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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 27. Nov 2012, 12:09 
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Moin Klaupo!

Ohne eigentlich Ahnung vom Thema möchte ich anmerken, dass für mich das DOUBLE nicht wie ein Gegenstempel aussieht, sondern wie die Reste einer Wirtsmünze. Für mich ist sozusagen alles klar sichtbare der Gegenstempel ...

Tschüß, Afrasi

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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 27. Nov 2012, 12:31 
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Afrasi hat geschrieben:
Moin Klaupo!

Ohne eigentlich Ahnung vom Thema möchte ich anmerken, dass für mich das DOUBLE nicht wie ein Gegenstempel aussieht, sondern wie die Reste einer Wirtsmünze. Für mich ist sozusagen alles klar sichtbare der Gegenstempel ...

Tschüß, Afrasi


Das ist eine gute Idee, da kommt die 4 Doubles Münze von Guernsey in Betracht. (Kupfer 1830, 1858, Bronze 1864, 1868) Die Anordnung der Schrift könnte passen und über dem Auge sieht man mit Phantasie Reste der 4. Grüße, KarlAntonMartini


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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 27. Nov 2012, 12:56 
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Jo, dat passt! Die 4 ist klar zu erkennen. Da habe ich keine Zeifel mehr. Auf Grund der Tönug des Metalles müsste das Stück aus Bronze sein, also 1864. Die härtere Bronze würde auch das Überleben von Resten der ursprünglichen Münzinschrift erklären. Die meisten dieser Medaillen wurden vermutlich auf älteren Kupferstücken geprägt, bei denen der Prägedruck ausreichte um alle Spuren der Wirtsmünze verschwinden zu lassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 27. Nov 2012, 16:30 
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Wirklich veblüffend für mich - zumal die "4" auf dem Photo besser sichtbar ist als auf dem Jeton selbst. Auf diese Idee wäre ich ohne euch nicht gekommen - besten Dank! Ein kleines Fragezeichen bleibt voläufig für mich: die metrischen Daten des Jetons sind 8,66 g, 28 mm. Das einzige Vergleichsstück, das mir zur Verfügung steht - Guernsey 4 Doubles 1830 KM#2 - hat 9,59 g, 29 mm. Es müßte also - falls man es seinerzeit mit den Ronden genau genommen hat - ein jüngerer Typ mit reduziertem Gewicht und Durchmesser sein, also 1864 und jünger, aber nicht über 1870 hinaus. Die Unterlage Guernsey steht für mich nun auch außer Frage.

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 27. Nov 2012, 17:26 
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Moin!

Bei dem Gewicht kommen nur noch 1830 und 1836 in Frage. Mein Stück von 1864 misst 25,8 mm und 4,59 g. Die beiden von 1830 messen 29,2 mm und 9,94 g sowie 29,2 mm und 9,80 g.
Das französische 5-Centimes-Stück mit 27 mm hat ja keinen Rand, Dein Stück jedoch hat einen. Das passt dann schon, wenn der Rand ca. 0,5 mm dick ist.
Beim Gewicht bin ich dann auch ratlos. Vielleicht wurde die Oberfläche etwas glatt gefräst, vielleicht liegt es aber auch noch innerhalb der Toleranz. Meine beiden Stücke schwanken ja durchaus auch im Gewicht.

Solche Stücke machen Spaß! :whow:

Tschüß, Afrasi

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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 27. Nov 2012, 20:51 
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Ich kann ein 1830er in PP mit 10,0 g und ein 1858er in vz mit 9,1 g beisteuern. Wenn das letztgenannte etwas mehr im Umlauf war, ist das Gewicht von klaupos Stück plausibel. Grüße, KarlAntonMartini


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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 1. Mär 2013, 21:43 
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Ein Pausenfüller, während in München die Numismata ihren Gang nimmt ...

Dieses hübsche Pferd kommt von der vergangenen Börse in DO und war beschriftet "Jeton auf den Frieden". Das war irreführend, denn nun war man versucht herauszufinden, um welchen Friedensschluß es sich wohl handeln mochte? Kurz gesagt - um gar keinen, denn die Legende BELLI PACISQUE DECUS bedeutet lediglich "Eine Zierde im Krieg und im Frieden" und bezieht sich auf das Roß. Das Schlüsselwort steht im Exergue: Herausgegeben wurde der Jeton von den ÉCURIES DU ROY- den königlichen Stallungen.
Dateianhang:
1750-ND_Louis_XV_Ecuries_n.jpg
1750-ND_Louis_XV_Ecuries_n.jpg [ 116.72 KiB | 2496-mal betrachtet ]

Zitat:
ECURIES DU ROY. Jeton, Paris. s.d.Av. LUD. XV. REX - CHRISTIANISS.. Tête de Louis XV, au bandeau, à droite, au-dessous signature FM ( François Marteau). Rv. BELLI PACISQUE DECUS.. Cheval au galop, signature D.V. (Duvivier) ; à l'exergue : ECURIES DU ROY. Argent. 7,10 g. 29,0 mm. 6 h. Feuardent 2936e.

Der königliche Reitstall war zusammen mit dem Schloß von Versailles von 1679 bis 1683 errichtet worden und beherbergte die gut 600 Jagd- und Kriegspferde des Königs. Verwaltet wurde der Komplex von einem Stallmeister, dem Grand Écuyeur, dem eine Vielzahl von Pagen unterstanden, deren Aufgabe die Betreuung der Pferde war. Um Page zu werden waren bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen: der Kandidat mußte von Adel sein, circa 15 Jahre alt, wohlgestalt und für einen gesitteten Lebenswandel bekannt. Da der Reitstall eigene Jetons prägen ließ, dürfte es sich trotz dieser Vorgaben um eine ziemlich umfangreiche Verwaltungseinheit gehandelt haben.

Das Pferd auf dem Jeton begleitete Louis XV. über weite Strecken seines Lebens. Es gibt sechs Versionen dieses Jetons, auf denen nur der König alterte. Das Pferd blieb davon verschont.

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 1. Mär 2013, 23:05 
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Lieber Klaupo!

Bir verbinden sich jagdliches Glück und hervorragendes Wissen auf's vortrefflichste!

Olaf

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Was du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013, 23:00 
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Der folgende Jeton kommt zwar nicht aus Frankreich sondern aus Nürnberg, war aber zweifellos für den Export nach Frankreich bestimmt. Ein Import nach Nürnberg waren dagegen die Motive, auf welche Hans Krauwinkel d. J. zurückgriff. Als Vorlage dienten ihm zwei imposante Medaillen auf Henri IV., die beide Guillaume Dupré zugeschrieben werden. Das Avers mit den Portraits des Königspaares gehört zu einer Arbeit, die auf die Geburt des Thronfolgers Louis XIII. gegossen wurde. Einen einseitigen Guß davon zeige ich hier.
Dateianhang:
1603_Dupré_Henri_IV_n.jpg
1603_Dupré_Henri_IV_n.jpg [ 109.13 KiB | 2420-mal betrachtet ]

Wer auch das Revers sehen möchte, kann das hier tun.

Das Revers ist einer anderen Medaille auf den Vertrag mit den 13 Schweizer Kantonen entlehnt, welcher 1602 die alte Soldallianz mit Frankreich zum gegenseitigen militärischen Schutz, zum Durchmarschrecht und zur Werbung von Soldtruppen in der Eidgenossenschaft erneuerte. Es zeigt unter einer Krone einen Altar, flankiert von zwei Säulen umrankt von Lorbeer und Palme und durch ein Band verbunden. Im Original ist in die Legende " REGIS SACRA - FOEDERA MAGNI" (Die geheiligten Bündnisse eines großen Königs) das Jahr als Chronogramm eingearbeitet, das in späteren Güssen verloren gegangen ist. Hier ein Beispiel (ohne das Chronogramm) - und hier nun der Jeton, um den es geht.
Dateianhang:
1603_Krauwinkel_Henri_IV_n.jpg
1603_Krauwinkel_Henri_IV_n.jpg [ 109.47 KiB | 2420-mal betrachtet ]

Zitat:
Jeton (non daté), Nuremberg, H. Krauwinkel . Av. HENR. IIII R. CHRIST MARIA AVGVSTA.. Les bustes d’Henri IV et de Marie de Médicis tournés à gauche. Rv. REGIS SACRA - FŒDERA MAGNI , sous l’autel H. KRAWIN. Autel couronné à deux colonnes cannelées, l’une entourée d’une palme, l’autre d’une branche de laurier. F.11980

Einen Vergleich von Original und Kopie halte ich für interessant genug, um so etwas hier mal nebeneinander vorzustellen.

Gruß klaupo


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 Betreff des Beitrags: Re: Französische Jetons
BeitragVerfasst: 10. Mai 2013, 09:59 
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Danke! - Krauwinckel hat also die Porträts seitenverkehrt genutzt (vielleicht ging das kopieren so einfacher?) und Details in den Gewandverzierungen weggelassen. Grüße, KarlAntonMartini


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