dokumentiert als der Übergang aus jener finsteren Epoche der Völkerwanderung in die Neuzeit.
Die Münze aus deinem Link, hier noch ein weiteres Stück
https://www.acsearch.info/search.html?term=Dannenberg+414&category=1-2&en=1&de=1&fr=1&it=1&es=1&ot=1&images=1&currency=usd&thesaurus=1&order=0&company=
könnte durchaus als Vorbild für deinen Pfennig gedient haben? Die zeitliche Einordnung dieses Denars würde nur wenige Jahre vor der (von mir sehr hypothetisch geschätzten) Datierung deines Dünnpfennigs liegen, falls man das Stück der Prägestätte Neunkirchen zuordnen würde.
Auf unzähligen Prägestempeln österreichischer Mittelaltermünzen wurde das Motiv aus deutschen und bayrischen Silberlingen übernommen. Das zieht sich wie ein roter Faden vom sogenannten Wiener- bis zum Friesacher Pfennig durch.
Obwohl das Motiv des von dir verlinkten Denars durchaus deutliche Gemeinsamkeiten mit jenem von dir gezeigten Pfennigs aufweist, passen Stil und Prägeart nicht dazu. Sie könnte maximal als Vorbild gedient haben. Jene von dir gezeigte Münze hätte auch stilistische Gemeinsamkeiten (z.B.: Art der Rundung des Schrötlings) mit den ersten Neunkirchnern.
Liegen Durchmesser und Gewicht deiner Münze auch bei rund 20 mm (oder knapp darüber) und knapp unter einem Gramm?

hexaeder

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BeitragVerfasst: 9. Nov 2017, 22:14 
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Hallo Hexaeder,
vielen Dank für Ihre Hilfe und die bereitgestellten Informationen. Der Münzbesitzer ist ein Kollege. Die Münze hat die folgenden Abmessungen: 17 x 18mm. Das Gewicht wird mir später mitgeteilt.
Mit freundlichen Grüßen
milda


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BeitragVerfasst: 10. Nov 2017, 06:32 
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Hallo Milda,
17 x 19 mm ist schon deutlich kleiner, als die meisten Dünnpfennige der frühen Neunkirchner Typen. Die liegen alle ziemlich genau bei 20 mm Durchmesser. Die späteren werden dann deutlich größer und dabei auch dünner.
Lediglich vom B 42 aus der Kentauren-Gruppe, mit den vier Buchstaben in den Kreuzwinkeln, existieren auch Stücke mit kleineren und dafür dickeren Schrötlingen. Die Durchmesser der mir bekannten kleineren Versionen gehen aber auch nicht unter 20 mm herunter.
hexaeder

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BeitragVerfasst: 10. Nov 2017, 15:16 
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Hier ist das Münzgewicht - 0,86g


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BeitragVerfasst: 11. Nov 2017, 06:12 
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Hallo Milda,

habe die Münzgewichte meiner Neunkirchner Pfennige verglichen. Nur jene älterer Prägungen der Hand-, sowie der klösterlichen Kentauren Gruppe. Das durchschnittliche Gewicht liegt hier bei 0,90 bis 0,95 Gramm. Lediglich 2 Münzen liegen darunter (0,78g und 0,86g), ein einziger Ausreißer nach oben wiegt 0,97g. Alle gewogenen Stücke sind vollständig und ohne Ausbrüche.

Mit 0,86g ist der Pfennig deines Kollegen zwar minimal leichter als der Durchschnitt, würde aber noch durchaus im Rahmen der Neunkirchner Pfennige aus dieser Zeit liegen.

Vielleicht kommt auch noch die Stellungnahme eines Profis zu jenem höchst interessanten Dünnpfennigs deines Kollegen?

hexaeder

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