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 Betreff des Beitrags: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2016, 16:56 
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Magister

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hallo

ich habe vor kurzem einen brakteat aus magdeburg erworben. wenn ich mich nicht täusche, zeigt es den heiligen moritz und wurde vom erzbischof albrecht von käfernburg geprägt. wenn der brakteat während seiner amtszeit geprägt wurde, würde diese münze noch dem hochmittelalter zugerechnet. was meint ihr dazu? wurden diese münzen während der amtszeit des erzbischofs oder erst posthum geprägt? was sagen die experten dazu? ich habe dazu keine informationen gefunden.

kann man diese münze noch dem hochmittelalter zurechnen?

mfg alex

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a5_brakteat-moritz.jpg
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 Betreff des Beitrags: Re: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2016, 20:17 
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Mitglied der geheimen Hofkammer
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Erzbischof Alfred regierte ab 1205, das Hochmittelalter wird gemeinhin bis etwa 1250 definiert. Das paßt schon. (Warum ist das gerade so wichtig?) Grüße, KarlAntonMartini


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 Betreff des Beitrags: Re: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 13. Feb 2016, 21:01 
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Magister

Registriert: 25. Nov 2011, 18:33
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danke für die antwort. so wie es aussieht, wurde die münze während der amtszeit des erzbischofs geprägt.

die info ist nur für meine datenbank. es ist einfach der zuordnung in bezug zu den anderen münzen. die münze dient als belegexemplar für diese zeitperiode.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 24. Mär 2017, 16:26 
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Magister

Registriert: 25. Nov 2011, 18:33
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Ich finde es ein wenig komisch, dass die Münze ziemlich roh ist. Ziemlich alle Vergleichs Exemplare sehen aehnlich aus. Wenn ich andere Brakteaten sehe, komme ich doch auf die Idee, dass der Brakteat von Lehrlingen stammt, die noch ziemlich am Anfang der 'Kariere' stehen. :-)

Was meint ihr zu der Idee? Ich kann mir das nicht anders erklären. Wäre ziemlich komisch, wenn das ein Münzmeister gemacht hat. Selbst frühe Brakteate sehen detaillierter aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 9. Aug 2017, 17:11 
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Aspirant

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Beiträge: 4
Hallo lionhead,
Bahrfeldt ordnet diesen Brakteaten in die Zeit Rudolfs, 1256-1260, ein,
was stilistisch auch besser paßt als Hochmittelalter.
Emil Bahrfeldt "Der Bracteatenfund von Borne." in
"Mittelaltermünzen
Ausgewählte Schriften 1881 - 1928"
ZENTRALANTIQUARIAT DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK LEIPZIG 1987
Nr. 56a
Einen schönen Gruß, jot-ka


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Borne_56a.jpg
Borne_56a.jpg [ 12.1 KiB | 479-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 12. Aug 2017, 22:45 
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Doktor
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Beiträge: 162
Seid gegrüßt!

Brakteaten hatten den Vorteil, dass zumindest drei (sehr dünne) Schrötlinge mit einem Schlag geprägt werden konnten.
Je nach "Stempelnähe" ergab sich ein scharfes oder weniger scharfes Bild.
Dein Exemplar und diverse Vergleichsexemplare lagen vermutlich direkt am Leder auf.


Gehabt Euch wohl
AvP



PS:
Ich persönlich würde alles vor 1300 noch als Hochmittelalter durchgehen lassen.
Epochenübergänge sind auch regional verschieden.
Zumindest die Art der Darstellung (Waffenrock und Utensilien) empfinde ich als hochmittelalterlich.
Sollten dennoch Zweifel bestehen, gibt's eine einfache Lösung:
die Anschaffung eines weiteren Repräsentationsstücks (z.B. eines Dünnpfennigs). :)
Ein solcher würde auch im angelsächsischen Raum als entsprechender Repräsentant angesehen werden und ist wohl der direkte Vorgänger eines Brakteaten, der noch um einiges dünner sein kann und trotzdem keine störende Münzbilddurchdringung aufweist

_________________
Made in Styria


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 Betreff des Beitrags: Re: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 13. Aug 2017, 17:08 
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Magister

Registriert: 25. Nov 2011, 18:33
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Wohnort: Jüchsen, Widderstadt
hallo

danke für antwort. wie bei allen war es echt lehrreich.

>Brakteaten hatten den Vorteil, dass zumindest drei (sehr dünne) Schrötlinge mit einem Schlag geprägt werden konnten.

das erscheint mir ziemlich wenig. ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass mehr schrötlinge (ca. zehn) auf einmal geprägt wurden.

hast du eine ahnung, ob der prägeprozess von brakteaten versuchsweise nachgestellt wurde (experimentelle archäologie)?

>Je nach "Stempelnähe" ergab sich ein scharfes oder weniger scharfes Bild.
>Dein Exemplar und diverse Vergleichsexemplare lagen vermutlich direkt am Leder auf.

ich habe zwar eine menge vergleichsbeispiele dieser münze gesehen, aber ich habe kaum eine gesehen, die als erste beschlagen wurde. also direkt unter dem stempel (am weitesten weg vom leder *g*) generell scheinen mir alle brakeaten aus magdeburg ziemlich schwach ausgeprägt gegenüber anderen! hatten die magdeburger münzpräger einfach zu wenig kraft? :)

@ jot-ka

sowie ich bislange sehen konnte, unterscheiden sich einen brakteate aus magdburg kaum, je nach bischof. da ändert sich teilweise z.b. nur ein punkt der dazu kommt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 13. Aug 2017, 20:21 
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Doktor
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Beiträge: 162
Hi,

habe ich etwa Eulen nach Athen getragen? :)

"das erscheint mir ziemlich wenig. ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass mehr schrötlinge (ca. zehn) auf einmal geprägt wurden.

hast du eine ahnung, ob der prägeprozess von brakteaten versuchsweise nachgestellt wurde (experimentelle archäologie)?"

Ja, beim vierten Stück hätte das Münzbild nicht mehr so toll ausgesehen.
Ist natürlich die Frage, ob alles unter optimalen bzw. "hochmittelalterlichen" ;) Bedingungen abgelaufen ist.Wie Du schon treffend bemerkt hast, fängt das Problem bereits beim Hammerschwingen an.
Ein Profi hätte mitunter "Sieben auf einen Streich" und auch noch mehr geschafft.


Gruß
AvP

_________________
Made in Styria


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 Betreff des Beitrags: Re: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 13. Aug 2017, 22:08 
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Wirklicher Hofrat

Registriert: 2. Jun 2010, 13:03
Beiträge: 1370
Wohnort: Dresden
Laut Manfred Mehl, der neulich in Dresden einen Vortrag hielt, ist das mit den Mehrfachprägungen eine Legende.
Gruiß ischbierra


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 Betreff des Beitrags: Re: Hochmittelalter?
BeitragVerfasst: 14. Aug 2017, 08:49 
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Magister

Registriert: 25. Nov 2011, 18:33
Beiträge: 53
Wohnort: Jüchsen, Widderstadt
hallo

den beruf eines münzprägers stelle ich mir doch ziemlich eintönig vor. wenn ich mir vorstelle, dass der am tag hundertemale das gleiche macht ... wenigstens bekommt mehr kraft, so dass er mehr zur selben zeit prägen kann. ich denke, dass ein erfahrener münzmeister mehr machen konnte. ob die auch vorgaben hatten, wieviele münzen am tag geprägt werden?

dass 'nur' drei brakteaten zur selben zeit geprägt wurde, kann ich einfach nicht glauben. wenn ich sehe, in welcher qualität manche der zur zeit erhältlichen brakteaten sind, dann wollten sich doch arbeit ersparen und haben mehr als drei zur selben zeit gemacht. wird halt immer 'schwarze schafe' gegeben haben. manchmal hat man ja mühe, dass man überhaupt erkennt, welches motiv da eingeprägt wurde.

kennt jemand zufällig ein video, wo ein jemand den prozess des manuellen münzprägens nachstellt. ich kenne ja diverse bilder, wie das früher aussah, aber es wäre mal sehr interessant sowas im video zu sehen.

mfg alex


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