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 Betreff des Beitrags: Ein DEUTSCHER Token in Mauritius.!
BeitragVerfasst: 27. Aug 2009, 15:55 
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Professor
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Beiträge: 396
Um Dietmar / Münz-Goofy und auch den Anderen eine spezielle Freude zu machen, fange ich an mit einem deutschen Token in Mauritius.!
WOW.!
Ihr habt Euch tatsächlich nicht verlesen.: Ein DEUTSCHER Token.
Also.:
In der Mitte des 19.Jhdts - ca 1840 - gehörten einigen DEUTSCHEN , die ALLE aus dem selben Ort in Deutschland stammten, eine Zuckerrohr-Plantage in Mauritius.
Auch damals wanderte man schon aus.
Dieser *Firma* also gehörten ca 1/7 der Anbau-Fläche von Zuckerrohr.
Die Herren waren also recht tüchtig...
Zur Abwicklung des internen Zahlungs-Verkehrs in dieser Firma
(z.bsp. Einkaufen der Arbeiter im firmeneigenen Shop etc ) ließen sie Privat-Geld prägen,
das NUR innerhalb dieser Company gültig war.
Sogenannte Tokens.
Auch die Löhne wurden teilweise damit
ausbezahlt.
NUN.:
Als Namen prägten sie den Namen des Ortes, aus dem sie stammten.: *Schoenfeld*.
Diesen Namen gibt es in Mauritius heute nicht mehr.
(Andere deutsche Namen aber schon.! )
Nun war es aber so...daß Mauritius *ursprünglich* eine franz. Insel war...die 1810 in englischen Besitz übergegangen war.
So kam es dann, daß es einen deutschen Eichenkranz, ein deutsches Wort, eine franz. Orts-Bezeichnung (= Ile Maurice) und den Namen und Kopf der englischen Königin Victoria auf EINER Münze gab.!
ALSO: Deutsch und englisch und französisch auf EINER Münze !
Ist das was...??
Es gab Tokens zu 1 ct und 2 cents
UND.: Ihr seht richtig.:
Das 1 cent-Stück ( 23mm ) ist größer wie das 2 cent-Stück ( 19,5mm ) und aus Messing...während das 2 cent-Stück aus Bronze ist.
Beide Stücke aber -- wie gewöhnlich bei Mauritius.: SAU-teuer.:
Im Oct 1996 in London brachte das 1 ct-Stück satte 750 GBP und das 2 cent-Stück noch sattere 1100 GBP. PLUS *Buyer's fee*...also ca 20% Auktions-Zuschlag noch oben drauf.!
UND.: Damals kostete das GBP wesentlich mehr wie heute.!
Guckst du.:


Dateianhänge:
MRU-Schoenfeld 1840 Groeßen-Vergleich.jpg
MRU-Schoenfeld 1840 Groeßen-Vergleich.jpg [ 72.52 KiB | 7588-mal betrachtet ]
MRU-Schoenfeld 1840 - 2 cent..jpg
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MRU-Schoenfeld 1840 - 1 cent.jpg
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Als Gott das Paradies schaffen wollte, nahm er sich Mauritius als Vorbild. ( Frei nach Mark Twain )
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BeitragVerfasst: 27. Aug 2009, 16:40 
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Doktor

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moin,

Wahnsinn! Vielen Dank für die Vorstellung dieser excellenten Stücke.
Wenn nun damals die Arbeiter auf der Zuckerrohrplantage ihre Token nicht im plantageneigenen Shop in Bohnen und Reis umgesetzt somdern ihren Enkeln etc. vermacht hätten, wären diese heute reich. Obwohl ... dann wären diese Token nicht so selten und teuer.

bin ganz neu hier und hergeraten bei der Verfolgung von Münz-Goofy und Afrasi. Schön, dass es mal ein rein afrikanisches Forum gibt.

Gruß hanjogo

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schwer hat man's leicht


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BeitragVerfasst: 27. Aug 2009, 17:00 
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Hallo Hanjogo!

Herzlich willkommen im numismatischen Café!

Klosterschüler

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BeitragVerfasst: 27. Aug 2009, 17:25 
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Prachtstücke! Mir fällt auf, daß der 2er viel besser ausgearbeitet zu sein scheint als der 1er. Gibts Erkenntnisse, wo die hergestellt wurden? Und "Schoenfeld" war der Ort der Plantage auf Mauritius oder der Heimatort in Deutschland? Grüße, KarlAntonMartini


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BeitragVerfasst: 27. Aug 2009, 17:38 
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Wohnort: in den kranichüberfluteten Weiten der Diepholzer Moorniederung
Moin!


Schön, dass auch Hanjogo hierher gefunden hat! Tach auch!

:alarm: "Verfolgt" wurde ich schon lange nicht mehr, ... oder ich bekomme es nicht mehr mit. :mrgreen:


Tschüß, Afrasi

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BeitragVerfasst: 3. Sep 2009, 16:15 
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Professor
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Registriert: 26. Aug 2009, 17:36
Beiträge: 396
An KarlAntonMartini and ALL.:
Die Frage, WARUM die beiden Tokens so unterschiedlich sind, ist beantwortet.:
Es gab zwei Serien dieser Stücke.
Naturgemäß ist die erste Serie mehr benutzt worden...und die Stempel bei der 2.Serie wurden überarbeitet.

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Als Gott das Paradies schaffen wollte, nahm er sich Mauritius als Vorbild. ( Frei nach Mark Twain )


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BeitragVerfasst: 25. Sep 2009, 18:20 
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Deutsche Token in englischen Kolonien lassen mich nicht ruhen. Einiges ließ sich klären: Die Zuckerplantage Schönfeld mit ca. 600 ha lag im Bezirk Riviére du Rempart. Heute gibts dort noch eine Schoenfeld Branch Road. Auf der Plantage arbeiteten im Jahr 1865 580 männliche "Immigranten" (die Sklaverei war ja abgeschafft), es lebten dann noch 222 nichtbeschäftigte Frauen dort. (Außer den Europäern natürlich) Das dürfte also der Nutzerkreis dieser Token gewesen sein. Vor 1845 wanderte nach Mauritius ein Herr Jean Staub ein, zusammen mit einem Herrn Berne oder Perle hatte er ein Unternehmen, zu dem die Zuckerplantage Schönfeld gehörte, sie besaßen auch ein Schiff in St. Louis, die Jeune Ferdinand (18 Tonnen, 6 Mann Besatzung, gebaut 1817 auf den Seychellen). Nach 1850 ist Jean Staub verstorben. Die Zuckerplantage in Schönfeld verwaltete danach sein Schwiegersohn, ein gewisser Eugène Roget de Belloguet. Der war erst kurz in Mauritius und hatte von der Führung einer Plantage keine Ahnung. Wegen schlechter Verwaltung einer anderen Zuckerplantage wurde er 1861 verklagt. Möglicherweise handelt es sich um einen Enkel des napoleonischen Generals Roget, der als Baron de Belloguet geadelt wurde. (Vielleicht war es aber nur ein Hochstapler, wer weiß, jedenfalls hatte er Gründe, in die Kolonien zu gehen.) Die andere Plantage war übrigens Bel Ombre im Bezirk Savanne, also am anderen (südlichen) Ende der Insel. Unweit davon, bei Baie du Cap soll es eine kleine Örtlichkeit namens "Staub" geben, wo bis ins 20. Jahrhundert eine Familie Staub ebenfalls Zucker anbaute. Der Sohn dieses Hauses war der berühmte mauritianische Zoologe France Staub, der viel zu unserer Kenntnis vom Dodo beitragen konnte, obwohl der schon lang ausgestorben war. Ob der Schönfelder Staub sein Urahn war?

Vielleicht könntest du, Mauritius-Man, bei der Suche nach dem richtigen Ort Schönfeld weiterhelfen. Dieser mutmaßliche Heimatort der Plantagengründer soll ja namensgebend gewesen sein. Orte mit Namen Schönfeld gibt es in der Schweiz, in Franken und in Sachsen. (Eins gleich um die Ecke, in der Nähe wohnen sogar etliche Leute namens Staub...) Wissen deine Quellen dazu Näheres?

Grüße, KarlAntonMartini


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BeitragVerfasst: 25. Mär 2010, 10:56 
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Magister

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mauritius-man hat geschrieben:
An KarlAntonMartini and ALL.:
Die Frage, WARUM die beiden Tokens so unterschiedlich sind, ist beantwortet.:
Es gab zwei Serien dieser Stücke.
Naturgemäß ist die erste Serie mehr benutzt worden...und die Stempel bei der 2.Serie wurden überarbeitet.


Der Eins wurde also zur erster Serie gehören.
Weisst ihr wann diese serien ungefährgeprägt wurden?

mauritius-man möchte ich fragen ob ich diese Marken auch auf Zeno.ru vorstellen darf.

Gruss keesuit


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BeitragVerfasst: 25. Mär 2010, 12:37 
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KarlAntonMartini hat geschrieben:
...wo bis ins 20. Jahrhundert eine Familie Staub ebenfalls Zucker anbaute...


Hat diese Familie den Staubzucker erfunden? Auf Germanisch übersetzt: Puderzucker

Sorry für Off-Topic, aber das lag mir einfach auf der Zunge und musste raus. :D

lg

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BeitragVerfasst: 25. Mär 2010, 12:52 
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Registriert: 25. Mai 2009, 15:22
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Wohnort: Dresden
McBrumm hat geschrieben:
KarlAntonMartini hat geschrieben:
...wo bis ins 20. Jahrhundert eine Familie Staub ebenfalls Zucker anbaute...


Hat diese Familie den Staubzucker erfunden? Auf Germanisch übersetzt: Puderzucker

Sorry für Off-Topic, aber das lag mir einfach auf der Zunge und musste raus. :D

lg


Ja, Pudern ist ja bei euch schon anderweitig besetzt...(weiß ich vom Otto Mühl). :oops:


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