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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 12. Apr 2013, 15:53 
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Der Stempel stammt von James. (Evtl. ist auf dem Token die Signatur.) Dargestellt ist der Schlangenmensch (Contortionist) Joseph Clark, + 1696. Das Äffchen ist offenbar eine Zugabe von James. Grüße, KarlAntonMartini


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JosClark.jpg
JosClark.jpg [ 87.85 KiB | 2396-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 12. Apr 2013, 21:27 
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Eine Signatur "J" habe ich auf dem Token nicht feststellen können. Aber die Grafik habe ich in mein Archiv übernommen - vielen Dank dafür! Sie ist in diesem Thread nach dem "tired boy" nun schon der zweite Beleg dafür, daß diverse Token-Motive gern von Graphiken im Wortsinn "abgekupfert" wurden, dazu in diesem Fall noch von einem damals bereits nahezu hundert Jahre alten Kuriosum.

Wenn man sich mit den Stücken etwas intensiver beschäftigt, stößt man häufig auf interessante Querverbindungen. Eine derartige Verbindung fiel mir bei dem folgenden Token auf, den ich hier zeigen möchte.
Dateianhang:
1794_Midd_Hardy_n.jpg
1794_Midd_Hardy_n.jpg [ 105.42 KiB | 2386-mal betrachtet ]

Zitat:
Middlesex, Political Series London, Conder halfpenny token 1794. Obverse: Bust of Hardy to left with legend: “TRIED FOR HIGH TREASON T. HARDY 1794”. Reverse: Legend on six lines: “ACQUITTED BY HIS JURY. COUNSEL HON. T. ERSKINE V. GIBBS ESQ”. Plain Edge. D&H 1025

Der Token ist nicht sonderlich gut erhalten, aber er bietet die Gelegenheit, hier ausnahmsweise eine interessante Medaille anzufügen, die ein mißglücktes Attentat auf George III. thematisiert.
Dateianhang:
1800_Med_George-3_n.jpg
1800_Med_George-3_n.jpg [ 109.64 KiB | 2386-mal betrachtet ]

Zitat:
George III AE Medal – Assassination. May 15th, 1800. Av. Schutzengel in Wolken hält Medaillon mit Portrait Georges III. und wehrt mit Schild einen Pfeilschuß ab. GOD SAVE THE KING. Unten Signatur P.K. Rv. Überstrahlte Krone im Lorbeerkranz mit Schriftband GOD - GIVE - PRAISE. Umschrift PRESERVED FROM ASSASSINATION - MAY 15 1800.

Die Querverbindung zum Token geht aus der Medaille nicht direkt hervor, aber der Verteidiger des Attentäters - der Anwalt Thomas Erskine - war derselbe, der auf dem Token erwähnt wird und auch T. Hardy gegen die Anklage des Hochverrats erfolgreich verteidigte. Im Fall des verhinderten Attentäters Hadley, der im Drury Lane Theatre auf den König geschossen hatte, plädierte er erfolgreich auf Irrsinn.

Eine Referenz für die Medaille habe ich nicht, und die Signatur P.K. auf der Medaille habe ich nicht eindeutig auflösen können - möglicherweise Peter Kempson, der u.a. für diverse Token, die hier bereits vorgestellt wurden, verantwortlich zeichnete?

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 13. Apr 2013, 15:12 
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klaupo hat geschrieben:
Eine Signatur "J" habe ich auf dem Token nicht feststellen können.


Ich hab mir das Bild nochmal angesehen und mit meinem Expl. verglichen. Deins ist auch signiert. JAMES steht in Mikroschrift als nach außen gewendete Umschrift bei etwa fünf Uhr. Grüße, KarlAntonMartini


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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 15. Apr 2013, 13:41 
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Peter Kempson ist richtig vermutet. Auf dem Medaillon ist noch eine Signatur, H für Hancock. Mitchiner führt das Stück unter Nr. 6020. Das Stück wurde in Pewter, einer Zinnlegierung mit Antimon und Blei, und in Kupfer und Silber gefertigt. Grüße, KarlAntonMartini


Zuletzt geändert von KarlAntonMartini am 15. Apr 2013, 19:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 15. Apr 2013, 16:55 
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KarlAntonMartini hat geschrieben:
klaupo hat geschrieben:
Eine Signatur "J" habe ich auf dem Token nicht feststellen können.


Ich hab mir das Bild nochmal angesehen und mit meinem Expl. verglichen. Deins ist auch signiert. JAMES steht in Mikroschrift als nach außen gewendete Umschrift bei etwa fünf Uhr. Grüße, KarlAntonMartini


Ohne diesen Hinweis hätte ich die Signatur wohl kaum gefunden - aber sie ist tatsächlich an der angegebenen Stelle!

Besten Dank auch für die Referenz zur Medaille ... und daß ich mit Peter Kempson richtig geraten habe, freut mich natürlich auch!

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 22. Apr 2013, 10:47 
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Als "Glücks-Token" würde ich das abgebildete Stück nicht unbedingt bezeichnen, denn die Recherche zu einer exakten Referenz blieb - trotz erheblichen Zeitaufwands - bisher erfolglos. Meiner Schätzung nach gibt es für die Varianten dieses Typs bei Dalton & Hamer ca. 100 Nummern!? Ich habe zusammengetragen, was auf meinem Token zu sehen ist ... und irgendwelche Details stimmten immer nicht mit den Vergleichsstücken überein. Mal war es die Zahl der Eicheln (bei meinem Stück 17 oder 18, das ist nicht eindeutig zu entscheiden), mal die Position des Datums, mal die Randschrift und dergleichen mehr. Als ich nun feststellen mußte, daß auch die Position der Schleifen des Monogramms für die Referenz eine Rolle spielen, habe ich es drangegeben, denn wenn ich die tatsächlich aufgedröselt haben sollte, fürchte ich, daß die Zahl der Barthaare des Druiden eine weitere Untergruppierung nötig macht ... und dafür ist mir meine Zeit einfach zu schade! Hier also der Kandidat mit (recht detaillierter) Beschreibung.
Dateianhang:
1791_Wales_Anglesey_PMCo_n.jpg
1791_Wales_Anglesey_PMCo_n.jpg [ 111.3 KiB | 2339-mal betrachtet ]

Zitat:
Wales - Anglesey, Parys Mine Company Halfpenny Token 1791. Obverse: Hooded bust of a Druid to the left, eighteen acorns in wreath. Small W on truncation of neck. Reverse: Cypher of “PMCo” (Parys Mine Company), with date, “1791” below: “ANGLESEY MINES HALFPENNY”. Blundered edge inscription: "PAYABLE X IN X LONDON X OR ANGLESAY ” (Missing X after OR). 14,42 g, 28,5 mm. D&H ???

Dies war übrigens mein erster Token, den ich vor einigen Jahrzehnten für 1,- DM aus einer Kramkiste fischte. Er blieb über viele Jahre ein kurioser Solitär, bis er Gesellschaft in Gestalt von weiteren Token erhielt ... also sozusagen der Stammvater meiner Token-Sammlung. ;)

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 22. Apr 2013, 15:29 
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Man kann diesen ehrwürdigen Halfpenny schon mal grob als D&H Anglesey 398 bis 410 bestimmen. Das ergibt sich aus der Position der Jahreszahl. Nach Position und Stengel der obersten Blätter und der Gestaltung des P würde ich Nr. 406 vermuten, aber ganz sicher kann man bei der Erhaltung nicht sein.
Die von 1787 bis 1794 geprägten Anglesey-Halfpennies haben bei D&H ca. 170 Nummern, von den Pennies gibt es eine ähnliche Zahl.
Und es waren jedenfalls glückliche Zeiten, als man so einen Token noch für 1 DM aus einer Kiste erwühlen konnte.

Grüße, KarlAntonMartini


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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 23. Apr 2013, 17:33 
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Vielen Dank für die Eingrenzung! Ich denke, auch wenn die Erhaltung des Stücks eine "Feinjustierung" nicht zuläßt, würde ich ihm dennoch ein sammelwürdiges gutes "S" attestieren und werde es - unter Vorbehalt - unter deinem Vorschlag "Anglesey D&H 406" einsortieren.

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 23. Apr 2013, 22:09 
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klaupo hat geschrieben:
Vielen Dank für die Eingrenzung! Ich denke, auch wenn die Erhaltung des Stücks eine "Feinjustierung" nicht zuläßt, würde ich ihm dennoch ein sammelwürdiges gutes "S" attestieren und werde es - unter Vorbehalt - unter deinem Vorschlag "Anglesey D&H 406" einsortieren.

Gruß klaupo


Ja, nach strenger englscher Sicht ist er auf jeden Fall fine und so unbedingt sammelwürdig. Zur Bestimmung hülfe noch ein Blick auf die Randschrift einschließlich sämtlicher Beizeichen. Grüße, KarlAntonMartini


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 Betreff des Beitrags: Re: Glücks-Token
BeitragVerfasst: 12. Jul 2013, 18:57 
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Das folgende Stück fand keine Mitbieter, weil es wohl zu unattraktiv aussah. Dabei hat es keine Umlaufspuren, wurde freilich von ziemlich verbrauchten Stempeln geprägt. 9,4 g; mein anderes Exemplar hat 8,6 g. D&H ordnen es als Dublin Nr. 15 ein. Von den Stempeln beider Seiten gibt es eine Anzahl von Kombinationen mit weiteren Stempeln, die Randschriften passen gar nicht recht zum Stück, hier: PAYABLE IN DUBLIN CORK OR DERRY, wo es auf der Vorderseite doch heißt: PAYABLE IN DUBLIN NEWRY OR BELFAST. Das Wappen wird von Händlern gelegentlich Dublin zugeschrieben, aber sowohl City wie County haben ganz andere Wappenbilder. Für ein Phantasiewappen ist es heraldisch zu echt, aber wo es wirklich herkommt, habe ich nicht herausbekommen. Es zeigt im roten Feld einen Sparren (vermutlich Silber) belegt mit drei Rosen, darum drei Mohrenhäupter. Die Helmzier ist ein gekröntes Mohrenhaupt. - Interessant ist auch die alte Sammlungsnummer, wohl 2661, die mit weißer Tusche aufgemalt wurde. Solche aufgetuschten Nummern habe ich bisher immer nur auf Token gefunden, da kommt es doch häufiger vor. Grüße, KarlAntonMartini


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Dublin15b.jpg
Dublin15b.jpg [ 35.15 KiB | 2229-mal betrachtet ]
Dublin15a.jpg
Dublin15a.jpg [ 31.33 KiB | 2229-mal betrachtet ]
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