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BeitragVerfasst: 19. Mär 2017, 12:22 
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Doktor

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Ich habe folgende Frage an die Englandexperten: wieso wurde von 1871- 74 ( in Australie sogar noch länger ) der Sovereign sowohl mit dem Shield reverse und mit dem St. George geprägt ?

In meinem Marsh ( 1980 ) steht auch bloss: " In 1871, in request of the Queen, a new sovereign was to appear. The design that was finally accepted, was an obverse again showing the young head of the Queen, and the reverse was to be the return of St. George and the dragon by Pistrucci ".

Ansell äussert sich in seinem 1871 erschienen Buch " The Royal Mint " sehr kritisch zu dem neuen Design ( S. 168ff ), das, wie er meint, Pistruccis Werk nicht gerecht wird. Weiter bemängelt er, dass man bei Portrait der Königin die Augenpartie unvorteilaft überarbeitet habe, anstatt ein gänzlich neues Portrait zu entwerfen. Hier klingt an, dass Ansell ein neues Portrait der Monarchin für überfällig hielt. Er führt an, dass solch ein Vorhaben durch eine Verfügung Prinz Alberts verhindert worden sei, der das Bildnis seiner Gemahlin nicht verändert haben wollte.

Wenn Victoria nun aber selbst die Initiative zu einer Änderung des Münzbildes ergriff, stellt sich die Frage, wieso das alte Münzbild noch jahrelang weiterverwendet wurde. Ich habe auf Grund dieser ( dürftigen ) Quellen nicht den Eindruck, ein Nebeneinander, wie bei den 2DM- Stücken , sei der Grund für die Schaffung eines zweiten Sovereign- Typs gewesen. Vielmehr erscheint mir das Fortbestehen des Shield- Typs das Ergebnis eines gesonderten Beschlusses irgendwo im System zu sein. Ansell selbst erwähnt 1871 nichts vom Fortbestehen des Shield - Typs. Vielleicht kann man sich folgendes Scenario vorstellen :
- 1871 : Victoria/St George beschlossen
- 1871- Victoria / St. George Produktionsbeginn
-1871 : Ansell veröffentlicht sein Buch über die Royal Mint
- 1871 : Ereignis X
-1871 : Shield- Typ weitergeprägt
Deswegen glaube ich , die Frage, der nachzugehen spannend klingt, muss lauten : Wieso wurde der Shield- Typ noch weitergeprägt, obwohl er als obsolet betrachtet wurde und die Schaffung eines Nachfolgers beschlossen und umgesetzt war.
Hat jemand von Euch eine Idee ?


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BeitragVerfasst: 19. Mär 2017, 20:23 
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Mitglied der geheimen Hofkammer
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In meiner Literatur habe ich nur im Coincraft 1998 den Hinweis gefunden, daß diese Frage bisher ungeklärt ist. Ich denke, daß vorhandene Stempel aufgebraucht werden sollten. Grüße, KarlAntonMartini


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BeitragVerfasst: 20. Mär 2017, 07:40 
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Doktor

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Vielen Dank für Deine Antwort. Ist der Coincraft irgendwo online einsehbar ?
Die Theorie , man habe bereits gefertigte Arbeitsstempel aufbrauchen wollen klingt für England plausibel, bei 17 Jahren Koexistenz beider Typen in Australien frage ich mich , wie die australischen Prägeanstalten mit Arbeitsstempeln versorgt wurden. Kann dort ein dermaßen großer Vorrat an vorgefertigten Stempeln vorhanden gewesen sein ?


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BeitragVerfasst: 20. Mär 2017, 10:04 
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Die Prägung von Goldmünzen erfolgte mit höherer Sorgfalt als sie für die Scheidemünzen aufgewandt wurde. Die Stempel der Porträtseite wurden nach 100.000 Prägungen ausgetauscht und für Farthings weiterverwendet. Wenn man unterstellt, daß auch die Rückseitenstempel nur für 100.000 Münzen taugten, ergibt sich bei den hohen Auflagen der Sovereigns ein großer Bedarf an Stempeln. - Ich meine gelesen zu haben, daß die in Australien verwendeten Stempel aus London kamen. Aber leider habe ich nichts Präzises gefunden. Grüße, KarlAntonMartini


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BeitragVerfasst: 20. Mär 2017, 12:33 
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Doktor

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Beiträge: 145
Wohnort: Huttaheiti/ Tiefstes Barbaricum
Das für eine Prägung in Australien Stempel aus England importiert wurden, hatte ich mal im Zusammenhang mit dem ominösen Sovereign 1920 S gelesen, nahm aber an, dass dies möglicherweise eine Ausnahme war, da diese Prägung ein Privatauftrag für einen lokalen Gewerkschaftsboss war. Vielleicht war das aber die Regel. Dann könnte man vielleicht die Stempel mit dem obsoleten Design nach Down Under einfach entsorgt haben. Wäre das eine Erklärung für die längere Gebrauchszeit des Shield Revers in Australien?


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